Kfz-Versicherung Special

Jedes Auto braucht eine Kfz-Haft­pflicht­versicherung, sonst gibt es keine Zulassung. Die Haft­pflicht zahlt bei einem selbst verschuldeten Unfall aber nur die Schäden des anderen. Für den Ersatz der Schäden am eigenen Auto braucht es zusätzlich eine Kasko­versicherung. Doch welche Leistungen der Kfz-Versicherung sind wichtig? Hier finden Sie alle Antworten: Was ist in der Teilkasko wichtig, was in der Voll­kasko? Was bringen die Schadenfrei­heits­klassen? Wie lässt sich bei der Auto­versicherung Geld sparen?

Auto­versicherung – Das Wichtigste in Kürze

Auto­versicherung –kurz und knapp

Haft­plicht und Kasko. Die Kfz-Haft­pflicht­versicherung ist Pflicht. Teil- und Voll­kasko sind freiwil­lig. Bei alten Pkw von geringem Wert reicht die Kfz-Haft­pflicht. Bei teureren Autos ist zumindest eine Teilkasko sinn­voll, für Neuwagen und teure Gebrauchte eine Voll­kasko. Viele Fragen zur Kfz-Versicherung beant­wortet kurz und knapp unser FAQ Autoversicherung. Alle ausführ­lichen Infos finden Sie hier.

Einfach wechseln, viel sparen. Der Preis einer Police hängt stark von individuellen Merkmalen wie Alter, Beruf, Wohn­ort und dem Wagen ab. Vor allem kommt es auf den Versicherer und den Tarif an. Unser Kfz-Versicherungsvergleich ermittelt preisgüns­tige Policen, die zu Ihrem individuellen Bedarf passen. Wie Sie richtig kündigen, steht weiter unten.

Schadenfrei­heits­klassen. Für jedes unfall­freie Jahr kommt der Kunde in eine bessere Schadens­frei­heits­klasse (SF). Das verbilligt den Beitrag. Wer hingegen einen Unfall verursacht, rutscht in eine teurere SF-Klasse. Was das kosten kann, steht im Special So langen Versicherer zu. Manchmal lohnt es sich, einen kleinen Unfall selber zu bezahlen, um die güns­tige SF-Klasse zu behalten. Unser kostenloser Rechner Autoversicherung zeigt Ihnen, ab welcher Schadenhöhe das vernünftig ist.

Wichtige Leistungen. Viele wichtige Leistungen der Kfz-Versicherung sind nicht auto­matisch enthalten. Wichtig ist eine möglichst hohe Deckungs­summe sowie in Kasko eine Klausel, dass die Versicherung auch bei grober Fahr­lässig­keit voll zahlt.

Sparen. Bei der Auto­versicherung können Sie viele Geld sparen – zum Beispiel mit jähr­licher statt halb­jähr­licher Zahlung, mit einer Selbst­beteiligung in vernünftiger Höhe, mit Werk­statt­bindung und vielen anderen Rabatten wie zum Beispiel fürs Parken in einer Garage. Mehr dazu steht weiter unten.

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Kfz-Haft­pflicht, Teilkasko, Voll­kasko

Das Wichtigste ist die Kfz-Haft­pflicht­versicherung. Sie ist gesetzlich vorgeschrieben. Deshalb müssen die Versicherer jeden Kunden annehmen – zumindest zu den gesetzlichen Bedingungen und Mindest­summen. Ablehnen dürfen sie Kunden nur in Ausnahme­fällen, etwa wenn jemand früher den Beitrag nicht bezahlt hat, wenn der Versicherer nur ausgewählte Berufs­gruppen wie etwa Beamte versichert oder wenn er sein Geschäfts­gebiet nur in einer bestimmten Region hat und der Kunde woanders wohnt. Verursacht der Fahrer einen Unfall, deckt die Kfz-Haft­pflicht­police die Schäden, die der andere Verkehrs­teilnehmer erleidet – egal, ob das ein Fußgänger, ein Auto­fahrer oder ein Fahr­radfahrer ist. Für die Reparatur des eigenen Autos kommt die Kfz-Haft­pflicht nicht auf. Rund 20 Prozent der Pkw in Deutsch­land sind nur mit einer Kfz-Haft­pflicht­versicherung unterwegs. Meist sind es ältere Autos von geringem Wert.

Tipp: Die für Sie individuell beste Auto­versicherung ermittelt Ihnen der Kfz-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest.

Teilkasko – bei Glasbruch und Unwetter

Weitere 30 Prozent der Auto­besitzer nehmen zusätzlich eine Teilkaskopolice. Das kostet im Schnitt rund 90 Euro Aufpreis zusätzlich zur Kfz-Haft­pflicht­versicherung. Die Teilkasko zahlt bei Diebstahl – wenn das Auto gestohlen wird oder nur einzelne Teile davon, ebenso bei Einbruch. Außerdem greift sie bei Glasbruch, zum Beispiel wenn ein Riss die Front­scheibe unbrauch­bar macht.

Darüber hinaus ersetzt sie Schäden durch Unwetter: Sturm, Hagel, Über­schwemmung, Blitz­schlag. Bei Sturm­schäden gilt aber, dass die Versicherung erst ab Wind­stärke 8 greift. Mitversichert sind ebenfalls Schäden durch Brand und Explosion, ebenso Kurz­schluss­schäden an der Verkabelung. Hinzu kommen Wild­unfälle und Marderbisse, in einigen Tarifen auch die Folgen von Schnee- und Dachlawinen. Es geht also vor allem um Schäden, die der Fahrer durch seine Fahr­weise nicht beein­flussen kann. Daher gibt es in der Teilkasko keine Schadenfrei­heits­klassen und somit keine Preis­nach­lässe nach unfall­freien Jahren – aber bei Schäden auch keine Rück­stufung.

Teilkasko – Marderbiss und Wild­unfälle

Viele Tarife versichern nur die direkten Schäden durch Marderbisse. Ein durch­gebissenes Kabel zu ersetzen, ist aber meist nicht wirk­lich teuer. Viel schlimmer sind die Folgeschäden: Ein defekter Kühl­schlauch kann einen kapitalen Motorschaden auslösen. Deshalb sollten Kunden beim Abschluss der Kfz-Versicherung darauf achten, dass auch die Folgeschäden mitversichert sind.

Eine ähnliche Falle lauert bei Wild­unfällen: Viele Versicherer begrenzen dies im Klein­gedruckten auf Haarwild. Dann sind Unfälle mit Fasanen, einem entlaufenen Hund oder einer ausgebüxten Kuh nicht mitversichert. Besser ist es, wenn in den Versicherungs­bedingungen „alle Tiere“ steht oder zumindest „alle Wirbeltiere“.

Tipp: Beim Preis für die Teilkasko können Kunden sparen, indem sie eine Selbst­beteiligung abschließen. Wir empfehlen einen Betrag von 150 Euro. Noch höhere Selbst­behalte senken den Preis für die Police nur wenig.

Voll­kasko – sinn­voll für teure Pkw

In der Voll­kasko ist die Teilkasko auto­matisch enthalten – ergänzt um den Schutz bei selbst verschuldeten Unfällen: Wer einen Unfall baut, bekommt von der Voll­kasko die Reparatur des eigenen Wagens bezahlt. Darüber hinaus greift sie bei Vandalismus, zum Beispiel wenn Unbe­kannte den Lack zerkratzen oder die Antenne abbrechen. Die Voll­kasko greift auch, wenn der Kunde unver­schuldet einen Unfall hatte und der Verursacher Unfall­flucht begeht. Außerdem kann sie bei Unfällen im Ausland Nerven sparen, falls es Streit mit der ausländischen Versicherung gibt (weitere Details im Special Unfall im Ausland).

Betroffene können dann zunächst ihre Voll­kasko in Anspruch nehmen. Dann wird der Rabatt zwar zurück­gestuft, aber wenn später die gegnerische Versicherung zahlt, macht der heimische Versicherer dies rück­gängig. Die Voll­kasko kostet im Schnitt etwa 325 Euro pro Jahr. Sie ist ratsam für teure Autos. Die meisten voll­kasko­versicherten Pkw sind 15 000 Euro und mehr wert. Wir halten einen Selbst­behalt von 300 Euro für sinn­voll.

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Schadenfrei­heits­klassen – viel Geld sparen

Wichtig sind in der Auto­versicherung die Schadenfrei­heits­klassen. Wer unfall­frei bleibt, rutscht jedes Jahr in eine güns­tigere SF-Klasse. Dann fällt die Rechnung nied­riger aus. Die Versicherer ordnen jeder Klasse einen Prozent­satz zu. Das ist der Anteil der Grund­prämie, den der Kunde tatsäch­lich zahlt. So wird man zum Beispiel nach 15 unfall­freien Jahren meist in die SF 15 einge­stuft. Das entspricht bei vielen Versicherern einem Beitrags­satz von 30 Prozent. Der Kunde zahlt also nur ein Viertel der Grund­prämie. In der Praxis wirkt sich das aus als Rabatt für bestimmte Alters­stufen: Vor allem ältere Fahrer sind in den güns­tigen SF-Klassen. Welche Klassen und welche Prozentsätze gelten, ist je nach Tarif unterschiedlich. Jeder Versicherer darf dies für sich selber fest­legen. Viele Fragen dazu, zum Beispiel die Über­tragung des Schadenfrei­heits­rabatts auf Verwandte oder auf ein neues Zweitfahr­zeug, beant­wortet unser FAQ Autoversicherung.

Tipp: Wird die Police nach einer Rück­stufung sehr viel teurer, kann es sich besonders lohnen, zum Jahres­ende den Kfz-Versicherer zu wechseln. Güns­tige Policen nennt Ihnen der Kfz-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest.

Rück­stufung nach dem Unfall

Wer einen Unfall verursacht, wird zurück­gestuft – oft um mehrere Stufen. Der SF-Rabatt verschlechtert sich dann deutlich. Der Beitrag wird nicht nur im Folge­jahr teurer, sondern auch in den Jahren danach. Insgesamt kann das je nach Tarif mehrere tausend Euro ausmachen. Oft sind es gerade die besonders preisgüns­tigen Tarife, die nach einem Unfall besonders drastisch zurück­stufen (Details im Special So langen Versicherer zu). Die Rück­stufung gibt es aber nur in der Kfz-Haft­pflicht und in der Voll­kasko – nicht in der Teilkasko. Sie kennt keine SF-Klassen, denn sie versichert in erster Linie Schäden, die der Kunde durch seine Fahr­weise gar nicht beein­flussen kann.

Tipp: Wenn Sie einen Auto­unfall verursacht haben, können Sie kostenlos unseren Rechner Autoversicherung nutzen. Damit können Sie schnell heraus­finden, ob Sie nach einem Crash einen Schaden besser selbst zahlen sollten und damit eine unwirt­schaftlichere Rück­stufung vermeiden. Wichtig ist nach einem Unfall auch, sich nicht blind auf die Regulierungs­praxis der Kfz-Versicherung zu verlassen. Wie manche Gesell­schaften bei der Schaden­regulierung tricksen, beleuchten wir in unserem Special Schadensabwicklung nach Autounfall.

Unfall­opfer haben Anrecht auf kostenlosen Anwalt und Gutachter

Wer unver­schuldet in einen Unfall verwickelt wurde, kann sich auf Kosten des Unfall­ver­ursachers einen Rechts­anwalt nehmen, egal wie teuer der Schaden ist. Das Unfall­opfer darf sich auch einen eigenen Sach­verständigen nehmen. Hier gilt aber eine Bagatell­grenze: In der Regel muss der Schaden über etwa 1 000 Euro liegen. Mehr dazu steht in unserem Special Eigener Gutachter bei Schadenregulierung.

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Diese Leistungen der Kfz-Versicherung sind wichtig

Der Umfang einer Kfz-Versicherung kann je nach Anbieter und Tarif unterschiedlich sein. Was sie kosten, können Sie mit dem Kfz-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest heraus­finden, indem sie dort die verschiedenen Leistungen zu- oder abwählen. Hier in aller Kürze die wichtigsten Leistungen der Auto­versicherung und unsere Tipps dazu:

Deckungs­summe. Dies ist in der Kfz-Haft­pflicht­versicherung wichtig. Für wenig Aufpreis bietet sie höhere Deckungs­summen als die gesetzlich vorgeschriebenen. Wählen Sie 50 Millionen Euro, besser noch 100 Millionen Euro. So hohe Schäden sind zwar selten, kommen aber mitunter vor.

Mietwagen. Auch dies ist ein Zusatz in der Kfz-Haft­pflicht. Bei Mietwagen im Ausland sind die gesetzlichen Deckungs­summen in einigen Urlaubs­ländern nied­rig. Mit diesem Zusatz erhöht die eigene Haft­pflicht­versicherung die Deckung für den geliehenen Wagen. Mehr dazu in den Specials Mietwagen im Ausland und Kein Ärger mit dem Mietwagen.

Auslands­schaden­schutz. Ebenfalls ein Zusatz in der Kfz-Haft­pflicht. Wird der Kunde im Ausland ohne Schuld in einen Unfall verwickelt, reguliert der eigene Haft­pflicht­versicherer den Schaden mit der ausländischen Gesell­schaft. Das spart Nerven.

Grobe Fahr­lässig­keit. In Teil- und Voll­kasko ist diese Klausel wichtig:Wenn der Fahrer grob fahr­lässig zum Schaden beigetragen hat, dürfen Teil- und Voll­kasko­versicherung ihre Entschädigung kürzen oder komplett streichen. Viele Tarife bieten als Extra den „Verzicht auf den Einwand der groben Fahr­lässig­keit“ an. Dann zahlen sie auch, wenn es gekracht hat, weil der Kunde zum Beispiel eine rote Ampel über­fahren hat.

Neuwert­entschädigung. In Teil- und Voll­kasko sollten Kunden auf diese Klausel achten: Gerade neue Autos verlieren schnell an Wert, oft schon Wochen nach dem Kauf. Passiert dann ein Unfall, gibt es entsprechend wenig von der Teil- oder Voll­kasko­versicherung. Deshalb sollte der Vertrag eine Entschädigung zum Neuwert vorsehen. Die Frist sollte mindestens zwölf Monate betragen. Ähnliches gibt es auch für Gebraucht­wagen. Dann ersetzt der Versicherer den Kauf­preis.

Folgeschäden. Einfache Teilkaskotarife versichern oft nur den direkten Schaden, beispiels­weise den Ersatz eines von Mardern durch­gebissenen Schlauchs. Viel teurer sind Folgeschäden. Oft bemerkt der Fahrer den undichten Kühlerschlauch zunächst gar nicht. Das kann zu einem Motordefekt führen. Folgeschäden sollten mitversichert sein.

Wild. Viele Teilkaskotarife zahlen bei Wild­unfällen nur, wenn es Haarwild war – zum Beispiel Hirsche, Rehe, Wild­schweine. Unfälle mit einer ausgebüxten Kuh oder einem entlaufenen Hund zählen nicht dazu. Besser ist es, wenn im Vertrag „alle Tiere“ steht. Wie Sie sich bei einem Wild­unfall am besten verhalten, steht im Special Wildunfälle.

Rück­kauf. Mit der Vertrags­klausel „Schadenrück­kauf“ hat der Kunde sechs, oft auch zwölf Monate Zeit, einen Schaden aus eigener Tasche zu bezahlen – auch wenn der Versicherer bereits reguliert hat. Dann wird der Schadenfrei­heits­rabatt nicht zurück­gestuft.

Fahrer­schutz. Dies ist ein eigen­ständiger Zusatz zur Auto­versicherung. Gibt es bei einem Auto­unfall Verletzte, zahlt die Kfz-Haft­pflicht­versicherung des Verursachers. Sie leistet zum Beispiel Schmerzens­geld und Verdienst­ausfall. Doch die Haft­pflicht trägt nur die Kosten für die Unfall­opfer – nicht die des Unfall­ver­ursachers, der am Steuer saß. Er selbst bekommt nichts. In diesem Fall hilft eine Fahrer­schutz­police. Mehr dazu steht im Special Fahrerschutz.

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So können Sie in der Kfz-Versicherung sparen

Eines vorweg: Richtig viel sparen können Sie in aller Regel durch einen Anbieter­wechsel. Güns­tige und gute Policen nennt Ihnen der Kfz-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest. Aber auch ohne einen Wechsel gibt es eine ganze Reihe von Spar­möglich­keiten:

Selbst­beteiligung. In der Kasko halten wir eine Selbst­beteiligung für sinn­voll. Dann muss der Kunde den Schaden bis zu dieser Summe aus eigener Tasche bezahlen. In der Teilkasko empfehlen wir 150 Euro Selbst­behalt, in der Voll­kasko 300 Euro (inklusive 150 Euro in Teilkasko). Höhere Beträge bringen kaum Beitrags­vorteil. Ersparnis: Für die 150 Euro Selbst­beteiligung meist 10 bis 30 Prozent, für die 300 Euro bis 35 Prozent.

Zahlungs­termin. Statt viertel- oder halb­jähr­liche Raten zu zahlen, ist es wirt­schaftlicher, die gesamte Jahres­rech­nung auf einmal zu über­weisen. Ersparnis: 5 bis 11 Prozent.

Jahres­kilometer. Die Kilo­meter, die man voraus­sicht­lich fährt, möglichst genau zu schätzen, lohnt sich. Sind gegen Jahres­ende zu viele Kilo­meter auf dem Tacho, ist es möglich, sie nach­zumelden. Ersparnis: Bei 15 000 km statt 20 000 km im Schnitt 10 bis 15 Prozent. Mehr gefahrene Kilo­meter sollte man tatsäch­lich nach­melden. Einige Versicherer berechnen dann die zu wenig gezahlte Prämie nach. Viele Versicherer fragen alle paar Jahre den Kilo­meter­stand nach. Was passiert, wenn Sie bei den Kilo­meter­angaben schummeln, steht im Special Was passiert, wenn Sie schummeln.

Fahrer­kreis. Wenn nur der Auto­halter selbst sowie der Partner den Wagen fahren, ist das deutlich billiger als ein unbe­grenzter Fahrer­kreis. Dann dürfen aber nur diese beiden Personen ans Steuer. Fährt jemand anderes, erlischt nicht der Versi­che­rungs­schutz. Vielmehr darf der Versicherer dann ­einen Beitrags­nach­schlag fordern. Einige nehmen zusätzlich eine Strafe, zum Beispiel ­einen halben oder ganzen Jahres­beitrag. Ersparnis: Oft rund 30 bis 40 Prozent gegen­über unbe­grenztem Fahrer­kreis. Soll trotz des begrenzten Fahrer­kreises ausnahms­weise doch mal jemand anders ans Steuer dürfen, erlauben viele Versicherer das ohne Aufpreis. Dies muss der Kunde aber vorher anmelden. Mehr dazu steht im Special Wenn der Fahrer nicht eingetragen ist.

Werk­statt­bindung. Bei Tarifen mit Werk­statt­bindung verpflichtet der Kunde sich, nach Unfällen nur eine der Werk­stätten anzu­fahren, die der Versicherer empfiehlt. Viele Anbieter haben ein dichtes Netz an Part­nerbetrieben, die ihnen güns­tige Preise bieten. Werk­statt­tarife gibt es nur in Kas­kopolicen. Bei üblichen Reparaturen oder nach einem unver­schuldeten Unfall – den ­reguliert der gegnerische Versicherer – darf sich der Kunde die Werk­statt aussuchen. Ersparnis: In der Regel bis zu 13 Prozent.

Telematik. Bei diesen Spezial­tarifen misst ein kleines ­Gerät das Fahr­verhalten. Es wird fest einge­baut oder in den Ziga­retten­anzünder gesteckt. Einige Versicherer arbeiten statt­dessen mit Apps, die man aufs Handy lädt. Sie re­gistrieren Voll­bremsungen, Kavalier­starts, schnelle Kurven, zu hohes Tempo und mehr. Vorsichtige Fahrer erhalten Rabatt. Einige Telematik­tarife sind aber selbst beim höchsten Rabatt teurer als güns­tige Normal­tarife anderer Anbieter. Ein Tipp kann Telematik aber für Fahr­anfänger sein. Ersparnis: Oft 10 bis 30 Prozent gegen­über dem Normal­tarif desselben Versicherers. Mehr zu Telematik­tarifen im Special Telematik in der Autoversicherung.

Berufs­rabatt. Einige Versicherer geben bestimmten Berufs­gruppen Rabatt, vor allem Beamten und Angestellten im öffent­lichen Dienst, aber auch Mitarbeitern von Firmen, die dem gleich­gestellt sind, zum Beispiel Stiftungen. Ersparnis: Meist 3 bis 15 Prozent.

Garage. Wer in einer Garage parkt statt am Straßenrand, sollte dies angeben. Das Auto muss nicht immer dort stehen. Ausnahmen sind erlaubt, etwa wenn man Freunde besucht. Ersparnis: Rund 7 Prozent.

Immobilien­besitzer. Wer im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung lebt, erhält häufig Preis­nach­lass. Ersparnis: Oft etwa 12 Prozent.

Typklasse. Wer noch über­legt, welches Auto er anschaffen möchte, sollte auch auf die Typklasse achten. Die Versicherer stufen alle Auto­modelle in Klassen ein, je nach den üblichen Schäden und Repara­turkosten. In der Kfz-Haft­pflicht sind es 16 Typklassen von 10 bis 25, in der Teilkasko reichen sie von 10 bis 33, in der Voll­kasko 10 bis 34. Je höher die Typklasse, desto teurer die Versicherung. Wie ein Pkw einge­stuft wird, steht unter www.gdv-dl.de/typklassenverzeichnis.html. Oft macht beim gleichen Pkw-Modell die Motorisierung einen entscheidenden Unterschied. Ersparnis: Beim gleichen Modell, aber anderer Motorisierung häufig 5 bis 15 Prozent.

Bahnfahrer. Rabatte für Besitzer einer BahnCard oder ­einer Monats­karte für den Nahverkehr sind selten, aber es gibt sie noch. Ersparnis: Etwa 2 Prozent.

Zahlungs­termin. Zahlen Sie den Beitrag nicht halb- oder vierteljähr­lich, sondern nur einmal im Jahr. Das senkt die Rechnung um etwa 5 bis 10 Prozent.

Erst­besitzer. Einige Gesell­schaften geben Erst­besitzern eines Fahr­zeugs Rabatt. Sie gehen davon aus, dass Käufer eines neuen Autos ihren Wagen besonders vorsichtig fahren.

Baujahr. Für Neuwagen oder junge Gebraucht­wagen gibt es zusätzlich Versicherungs­rabatt.

Kinder. Wer minderjäh­rige Kinder versorgt, fährt vorsichtiger, glauben einige Versicherer. Sie geben Rabatt, wenn Kinder im Haushalt leben.

Elektro­autos. Für Besitzer von Elektro­autos geben einige Versicherer Rabatt, sowohl für reine Elektro­autos als auch für Hybridmodelle. Ersparnis: Unterschiedlich. Die Allianz beispiels­weise gibt 20 Prozent Preis­nach­lass.

Öko. Manche Versicherer gewähren auch Rabatt für ein besonders spritsparendes Auto.

Sicher­heits­training. Auch die Teil­nahme an einem Fahr­sicher­heits­training kann bei manchen Auto­versicherungen einen Preis­nach­lass bringen.

Wechsel. Eine Preis­ersparnis von oft weit über 100 Euro kann es bringen, den Versicherer zu wechseln. Selbst wer schon jahre­lang bei einem preisgüns­tigen Anbieter ist, kann – gerade zur Wechsel­saison im Oktober und November – als Neukunde bei einer anderen Gesell­schaft viel Geld sparen. Güns­tige Tarife nennt Kfz-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest.

Spartipps für Fahr­anfänger

Für Führer­scheinneulinge ist die Auto­versicherung besonders teuer. Oft lohnt es sich, das erste eigene Auto als Zweitwagen der Eltern anzu­melden. Nach einigen Jahren kann der Anfänger dann den Rabatt auf sich selber über­tragen lassen Weitere Spartipps für Fahranfänger.

Spartipps für Senioren

Auch ältere Fahrer werden von den Kfz-Versicherungen kräftig zur Kasse gebeten. Zwar profitieren sie von güns­tigen Schadenfrei­heits­klassen, was wie eine Alters­einstufung wirkt. Aber ab etwa 60 Jahren steigen die Beiträge für Senioren dennoch. Die Statistiken der Auto­versicherer zeigen, dass das Unfall­risiko ab diesem Alter steigt – allerdings nur für kleine Blech­schäden. Schwere Unfälle von Senioren sind eher selten. Warum das so ist und was Betroffene machen können, erklären wir im Special Wie ältere Fahrer zur Kasse gebeten werden.

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Typklassen und Regionalklassen

Einen starken Einfluss auf den Preis hat die Region, in der Auto­besitzer leben. Die Versicherer ordnen die 444 verschiedenen Zulassungs­bezirke in Regionalklassen ein – je nach Schaden­aufkommen in den vergangenen fünf Jahren. In der Kfz-Haft­pflicht gibt es 12 Klassen, in der Teilkasko 16 Klassen, in der Voll­kasko 9 Klassen. Welche Regionalklasse am Ort des Kunden gilt, steht in der Rechnung des Versicherers. In diese Einteilung fließt die Unfall­häufig­keit im jeweiligen Zulassungs­bezirk ein, ebenso die Straßenverhält­nisse und die Zahl der zugelassenen Autos. In der Kasko kommen Diebstähle, Sturm- und Hagelschäden oder die Anzahl der Wild­unfälle hinzu. Die Preis­unterschiede können je nach Region beträcht­lich sein.

Tipp: Die für Sie individuell beste Auto­versicherung ermittelt Ihnen der Kfz-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest.

Typklasse – auf das Modell kommt es an

Auch auf das jeweilige Auto­modell kommt es an. Einige Pkw-Typen sind oft in Unfälle verwickelt oder besonders teuer zu reparieren. Die Versicherer schauen bei den rund 26 000 verschiedenen Modellen, die auf den Straßen unterwegs sind, nach Schäden und Reparatur­kosten der vergangenen drei Jahre. Danach werden die Autos in Typklassen einge­teilt. In der Kfz-Haft­pflicht­versicherung sind es 16 Typklassen von 10 bis 25, in Teilkasko 24 Typklassen von 10 bis 33, in Voll­kasko 25 Typklassen von 10 bis 34. Ein Blick auf die Typklasse empfiehlt sich vor allem für Auto­käufer. Oft gibt es beim gleichen Pkw-Modell große Unterschiede, je nach Motorisierung. Häufig sind die Diesel­varianten teurer als die Benziner. Welche Typklasse gilt, steht unter www.gdv-dl.de/typklassenverzeichnis.html.

Viele Infos im FAQ Auto­versicherung

Viele weitere Fragen rund um Kfz-Policen beant­wortet unser FAQ Autoversicherung. Ist zum Beispiel eine Kfz-Versicherung mit Rabatt­schutz sinn­voll? Und was ist der Unterschied zum Rabatt­schutz? Sind Direkt­versicherer bei der Schaden­regulierung schlechter? Können Groß­eltern ihren Schadenfrei­heits­rabatt auf Enkel über­tragen, wenn sie ihr Auto abgeben? Was ist mit Sonder­tarifen für Behinderte? Was ist ein Werk­statt­tarif?

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Preise vergleichen, wechseln und sparen

Unser Tarif­rechner Auto­versicherung hilft Ihnen

In der Kfz-Versicherung herrscht ein enormer Konkurrenz­druck. Gerade im Herbst versuchen die Anbieter, sich gegen­seitig Kunden abzu­jagen – vor allem durch Preissenkungen für Neukunden. Es lohnt sich deshalb jedes Jahr aufs Neue, Preise zu vergleichen. Dabei hilft der Kfz-Versicherungsvergleich der Stiftung Warentest. Den Auto­versicherer zu wechseln, ist nicht schwer. Auf was Sie achten müssen, erklären wir hier Schritt für Schritt.

Schritt 1: Terminplanung

Termingerecht kündigen. Die meisten Verträge laufen bis 31. Dezember und verlängern sich dann auto­matisch um ein Jahr. Dann muss das Kündigungs­schreiben bis 30. November beim Versicherer sein. Anders ist das bei den wenigen Verträgen, die unterjäh­rig immer zu dem Termin enden, an dem die Versicherung abge­schlossen wurde. Da läuft die Kündigungs­frist jeweils einen Monat vor diesem Termin ab. Es reicht ein formloses Schreiben: „Hier­mit kündige ich.“ Nicht vergessen: Unter­schrift, Vertrags­nummer und Kfz-Kenn­zeichen. Bitten Sie außerdem um eine Kündigungs­bestätigung. Kommt keine, schi­cken Sie das Ganze erneut los, diesmal per Einschreiben.

Termin verpasst? Meist kommt die Jahres­rechnung im Oktober oder November. Manchmal aber auch erst im Dezember. Wenn Sie so lange warten, haben Sie den Kündigungs­termin verpasst und bleiben ein weiteres Jahr an den Versicherer gebunden. Wenn die Jahres­rechnung nicht bis spätestens Mitte November einge­troffen ist, sollten Sie schon vorher kündigen. Falls sich später zeigt, dass der bisherige Versicherer doch der güns­tigste ist, können Sie einfach dort neu abschließen. Für Neukunden gibt es meist einen besonderen Rabatt.

Treuebonus rauskitzeln. Wer sich die Mühe des Wechselns nicht machen will, kann es auch mit einem Anruf beim Versicherer versuchen. Oft reicht der Hinweis, man habe anderswo ein güns­tigeres Angebot und über­lege zu wechseln – schon zaubert mancher Sach­bearbeiter einen Treuebonus oder ähnliches heraus.

Ihre Rechte. Hat Ihr Versicherer den Beitrag erhöht, dürfen Sie außer­ordentlich kündigen mit einer Frist von einem Monat ab Zugang der Rechnung – also auch nach dem 30. November. In der Regel steht in der Jahres­rechnung ein Vergleichs­beitrag. Das ist die Summe, die Sie hätten zahlen müssen, wenn der neue Schadenfrei­heits­rabatt schon im Vorjahr gegolten hätte. Liegt der Vergleichs­beitrag unter dem neuen Beitrag, wurde der Preis ange­hoben. Schauen Sie genau hin: Einige Anbieter verstecken den Vergleichs­beitrag im Klein­gedruckten.

Schritt 2: Leistungen fest­legen

Prüfen Sie Ihren Versicherungs­schutz. Bei alten Pkw von geringem Wert reicht die Kfz-Haft­pflicht. Für gut erhaltene Gebraucht­wagen sollte eine Teilkasko hinzukommen, um zumindest bei Unwetterschäden, Glasbruch und Diebstahl versichert zu sein. Eine Voll­kasko ist für teure Autos sinn­voll. Wichtig sind auch einzelne Leistungen wie der Verzicht des Versicherers auf den Einwand der groben Fahr­lässig­keit, Erweiterung der Wild­schaden­deckung auf alle Tiere (nicht nur Haarwild), nach Marderbissen die Versicherung auch der Folgeschäden sowie eine Neuwert­entschädigung über mindestens zwölf Monate.

Schritt 3: Preise vergleichen mit Kfz-Versicherungsvergleich

Der Preis­druck am Markt für Auto­versicherungen ist enorm. Rund 70 Gesell­schaften bieten Policen an. Häufig hängt der Preis stark von individuellen Merkmalen ab wie Alter, Beruf, Wohn­ort, Jahres­kilometer, Pkw-Modell. Daher kann selbst ein Tarif, der ansonsten eher günstig ist, im Einzel­fall teuer sein. Da hilft nur ein individueller Preis­vergleich. Die Stiftung Warentest bietet Ihnen einen unabhängigen Kfz-Versicherungsvergleich. Wir ermitteln Ihnen ganz individuell die Policen, die passen und mit denen Sie am meisten sparen.

Schritt 4: Neuen Vertrag abschließen

Danach ist Zeit, einen neuen Vertrag abzu­schließen. Sie können den Versicherer per Post anschreiben und um ein Angebot bitten oder in eine Filiale gehen. Besonders einfach ist der Abschluss übers Internet. Am Bild­schirm nennen die Versicherer gleich den Preis für den neuen Vertrag. Die Police erhält der Kunde wenige Tage später auf dem Postweg.

Annahme­zwang in Kfz-Haft­pflicht, nicht in Kasko

Nach diesem Muster können die meisten Auto­besitzer vorgehen. Anders kann das aber bei besonders teuren Pkw sein. In der Kfz-Haft­pflicht herrscht Annahme­zwang. Da müssen die Versicherer jeden Kunden nehmen. Nicht aber in der Kasko: Da können sie Anträge ablehnen. In der Praxis ist das höchst selten. Aber bei besonders teuren Autos kann das schon mal passieren. Einige Versicherer bieten schon bei Pkw über 60 000 Euro Wert keine Voll­kasko an oder nehmen Aufpreise. Andere orientieren sich nicht am Preis, sondern an der Typklasse. Besitzer solcher Pkw sollten sich im ersten Schritt zunächst um einen neuen Vertrag kümmern und erst danach die bisherige Police kündigen.

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