iPhone 4 jetzt auch in weiß Schnelltest

Zehn Monate mussten Apple-Fans auf das weiße iPhone 4 warten. Nun ist es da. test.de hat es mit dem schwarzen iPhone 4 verglichen. Ergebnis: Nicht nur die Farbe unterscheidet sich.

Britisches Modell geliefert

Am 28. April kam das weiße iPhone 4 in die Läden. Allerdings nur mit Vertrag. Ohne Vertrag gibt es das weiße Smartphone vorerst nur im Internet. Die Stiftung Warentest bestellte umgehend online. Wegen angeblich kurzer Lieferzeiten auf huctec.de. Tatsächlich dauerte die Lieferung über eine Woche. Doch die eigentliche Überraschung kam beim Auspacken: Ohne Vorwarnung hatte der Online-Händler ein aus Großbritannien importiertes Gerät geschickt. Das Ladekabel besitzt einen englischen Stecker. Für hiesige Steckdosen braucht es einen Adapter. Der fehlt. Außerdem kann der Musikspieler über die mitgelieferten Kopfhörer die maximal zulässige Lautstärke von 100 Dezibel deutlich überschreiten. Wer hier voll aufreißt, riskiert langfristig Gehörschäden. Für einen Vergleichstest ist dieses Gerät ungeeignet. Zweiter Versuch: Apple.de liefert ein für den deutschen Markt bestimmtes iPhone 4. Der Test beginnt.

Mit Anmeldung

Wer das Telefon nutzen möchte, muss zuerst iTunes herunterladen. Bei der Anmeldung fragt Apple nach Namen, Adresse, Telefonnummer, Email und Kreditkartennummer. Zusammen mit den heruntergeladenen Apps und Musiktiteln ergeben die Daten ein recht genaues Persönlichkeitsprofil. Perfekt für gezielte Werbung. Ärgerlich für Datenschützer. Tipp: Wer keine Kreditkarte angeben möchte, kann sich im App Store auch ohne Kreditkarte anmelden. Die Bezahlung erfolgt dann per Guthabenkarte.

Funkleistung bricht ein

iPhone 4 jetzt auch in weiß Schnelltest

Beim Telefonieren zeigt sich das weiße iPhone 4 genauso empfindlich wie sein schwarzer Bruder. Apple hat das Antennenproblem nicht behoben. Die Folge: Berührt ein Nutzer den Antennenschlitz links unten am Gehäuse, sinkt die Funkleistung um mehr als 90 Prozent. Bei gutem Empfang fällt das kaum auf. Doch in schwachen Funknetzen brechen Gespräche ab oder Webseiten bauen sich nur schleppend auf. Für schwarze iPhones 4 bot Apple kostenlose Schutzhüllen an, um Berührungen des Antennenschlitzes zu vermeiden. Die kostenlosen Schutzhüllen gab es jedoch nur bis Ende September 2010. Seitdem kostet ein sogenannter Bumper 29 Euro.

Fotos: leichte Unschärfe

Das weiße iPhone 4 hat lange auf sich warten lassen. Einer der Gründe dafür sollen Probleme mit der Kamera gewesen sein. Apple-Mitbegründer Steve Wozniak erklärte, dass bei Blitzlicht verwaschene Fotos entstanden. Das Problem sei aber mittlerweile behoben. Der Test zeigt: Die Kamera macht scharfe Fotos mit ausgewogenen Farben. Trotzdem stellt das Testlabor Unterschiede zum schwarzen iPhone 4 fest: Ecken verschwimmen etwas. Und bei Aufnahmen in heller Umgebung gelingen die Fotos etwas unschärfer und verfärbter als mit dem schwarzen Bruder.

Musikspieler ist top

Punkte sammelt das weiße iPhone als Entertainer. Genauso wie sein schwarzer Bruder enthält es einen der besten Musikspieler, die die Stiftung Warentest bisher in einem Handy gefunden hat. Die Tonqualität ist gut. Mit hochwertigen Kopfhörern sogar sehr gut. Eigentlich kein Wunder: Der iPod lässt grüßen. Auch in der Kategorie Internet und PC schneiden das weiße und das schwarze iPhone 4 besser ab als jedes andere bisher getestete Smartphone.

Keine Geodaten mehr auf dem PC

Apple liefert das weiße iPhone 4 mit der aktuellen Version des Betriebssystem iOS 4.3.3. Als Update ist diese auch für ältere schwarze iPhones 4 verfügbar. Neu daran ist der persönliche WLan-Hotspot. Wer unterwegs eine Datenverbindung für das Notebook braucht, kann das iPhone 4 als Hotspot benutzen. Ebenfalls neu am Betriebssystem iOS 4.3.3: Apple speichert angeblich keine Geodaten mehr auf dem PC. Damit ließen sich bisher die Standorte des iPhones nachverfolgen. Der Test bestätigt: Die bisherige Ortungssoftware findet auf der PC-Sicherungskopie des iPhones 4 tatsächlich keine Geodaten mehr. Das schließt aber nicht aus, dass Apple die Ortungsdaten nun unter anderem Namen an einem anderen Ort speichert.

Über 1 100 Euro mit Vertrag

Das weiße iPhone 4 hat einen stolzen Preis. Ohne Vertrag kostet es rund 630 Euro. Wer damit nur telefonieren möchte, fährt günstig mit einer Guthabenkarte vom Discounter. Achtung: Das iPhone 4 funktioniert nur mit Micro-Sim-Karte. Wer jedoch auch im Internet surft, braucht einen Datentarif. O2, Telekom und Vodafone bieten Datentarife zum weißen iPhone 4. Über die Vertragslaufzeit von zwei Jahren kostet das weiße iPhone 4 mehr als 1 100 Euro. Mit einer Rundum-Flatrate für Internet und Telefon sogar mehr als doppelt soviel.
Alle technischen Details zeigt der Produktfinder Handys und Smartphones.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2041 Nutzer finden das hilfreich.