Eine Internetplattform bietet Platz für Mobbing von Lehrern und Schülern. Doch sie ist schwer zu stoppen.

Seite von Hackern lahmgelegt [Update 15.06.2011]

iShareGossip Meldung

Unbekannte haben das Portal „IshareGossip“ offenbar am 14.06.2011 lahmgelegt. Zu sehen ist dort nur noch ein anonymer Hinweis an die Verantwortlichen der Seite. Darin heißt es: „Admins, Organisatoren, Moderatoren, meldet euch innerhalb einer Woche bei der Polizei oder wir machen alle Daten öffentlich. Dann können sich die Opfer gleich persönlich bedanken kommen.“

Portal sorgt für Ärger

Das Internetportal „iShareGossip“ („ich verbreite Klatsch“) sorgt für Ärger. Auf den Seiten tauschen sich Schüler anonym über Gerüchte an ihrer Schule aus. Manche verbreiten aber auch Hassbotschaften über Mitschüler, was in Berlin schon zu einer Schlägerei mit schweren Verletzungen geführt hat. Im März fand sich auf den Seiten auch die Ankündigung eines Amoklaufs. Das Berliner Schadow-Gymnasium wurde daraufhin zwei Tage lang geschlossen.

Seite bei Suchmaschinen gesperrt

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat die Seite indiziert. Nach Angaben eines Sprechers ist sie mit gängigen Suchmaschinen nicht mehr zu finden. Im Netz ist sie aber weiterhin. Wer sie kennt, kann sie weiter nutzen. Die Betreiber der Gerüchteplattform sind unbekannt. Angeblich sitzen sie in Amerika. Doch die Seite bildet die deutsche Schullandschaft kundig und detailreich ab. Das spricht für deutsche Betreiber.

Pornografie auf dem Portal

Zumindest scheinen die Betreiber auf Meldungen von Nutzern zu reagieren. So hat Finanztest pornografische Bilder gefunden, versehen mit Hinweisen ähnlich wie „Ist das nicht Claudia aus der 9b?“. Als wir dem Anbieter das per Kontaktformular meldeten, verschwanden die Bilder.

Familienministerium informiert

Solche Verunglimpfungen mittels Internet nennt das Familienministerium „Cyber-Mobbing“. Eltern sollten das Phänomen ernst nehmen und sich informieren. Ein Leitfaden für Eltern und Jugendliche mit zahlreichen Links zu weiteren Informationsseiten steht auf der Seite des Familienministeriums unter dem Suchwort „Cyber-Mobbing“.

Schüler ergreifen die Initiative

Schüler gehen das Thema unterdessen selbst an. In Berlin rufen sie zum Boykott der Seiten auf. Manche Schüler füllen sie mit belanglosen kopierten Texten, um die Plattform auf diesem Wege unlesbar zu machen.

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