Medikamente im Test

Wann man ein Rezept braucht

Arznei­mittel werden in Deutsch­land im Allgemein nur in Apotheken verkauft. Je nachdem wie ein Sach­verständi­genrat es einschätzt, können die Mittel mit oder ohne Rezept abge­geben werden. Ausschlag­gebend hierfür sind beispiels­weise mögliche Neben­wirkungen. Die gesetzlichen Krankenkassen richten sich nach dieser Einteilung und erstatten im Regelfall nur rezept­pflichtige Medikamente.

Rezept­pflichtige Medikamente

Viele Arznei­mittel sind rezept­pflichtig (verschreibungs­pflichtig). Sie dürfen nur von Ärzten verordnet und nur über Apotheken abge­geben werden. Ob ein Arznei­mittel rezept­pflichtig ist, entscheidet ein Expertengremium beim Bundes­institut für Arznei­mittel und Medizin­produkte (BfArM).

Neue Wirk­stoffe, über die bislang wenig bekannt ist, werden grund­sätzlich für zunächst fünf Jahre der Rezept­pflicht unterstellt, auch wenn eng verwandte Wirk­stoffe nicht mehr verschreibungs­pflichtig sind.

Teil­weise ohne Rezept. Wenn sich ein Mittel jahre­lang als sicher erwiesen hat, kann es aus der Rezept­pflicht entlassen werden. Manchmal – wie zum Beispiel bei Diclofenac und Ibuprofen – geschieht das nur für eine nied­rige Dosierung; in der höheren Dosierung bleiben die Wirk­stoffe weiterhin verschreibungs­pflichtig.

Gefahr erkannt. Aber auch das Umge­kehrte ist möglich: Eine bislang rezept­freie Substanz kann unter Rezept­pflicht gestellt werden – entweder generell oder nur für eine bestimmte Dosierung und Menge. Ein Beispiel dafür liefert Paracetamol, das Leberschäden hervorrufen kann. Es ist seit 1. April 2009 rezept­pflichtig, wenn alle Tabletten einer Packung zusammenge­rechnet mehr als 10 Gramm Wirk­stoff enthalten.

Rezept­freie Mittel

Nicht verschreibungs­pflichtige Arznei­mittel sind, wenn sie von einer entsprechenden Kommis­sion beim Bundes­institut für Arznei­mittel und Medizin­produkte (BfArM) als apotheken­pflichtig einge­stuft wurden, nur in Apotheken erhältlich. Dieser Status hängt meist davon ab, ob das Mittel bekannte oder denk­bare Risiken hat. Diese Mittel werden üblicher­weise nicht von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet.

Auf Rezept dürfen diese Mittel in folgenden Fällen verordnet werden:

  • Für Kinder und Jugend­liche bis zum 12. Lebens­jahr.
  • Für Jugend­liche mit Entwick­lungs­störungen bis zum 18. Lebens­jahr.
  • Wenn sie als Therapie­stan­dard bei der Behand­lung schwerwiegender Erkrankungen gelten (siehe Ausnahmeliste).

Außer­halb der Apotheke. Neben den apotheken­pflichtigen gibt es noch „frei­verkäufliche Arznei­mittel“. Diese enthalten schwach wirk­same Bestand­teile oder sind gängige Arznei­stoffe in sehr geringer Dosierung, mit denen Beschwerden unbe­denk­lich gelindert werden können, für die weder eine ärzt­liche Diagnose noch eine Beratung durch Apotheken­personal für notwendig erachtet wird. Meist handelt es sich um Pflanzen­extrakte, Kräuter­tees, Vitamine oder Mineralstoffe, die nicht bei definierten Krankheiten oder Störungen einge­setzt werden. Sie können auch in Drogerie- und Supermärkten vertrieben werden.

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