Medikamente im Test

So bewertet das IQWiG Medikamente

Seit Anfang 2004 bewertet das Institut für Qualität und Wirt­schaftlich­keit im Gesund­heits­wesen (IQWiG) für die Gesetzliche Kranken­versicherung (GKV) Arznei­mittel auf einer ähnlichen Basis, wie dies die Stiftung Warentest für die Verbrauche­rinnen und Verbraucher anbietet.

Patientennutzen im Vordergrund

Das IQWiG hat sich zum Ziel gesetzt, den patientenrelevanten Nutzen einer medizi­nischen Maßnahme und damit auch den Nutzen von Arznei­mitteln zu bewerten. Seit April 2007 ist das IQWiG zudem damit betraut, die Nutzen-Bewertung um die Bewertung der Kosten zu erweitern. Eine solche Kosten-Nutzen-Bewertung, die auch als Basis für Preis­verhand­lungen dienen soll, ist in den meisten anderen europäischen Ländern und vielen großen Pharmamärkten der Welt wie Australien, Kanada und Neuseeland längst einge­führt.

Patienten sollen nicht mehr als nötig bezahlen

Dass dies nun auch in Deutsch­land, dem dritt­größten Pharmamarkt der Welt, geschieht, soll dafür sorgen, dass nicht unnötig hohe Preise für Arznei­mittel bezahlt werden müssen, deren Nutzen nicht besser zu bewerten ist als der von schon lange auf dem Markt befindlichen Mitteln oder von Medikamenten, die bereits als kostengüns­tige Generika angeboten werden.

Was ist das IQWIG

Das Institut für Qualität und Wirt­schaftlich­keit im Gesund­heits­wesen (IQWiG) ist ein unabhängiges, wissenschaftliches Institut. Es soll vor allem den patientenrelevanten Nutzen von Arznei­mitteln und anderen präventiven, diagnostischen oder therapeutischen Maßnahmen bewerten. Das Institut arbeitet im Auftrag des Gesetz­gebers und darf nur Aufträge vom Gemein­samen Bundes­ausschusses (G-BA) oder vom Bundes­gesund­heits­ministerium (BMG) annehmen. Daneben kann es aber auch selbst Fragen von grund­legender Bedeutung für die gesetzliche Gesund­heits­versorgung – auch auf Vorschläge von Bürgerinnen und Bürgern – bearbeiten. Das IQWIG wird durch die Beiträge zur gesetzlichen Kranken­versicherung finanziert.

Frühe Nutzenbe­wertung: Nutzt das neue Mittel mehr?

Zusatz­nutzen. Seit 2011 hat das Institut zudem die Aufgabe fest­zustellen, ob ein für den deutschen Arznei­mittel­markt neu zugelassener Wirk­stoff oder eine Wirk­stoff­kombination gegen­über einer zweck­mäßigen Vergleichs­therapie einen Zusatz­nutzen aufweist („Frühe Nutzenbe­wertung“). Dieser Zusatz­nutzen muss sich in Effekten äußern, die für den Behandelten direkt erfahr­bar sind.

Beispiel. So genügt es nicht, wenn ein Prostatamittel das Organ mess­bar verkleinert. Für die Männer, die es einnehmen, müssen sich die Beschwerden tatsäch­lich spür­bar verringern, oder sie profitieren davon, dass das Medikament Komplikationen wie einen akuten Harn­verhalt oder Operationen verhindert, die infolge einer vergrößerten Prostata auftreten können.

Beur­teilung. Dieser Zusatz­nutzen kann als erheblich, beträcht­lich oder gering einge­stuft werden, in manchen Fällen ist das Ausmaß des Zusatz­nutzens nicht bestimm­bar. Die Beur­teilung berück­sichtigt zudem, wie sicher dieser Zusatz­nutzen belegt ist.

IQWIG-Gutachten Grund­lage für Preis­verhand­lungen

Auftrag­geber für solche Gutachten ist der Gemein­same Bundes­ausschuss (G-BA), das oberste Beschluss­gremium aus Vertretern der Ärzte, Zahn­ärzte, Psycho­therapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutsch­land. Das Gutachten über die neuen Mittel muss dem Auftrag­geber drei Monate nach der Zulassung vorgelegt werden. Es dient als Grund­lage für Verhand­lungen mit dem Hersteller über den Preis des Mittels. Die ausgehandelten Preise gelten dann für gesetzliche und private Kranken­versicherungen gleichermaßen.

So verwendet die Stiftung Warentest IQWIG-Bewertungen

Seit Mai 2013 sind frühe Nutzenbe­wertungen von Arznei­mitteln, die das IQWiG erstellt hat, in die Texte der Stiftung Warentest immer dann einge­bunden, wenn erstens ihr Anwendungs­gebiet in der Daten­bank besprochen wird und zweitens die Stiftung Warentest noch keine eigene Bewertung erstellt hat. Sie finden die Informationen jeweils unter „Neue Medikamente“.

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