Kinder­fahr­räder im Test Das güns­tigste Rad ist am sichersten

73
Kinder­fahr­räder im Test - Das güns­tigste Rad ist am sichersten
Praxis­test. Im Kinder­fahr­rad-Test erprobten auch Grund­schul­kinder die Fahr­räder. © ADAC / Ralph Wagner

Schad­stoffe, schwache Bremsen, Risse im Dauer­test: Einige Kinder­fahr­räder haben dicke Probleme. Wir fanden im Test aber auch sichere Räder – darunter das güns­tigste.

Kinder­fahr­räder im Test Testergebnisse für 12 Kinder­fahr­räder

Inhalt

Auf der Suche nach dem besten Kinder­fahr­rad hat die Stiftung Warentest diejenigen engagiert, die es am besten wissen müssen: rader­probte Grund­schul­kinder. Sie waren unsere Tester im Praxis­test. Alle zwölf geprüften 20-Zoll-Kinder­fahr­räder bestanden den Praxis­test mit guten Noten fürs Fahren.

Kinder­fahr­räder im Test Testergebnisse für 12 Kinder­fahr­räder

20-Zoll-Kinder­fahr­räder: Teuer heißt nicht gut

Doch fünf Kinder­fahr­räder kassieren im Test das Urteil Mangelhaft. Denn neben dem Praxis­test führten wir auch etliche Sicher­heits­prüfungen im Labor durch, darunter auch Tests der Bremsen, auf Halt­barkeit und auf Schad­stoffe. In diesen Unter­suchungen stellten wir Probleme fest: schwache Bremsen, Bauteile, die im Dauer­test kaputt gingen, problematische Substanzen in Sattelbezügen.

Unter den Schluss­lichtern des Tests sind auch teure Räder beliebter Marken. Dass es sicherer geht, beweisen die drei guten Kinder­fahr­räder im Test. Unter ihnen ist auch das güns­tigste Fahr­rad.

Tipp: Zur sicheren Fahrt gehört ein Helm: Gute Modelle finden Sie in unserem Kinderfahrradhelm-Test.

Das bietet der Kinder­fahr­rad-Test der Stiftung Warentest

  • Test­ergeb­nisse. Die Tabelle zeigt unsere Bewertungen für zwölf 20-Zoll-Kinder­fahr­räder. Darunter sind Modelle häufig gekaufter Marken wie Puky, Cube und Woom von 270 bis 575 Euro. Der Vergleich lohnt sich, denn die Spanne reicht vom guten Testsieger bis zu einigen mangelhaften Modellen.
  • Kauf­beratung. Wir erläutern, wie Sie das beste Fahr­rad für Ihr Kind finden, welche Ausstattung wichtig ist und welche weniger. Außerdem fassen die Fachleute der Stiftung Warentest zusammen, worauf Sie beim Gebraucht­kauf von einem Kinder­rad achten sollten.
  • Heft­artikel als PDF. Wenn Sie den Kinder­fahr­rad-Test frei­schalten, können Sie das PDF des Testbe­richts aus test 6/2022 herunter­laden.

Kinder­fahr­rad-Vergleich: Zwölf Modelle im Test

Bei den Test­kandidaten handelt es sich um 20-Zoll-Kinder­fahr­räder für 270 bis 575 Euro. Die geprüften Fahr­räder sind mit Ketten- oder Naben­schaltung, mit zwei Hand­bremsen oder Vorder- und Rück­tritt­bremse ausgestattet. Unter den zwölf Modellen sind auch einige mit tief geschwungenem Rahmen – umgangs­sprach­lich oft als Mädchenfahr­rad bezeichnet.

Tipp: Schon vor dem Frei­schalten unserer Test­daten­bank können Sie sich ansehen, welche Kinderfahrräder getestet wurden.

Leichtes Kinder­fahr­rad, schwerwiegende Probleme

Mit bis zu 15 Kilogramm wiegen die Kinder­fahr­räder im Test so viel wie manches Fahr­rad für Erwachsene. Zarten Kindern kann es schwerfallen, dieses Gewicht anzu­heben und mit den Rädern anzu­fahren, selbst Erwachsene können beim Schleppen ins Schwitzen kommen. Nur ein teures Rad ist wirk­lich leicht und sehr kindgerecht gebaut. Testsieger wurde es jedoch nicht: Wegen eines gravierenden Problems in der HSicherheit schneidet es insgesamt mit Mangelhaft ab.

Tipp: Die Kinder­fahr­räder kosten bis zu 575 Euro. Unser Fahrradschloss-Test zeigt, mit welchen der 60 geprüften Schlösser das Fahr­rad an Schulhof und Sport­platz diebstahlsicher parkt.

Kinder­räder: Die optimale Größe finden

Bei den Test­kandidaten handelt es sich um 20-Zoll-Kinder­fahr­räder – in der Regel eignen sie sich für Grund­schul­kinder. Die Größe von Kinder­fahr­rädern wird meist in Zoll angegeben. Diese Größe entspricht dem Durch­messer der Räder.

Größe des Kinder­fahr­rads

Alter des Kindes

Nutzung

Laufräder

Etwa 2 bis 4 Jahre

Noch kein Fahr­rad. Laufräder können Kinder aber spielerisch aufs Radfahren vorbereiten. Sie sollten erst genutzt werden, wenn die Kleinen sicher die Balance halten und laufen können. Die Stiftung Warentest hat solche Kinderlaufräder getestet.

12-Zoll-Kinder­fahr­rad

Etwa 2 bis 3 Jahre

Spielzeug für motorisch fitte Klein­kinder, die schon ganz früh aufs Fahr­rad steigen. Die meisten Kinder sind in diesem Alter jedoch noch mit einem Laufrad unterwegs.

14-Zoll-, 16-Zoll- oder 18-Zoll-Kinder­fahr­rad

Etwa 4 bis 6 Jahre

Für viele Kinder ab vier Jahre das erste Fahr­rad. Nicht für den Straßenverkehr gedacht, sie werden oft mit abnehm­baren Stützrädern verkauft.

20-Zoll-Kinder­fahr­rad

Etwa 6 bis 10 Jahre

Das erste Fahr­rad, mit dem Grund­schul­kinder auch am Straßenverkehr teilnehmen. Entsprechend sind sie meist mit der notwendigen Sicher­heits­ausstattung versehen. Räder mit dieser Reifengröße hat die Stiftung Warentest im Kinderfahrrad-Test geprüft.

24-Zoll-Jugend­fahr­rad

Etwa 8 bis 12 Jahre

Diese Größe gilt meist schon als Jugend­fahr­rad. In der Ausstattung ähneln solche Fahr­räder denen für Erwachsene. Oft ist die Form des Rahmens aber etwas angepasst, sodass Kinder damit besser zurecht­kommen.

Ob ein Rad tatsäch­lich passt oder nicht, hängt aber vor allem von der nied­rigsten einstell­baren Sattelhöhe ab. Und damit auch davon, ob ein Kind eher groß oder klein ist. Für durch­schnitt­lich große Kinder ergab sich bei den 20-Zoll-Fahrrädern im Test ein Einstiegsalter von sechs bis acht Jahren.

Kinder­fahr­räder im Test Testergebnisse für 12 Kinder­fahr­räder

73

Mehr zum Thema

  • Fahr­radkauf, Zubehör, Reparaturen Das empfiehlt die Stiftung Warentest

    - Rauf auf’s Rad! Wir sagen, worauf Sie beim Fahr­radkauf achten müssen oder wie Sie Ihr Rad wieder flott machen. Außerdem alles zu Zubehör, Verkehrs­regeln und Radreisen.

  • Fahr­rad Das große Technik-Special

    - Räder, Rahmen, Sattel, Lenker, Kurbel – fertig ist das Fahr­rad? Nicht ganz. Die Stiftung Warentest sagt, was bei der Technik für Fahr­rad und E-Bike wichtig ist.

  • Fahr­rad und E-Bike im Winter Sicher Radeln bei Eis und Schnee

    - In den Wintermonaten Fahr­rad zu fahren, kann Spaß machen und sicher sein – wenn Reifen und Fahr­weise der Jahres­zeit angepasst sind. Wir sagen, worauf es ankommt.

73 Kommentare Diskutieren Sie mit

Nur registrierte Nutzer können Kommentare verfassen. Bitte melden Sie sich an. Individuelle Fragen richten Sie bitte an den Leserservice.

Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 31.05.2022 um 14:05 Uhr
Frogbike

@Niko23: Wir haben uns die Marktanteile der in diesem Segment stärksten Marken sowohl nach der Verkaufsmenge als auch nach realisierten Verkaufswerten angesehen und danach eine Auswahl getroffen. Damit möchten wir eine möglichst breite Verbraucherschicht ansprechen. Mit den uns zur Verfügung stehenden Kapazitäten war es leider nicht möglich, mehr Produkte im Test zu berücksichtigen. Ihre Kritik zu der Kommentarlänge geben wir gerne an die entsprechende Abteilung weiter.

Niko23 am 30.05.2022 um 18:09 Uhr
Leider kein Frogbike im Erlaubter Text zu wenig.

Erneut ärgere ich mich, daß ihr keine leichten ! Räder der Firma FrogBike hier testet.
Sehr Schade!
Ich habe bereits mehrere dieses engl. Herstellers gekauft und kann sie nur allen empfehlen, besonders wegen des sehr geringen Gewichtes, der kindgerechten Bauart und des günstigen Preises.
Sie sind ähnlich gut und leicht, dabei aber deutlich preiswerter, als die von euch getesteten Woom Bikes, die leider hier mit einer Pedale Pech hatten. Trotzdem sind sie doch eigentlich recht gut für den Preis, wie man ja an den vergleichsweise sehr vielen Pluspunkten sehen kann!
Ich muss schon trixen, wenn ich meinen begründeten Kommentar hier unterbringen will! Seid ihr so knapp mit Speicherplatz? Etwas mehr wäre sicher besser!
Frdl. Grüße!

Niko23 am 30.05.2022 um 17:49 Uhr
Fehlbewertung! Nabenschaltung viel praktischer!

Eure positive Bewertung der Kettenschaltung bei Kinderrädern und die Begründung ist nach meiner Erfahrung eindeutig falsch:
1.: bei "häufigen Anstiegen" ist natürlich ebenfalls eine Nabenschaltung, (und nicht die Kettenschaltung) viel einfacher zu bedienen. Vor allem, wenn man am Berge zu spät runterschaltet, ist man mit Kettenschaltung aufgeschmissen und muß dann ggf. sogar absteigen.
- Nicht so mit einer Nabenschaltung.
- Also wo ist nun hier der vermeintliche Vorteil am Hang?
2.: Auch dauert der Schaltvorgang, besonders bei billiger Standart-Kettenschaltung viel länger, (In Pedalweg gemessen) als bei Nabenschaltung. Dabei darf kein Zug auf der Kette sein, was zu Tempoverlust führt.
- Weiterer Vorteil für Nabenschaltung!
3.: In der Stadt gibt häufig rote Ampeln/ Hindernisse, da muß Kind abbremsen und schon vorher runterschalten, sonst kommt es bei Grün nicht mehr in Gang: falscher Gang!
Im Stehen Schalten oder wenn man sehr langsam fährt, geht nicht.
-Bei Nabenschaltung geht das!

Niko23 am 30.05.2022 um 17:34 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.

Profilbild Stiftung_Warentest am 23.05.2022 um 12:20 Uhr
Schadstoffbewertung PAK & Phthalate

@allgemeiner: Die Bewertung von Schadstoffgehalten der von uns getesteten Produkte orientiert sich an mehreren Sachverhalten, wie rechtlichen Regelungen und/oder normativen Vorgaben, nach der Gefährlichkeit des Stoffs, dem Risiko für den Nutzer und den Menschen in der Umgebung, dem Entsorgungsverhalten und der Vermeidbarkeit. Für die Bewertung sollte also nach Möglichkeit abgeschätzt werden, welche Mengen eines Stoffes bei einer zwar intensiven, aber realistischen Nutzung des Produkts (realistic worst case) vom Nutzer aufgenommen werden, und welche gesundheitlichen Wirkungen diese aufgenommene Menge haben kann. Eine Differenzierung des Risikos für verschiedene Gruppen der Bevölkerung (Kinder, Alte, Schwangere) kann ergänzend betrachtet werden. Unter dem Aspekt des vorsorgenden Gesundheitsschutzes ist es sinnvoll, auch kleine Risiken zu verringern, wenn es technisch machbar ist. Liegen keine rechtlichen oder normativen Vorgaben für die zu bewertende Produktgruppe vor, so werden vielfach hilfsweise Regelungen für andere Produkte als Maßstab verwendet, die einen Sinnzusammenhang haben. Oft liegen auch Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) vor, wonach wir uns ebenfalls orientieren.