iPhone im Schnelltest Schnelltest

Apples iPhone: 6,1 x 11,5 x 1,2 cm

Apples iPhone: 6,1 x 11,5 x 1,2 cm

Apples iPhone ist da. In Deutschland exklusiv bei T-Mobile. Handy, MP3-Spieler und Internetbrowser, klares Design und einfache Bedienung: Das iPhone soll die Herzen der iPod-Generation erobern. Ein teurer Spaß. test.de sagt warum.

Ein Model unter den Handys

Das Ding ist teuer und sieht gut aus. Schlank und formschön. Das iPhone ist ein Topmodel unter den Handys. Preis: 399 Euro. Mit 24-Monats-Vertrag und neuem Konzept: Bedienung via Bildschirm, einfach, minimalistisch, auf das Wesentliche reduziert. Handys mit Touchscreen gibt es zwar schon. Doch nur Apple hat seinem iPhone ein neues Betriebssystem spendiert und eine eigene Philosophie. Das iPhone ist ein perfekt eingespieltes System aus Telefon und Multimedia-Spieler. Behauptet zumindest Apple. Die Stiftung Warentest hats ausprobiert.

Als Smartphone gut

Sie suchen das Borchardt in Berlin, wissen aber außer B wie Borchardt und Berlin nichts weiter? Mit dem iPhone kein Problem. Ein paar Fingerzeige auf dem Bildschirm und das Telefon geht online. Via Hotspot oder EDGE holt das iPhone Adressen aus dem Internet. GoogleMaps zaubert die Lage des Restaurants auf den Bildschirm und ein weiterer Fingerzeig stellt die Telefonverbindung her. Das funktioniert mit dem Borchardt ebenso wie mit der Autowerkstatt oder dem Zahnarzt. Bildschirm, Browser, Telefon: Die Komponenten des iPhone harmonieren perfekt. Als digitaler Assistent oder Smartphone funktioniert das iPhone schon mal gut.

Befehle per Fingerzeig

Beeindruckend ist das neue Bedienkonzept. Der Umstieg von der Tastatur eines herkömmlichen Smartphones braucht zwar etwas Zeit, führt aber schließlich in eine neue Dimension. Um ein Foto zu vergrößern, reicht beispielsweise das Spreizen von zwei Fingern auf dem Bildschirm. Das ist Technik, die überzeugt. Negativ wiederum: Das iPhone akzeptiert nur nackte Haut. Auf eine Hand im Handschuh reagiert der Bildschirm nicht. Auch die Befehlseingabe mit einem Stift ist ausgeschlossen. Für längere Texte hat Apple ein leicht erlernbares Eingabeprogramm geschaffen. Das Schreiben von E-Mails geht damit einfach von der Hand. Am Anfang treffen die Finger allerdings schon mal den falschen Buchstaben auf der virtuellen Tastatur.

Nachrichten gezielt abrufen

Beim Telefonieren macht das Topmodel eine recht gewöhnliche Figur. Die Sprachqualität des iPhone ist gut, doch praktische Funktionen wie Sprachaktivierung und schneller Zugang zu Anruflisten fehlen. Dafür gibt es die neue Visual Voicemail: Damit können Nutzer einzelne Sprachnachrichten auf ihrem Anrufbeantworter abrufen, ohne die vorherigen abhören zu müssen. Ein Pluspunkt. Positiv auch: Der Akku hält recht lange und lädt schnell nach. Entscheidendes Manko: Er lässt sich nicht auswechseln.

MP3-Spieler ist top

Punkte macht das iPhone wiederum als Entertainer. Das Telefon enthält den besten MP3-Spieler, den die Stiftung Warentest bisher in einem Handy gefunden hat. Die Tonqualität ist gut. Mit hochwertigen Kopfhörern sogar sehr gut. Eigentlich kein Wunder: Der iPod lässt grüßen.

Nichts für Fotoreporter

Das Zeug zur mobilen Multimediazentrale hat das iPhone aber nicht. Es fehlen UMTS und ein GPS-Empfänger. Ohne UMTS kann das Handy kaum größere Datenmengen übertragen. Auch der permanente E-Mail-Empfang (push email) ist ausgeschlossen. Für Fotoreporter und Manager kommt das iPhone deshalb nicht in Frage. Für den privaten Einsatz reicht die Onlinetechnik dagegen aus. Das iPhone kann via EDGE-Netz online gehen. Kostenlos. Überall dort, wo das EDGE-Netz verfügbar ist - in vielen Regionen Deutschlands. So lassen sich aktuelle Nachrichten, Börsendaten und Wetterbericht abrufen. Zum Surfen ist das EDGE-Netz etwas langsam. T-Mobile bietet aber WLAN-Hotspots für schnellere Verbindungen an. Die können iPhone-Kunden ebenfalls ohne weitere Gebühren nutzen.

Mindestens 1 600 Euro für 2 Jahre

Billig ist das iPhone nicht. Kaufpreis: 399 Euro. Dazu kommen der Bereitstellungspreis von einmalig 25 Euro und ein Zweijahresvertrag mit speziellen Tarifen für das iPhone. Der billigste Tarif Complete M für 49 Euro im Monat. 100 Gesprächsminuten und 40 SMS sind inklusive. Jede weitere Gesprächsminute kostet 29 Cent. Wer nicht mehr als die monatlichen Inklusiv-Minuten verbraucht, zahlt im günstigsten Fall 1 600 Euro für sein iPhone. Vieltelefonierer haben die Wahl zwischen Complete L mit 200 Inklusiv-Minuten für 69 Euro und Complete XL mit 1 000 Minuten für 89 Euro im Monat. Wenigstens die Datenverbindungen sind in der Monatsgebühr bereits enthalten.

Nur mit T-Mobile

Wer das iPhone haben will, kommt an den teuren Complete-Tarifen von T-Mobile vorerst nicht vorbei. In Deutschland gibt es das iPhone nur bei T-Mobile. Für SIM-Karten anderer Anbieter ist das Telefon gesperrt. Bei der Aktivierung werden iPhone und SIM-Karte miteinander verheiratet. Erst nach Ablauf der zweijährigen Mindestvertragslaufzeit kann das iPhone entsperrt werden.

Ärgerlich für Datenschützer

Auch die Sammelwut von Apple ist nicht ohne. Wer das iPhone benutzen will, muss sich bei iTunes als Kunde registrieren. Mit Namen, Geburtsdatum und Adresse. Apple fragt auch nach der Kreditkartennummer. Zusammen mit den heruntergeladenen Musiktiteln ergeben die Daten ein recht genaues Persönlichkeitsprofil. Perfekt für gezielte Werbung. Ärgerlich für Datenschützer.

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