Medikamente im Test

Arzneipflaster richtig anwenden

Eine Reihe von Medikamenten gibt es als Pflasterzubereitungen. Aus ihnen gelangt der Wirkstoff durch die Haut direkt ins Blut. Nicht nur starke Schmerzmittel werden so angewendet, sondern auch Hormone zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden und zur Empfängnisverhütung, das männliche Sexualhormon Testosteron, ein Mittel bei Reisekrankheit und solche bei Parkinsonkrankheit und Demenz. Damit diese Mittel zuverlässig wirken, sind einige Hinweise unbedingt zu berücksichtigen.

Die Pflaster sollen auf flache, trockene und unbehaarte Hautpartien geklebt werden. Typische Klebestellen sind die obere Rückenpartie, die Haut unterhalb des Schlüsselbeins, die Hüftpartie und die Oberschenkel. Bei der Auswahl der Klebestelle sollten Sie auch möglichen engen Körperkontakt zu anderen Personen berücksichtigen. Die Pflaster dürfen auf keinen Fall versehentlich auf andere Personen, insbesondere Kinder, übertragen werden.

Bei offenen Hautstellen unter dem Pflaster und Hauttemperaturen von über 40 °C kann mehr als die vorgesehene Menge Wirkstoff in die Haut und damit ins Blut gelangen. Beispielsweise dürfen Sie Arzneipflaster nicht auf rasierte Haut kleben, da beim Rasieren winzige Hautverletzungen unvermeidlich sind. Sie dürfen auf die beklebte Hautstelle auch keine Wärmflasche auflegen, sie nicht der Sonne oder Infrarotlicht aussetzen und sie nicht mit einem Föhn erwärmen. Auch Saunabesuche und heiße Duschen sind zu unterlassen. Bei Fieber muss der Arzt informiert werden. Umgekehrt tritt bei Kälte, aber auch bei starkem Untergewicht weniger Schmerzwirkstoff in die Haut ein. Aufgrund dieser Eigenschaften ist die Pflasteranwendung oft schlecht zu steuern.

Auch Seife, andere Reinigungsmittel und Cremes können die aufgenommene Wirkstoffmenge verändern. Durch vernarbte Hautstellen dringt wenig Wirkstoff hindurch.

Zu beachten ist ferner, dass es verschiedene Arten von Pflastern gibt, aus denen der Wirkstoff auf unterschiedliche Weise freigesetzt wird. Das ist wichtig für die Frage, ob man ein Pflaster zerschneiden darf, um sich mit einer geringeren Wirkstoffmenge zu behandeln. Grundsätzlich gilt, dass sogenannte transdermale therapeutische Systeme (TTS) nicht angeschnitten werden dürfen, weil dann der gesamte Wirkstoff auf ein Mal austreten kann. Bei Matrixpflastern kann das anders sein. Pflaster mit Opioiden zur Schmerzbehandlung dürfen dennoch nicht zerteilt werden, weil nicht bekannt ist, welche Wirkstoffmenge dann in den Körper gelangt.

Bevor ein neues Pflaster aufgeklebt wird, muss das bisherige restlos entfernt werden. Bei mehr als einem Pflaster droht eine Überdosierung. Das neue Pflaster sollte auf eine andere als die bisherige Hautstelle aufgeklebt werden, damit sich die Haut erholen kann. Dieselbe Stelle sollte frühestens nach einer Woche wieder beklebt werden.

Eine Schmerzbehandlung mit Arzneipflastern darf nicht abrupt beendet werden. Vielmehr muss der Wirkstoff nach Maßgabe des Arztes nach und nach geringer dosiert werden.

Gebrauchte Pflaster enthalten immer Reste des Wirkstoffs. Damit diese nicht in unbefugte Hände gelangen, sollen die Pflaster an den Klebeflächen zusammengedrückt werden, sodass sie nicht mehr benutzt werden können. So können sie im Hausmüll entsorgt werden. Unbenutzte Pflaster sollten wenn möglich in eine Apotheke zurückgebracht werden.