Kfz-Versicherung kündigen: So gehts

Wer unfall­frei bleibt, erreicht gegen­über dem Vorjahr oft eine güns­tigere Schadenfrei­heits­klasse. Das führt zu einer nied­rigeren Rechnung. Warum also die Kfz-Versicherung wechseln? Ganz einfach: Trotz geringerer Rechnung kann Ihr Versicherer den Beitrag ange­hoben haben. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Rechnung prüfen können, den Kfz-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest nutzen und einfach Ihren Versicherer wechseln.

Schritt 1: Rechnung prüfen

Bei einer Beitrags­anhebung steht Versicherungs­kunden ein Sonderkündigungs­recht zu. Und so paradox es klingt: Eine Beitrags­erhöhung und damit ein Sonderkündigungs­recht kann aufgrund einer güns­tigeren Schadenfrei­heits­klasse sogar dann vorliegen, wenn die vom Versicherer geforderte Prämie im kommenden Jahr geringer ist als im laufenden Jahr. Deswegen sollten Versicherungs­kunden ihre Rechnung prüfen. Das geht auf zwei Wegen:

Rechnung prüfen anhand des Vergleichs­beitrags. Viele Kfz-Versicherungen geben den aussagekräftigen Wert in der Rechnung an: die Summe, die der Kunde im Vorjahr gezahlt hätte, wenn seine neue Schadenfrei­heits­klasse schon damals gegolten hätte. Liegt der neue Beitrag über dem Vergleichs­wert, ist die Kfz-Versicherung teurer geworden.

Selber rechnen. Einige Unternehmen verstecken den Vergleichs­beitrag im Kleinge­druckten, andere nennen ihn gar nicht. Dann muss der Kunde selber rechnen und den Grund­beitrag bestimmen, der bei 100 Prozent Beitrags­satz fällig wäre. Das geht so: Preis mal 100 geteilt durch Rabatt­satz.

Beispiel: Der Kunde mit 55 Prozent Beitrags­satz und 400 Euro Jahres­beitrag rechnet: 400 mal 100 geteilt durch 55. Das ergibt 727 Euro Grund­beitrag. Im Vorjahr betrug er 700 Euro (420 mal 100 geteilt durch 60). Damit ist klar: Die Kfz-Versicherung hat den Grund­preis erhöht. Ohne die Erhöhung müsste der Kunde weniger Jahres­beitrag zahlen, als der Versicherer jetzt verlangt – nur 385 Euro.

Unser Tipp: Die Rechnerei ist dann wichtig, wenn die Kfz-Versicherung Ihnen den neuen Beitrag erst spät mitteilt. Einige verschi­cken die Rechnung erst im Dezember. Dann hätten Sie den Kündigungs­termin verpasst. In den meisten Verträgen endet das Versicherungs­jahr am 31. Dezember, die Kündigung muss also spätestens am 30. November beim Versi­cherer sein. Nach einer Preis­erhöhung gilt diese Frist aber nicht. Sie haben dann ein außer­ordentliches Kündigungs­recht – einen Monat lang ab Zugang der Rechnung.

Schritt 2: Leistungen fest­legen

Die Kündigung ist auch die Gelegenheit, den Schutz zu prüfen. Der Schutz der Kfz-Versicherung sollte folgende Leistungen bieten:

Haft­pflicht. Die Deckungs­summe sollte mindestens 50 Millionen Euro, besser 100 Millionen Euro, betragen.

Kasko. Keine Kürzung bei grober Fahr­lässig­keit. Sonst darf die Kfz-Versicherung die Zahlung kürzen, etwa wenn es gekracht hat, weil der Kunde eine rote Ampel über­fuhr.

Wild­unfall. Die Teilkasko soll nicht nur bei Haarwild leisten, sondern bei allen Tieren.

Marder. Die Teilkasko sollte Biss­schäden versichern und vor allem die Folgeschäden mit mindestens 3 000 Euro.

Viele Kunden, die schon seit Jahren in ihrem alten Versicherungs­vertrag sind, haben noch einen „Ra­batt­retter“ als Gratis-Extra. Das heißt: Ihr Schadenfrei­heits­rabatt wird nicht zurückge­stuft, wenn sie einen Unfall bauen. In neuen Verträgen gibt es das kaum noch. Statt­dessen bieten sie einen Rabatt­schutz. Der jedoch kostet Aufpreis.

Schritt 3: Preise vergleichen

Letzt­lich hängt der Preis einer Kfz-Versicherung stark von vielen individuellen Merkmalen ab wie Alter, Beruf oder Jahres­kilometer. Mit dem Kfz-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest finden Sie güns­tige Tarife. Zusätzlich können Sie sparen, wenn Sie die Rechnung nur einmal jähr­lich zahlen. Das bringt oft 5 Prozent gegen­über vierteljähr­licher Zahl­weise und 3 Prozent gegen­über halb­jähr­licher. Sparen kann es auch, das Geld nicht zu über­weisen, sondern abbuchen zu lassen.

Schritt 4: Vertrag kündigen

Für die Kündigung des alten Vertrags reicht ein formloses Schreiben: „Hier­mit kündige ich meine Kfz-Versicherung.“ Nicht vergessen: Datum, Unter­schrift, Vertrags­nummer, Kenn­zeichen und das Vertrags­ende zum 31. Dezember. Bitten Sie um eine Be­stäti­gung. Wer sicher­gehen will, verschickt den Brief per Einschreiben. In wenigen Policen ist nicht der 31. Dezember das Ende des Versicherungs­jahrs. Sie legen den Termin taggenau ein Jahr nach Vertrag­schluss. Dann endet die Kün­digungs­frist einen Monat vor diesem Tag.

Aufgepasst: Ihr Wunsch­versicherer ist nicht verpflichtet, Sie in der Kasko­versicherung aufzunehmen. Anders ist es, wenn es um den Abschluss einer Kfz-Haft­pflicht­versicherung geht. Dort gilt Annahme­zwang. Die Versicherer müssen jeden Kunden mindestens zum gesetzlichen Mindest­schutz annehmen. Anders in der Kfz-Teilkasko und in der Voll­kasko: Da kann es passieren, dass sie sehr teure Autos oder Pkw mit hohen Typklassen ablehnen. Diese Kunden sollten zunächst eine neue In der Kfz-Haft­pflicht gilt Annahme­zwang. Die Versicherer müssen jeden Kunden mindestens zum gesetzlichen Mindest­schutz annehmen. Anders in der Kasko: Da kann es passieren, dass sie sehr teure Autos oder Pkw mit hohen Typklassen ablehnen. Diese Kunden sollten zunächst eine neue Kfz-Versicherung finden und danach die alte kündigen.

Schritt 5: Neuen Vertrag abschließen

Danach ist es Zeit, einen neuen Vertrag abzu­schließen. Besonders einfach geht das im Internet. Da nennen die Versicherer gleich den Preis. Die Police erhält der Kunde auf dem Postweg.

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AnalyseKfz-Versicherungs­vergleich05.12.2019
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