Wechsel­service für Gast­arife Strom- und Gast­arife für Bequeme

Wechsel­service für Gast­arife - Strom- und Gast­arife für Bequeme
Zurück­lehnen und sparen. Das können Kundinnen und Kunden, wenn sie einen Gas- oder Strom­wechsel-Service nutzen. © Frederik Jurk / SEPIA

Jähr­lich ohne Aufwand in einen güns­tigen Strom- oder Gast­arif wechseln? Das über­nimmt ein Wechsel­service. Wie gut das klappt, zeigt ein Vergleich der Stiftung Warentest.

Wechsel­service für Gast­arife Testergebnisse für 7 Wechsel­service für Gast­arife

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Inhalt
Liste der 7 getesteten Produkte
Wechsel­service für Gast­arife
  • Cheapenergy24.de
  • Esave.de
  • Remind.me
  • Switchup.de
  • Wechselfabrik.de
  • Wechselpilot.com
  • Wechselstrom.eu

Haben Sie im vergangenen Jahr den Energieanbieter gewechselt? Wer auf diese Frage mit „Nein“ antwortet, weil er die Kündigungs­frist verpasst hat oder Tarif­auswahl und Versorgerwechsel zu anstrengend findet, braucht Unterstüt­zung von einem Profi.

Ein Wechsel­service – ideal für Bequeme

Wechsel­dienste – auch Tarif­aufpasser oder Wechsel­service genannt – sind solche Profis. Sie suchen jedes Jahr einen güns­tigen Tarif, wechseln den Anbieter und vermitteln zwischen Versorger und Kunden. Mit ihrer Hilfe senken auch bequeme Menschen ihre Energiekosten, müssen dafür aber meist eine Provision von 20 bis 30 Prozent ihrer Ersparnis einplanen. Der erste Wechsel­service kam 2014 auf den Markt. Vielen Verbrauchern sind sie bisher noch nicht bekannt.

Lang­zeittest für Gast­arife von fast zwei Jahren

Wir wollten wissen, wie zuver­lässig arbeiten diese Helfer für den Wechsel von Gast­arifen? Sind ihre vorgeschlagenen Tarife wirk­lich günstig? Welche Aufgaben nehmen sie Kundinnen und Kunden ab? Deswegen haben wir mit einem Lang­zeittest – fast zwei Jahre lang – sieben Wechsel­service geprüft. Mit ihrer Hilfe haben Test­haushalte zweimal zu einem neuen ­Gasanbieter gewechselt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Nur ein Anbieter, Wechselpilot, erhielt ein Sehr empfehlens­wert. Alle anderen Wechsel­dienste schnitten mit Empfehlens­wert ab. Unsere Ergeb­nisse beziehen sich zwar auf den Gas­tarifwechsel. Es gibt aber keine Anhalts­punkte, dass die Dienste bei Strom oder ­Heiz­strom anders arbeiten.

Unser Rat

Auswahl.
Wenn Sie Energiekosten sparen wollen, aber keine Lust haben, sich jähr­lich selbst um einen Wechsel Ihres Strom- oder Gasanbieters zu kümmern, ist ein Wechsel­service eine erste Wahl. Ihr Vorteil: Die Kommunikation mit Ihrem Versorger läuft ebenfalls über den Service – meist richtet er dafür einen E-Mail-Account für Sie ein. Unsere sieben getesteten Wechsel­service sind alle mindestens empfehlens­wert. Testsieger ist Wechselpilot, der die Bewertung Sehr empfehlens­wert erhielt (Tabelle). Wie sie am einfachsten zum Vertrag kommen, zeigt unsere Anleitung (So nutzen Sie einen Wechseldienst). Sollen Sie sich lieber selbst um Tarif­auswahl und Anbieter­wechsel kümmern, sind Vergleichsportale für Strom und Gas besser für Sie geeignet.
Vermieter.
Alle Wechsel­dienste sind auch für Vermieter von Miets­häuser mit Gaszentralhei­zung nutz­bar. Auch hier organisiert der Wechsel­service jedes Jahr den Abschluss eines neuen Vertrags für den Haus­verwalter oder Vermieter.
Aufgaben.
Der Wechsel­service erledigt zwar die ganze Arbeit. Sie müssen aber per E-Mail erreich­bar sein und Ihr Post­fach regel­mäßig checken. Sollte Ihr Versorger Ihnen Briefe schreiben – etwa wegen einer Preis­erhöhung –, müssen Sie diese an den Wechsel­dienst weiterleiten.
Aktuelles.
Weitere Informationen zu den gestiegenen Energiepreisen, Stromanbieter wechseln oder Gasanbieter wechseln finden Sie in unseren Spezials.

Zwischen 57 und 401 Euro gespart

Unser Test zeigt: Alle geprüften Wechsel­services boten güns­tige Tarif­vorschläge an, organisierten die Wechsel und leiteten im zweiten Jahr deutlich vor Ablauf der Kündigungs­frist wieder einen Anbieter­wechsel ein. Außerdem waren die empfohlenen Tarife ähnlich teuer wie die Preissieger auf den Listen von Verivox oder Check24 (So haben wir getestet). Alle Test­haushalte konnten daher sparen. Auch nach Abzug der Kunden­provision lag ihre Ersparnis im zweiten Jahr zwischen 57 Euro und 401 Euro – abhängig von Wohn­ort und Verbrauch und aktuellen Kosten. Das ist ein gutes Ergebnis. Es zeigt, dass sich Wechsel­dienste auch länger­fristig lohnen.

Zwei Wechsel­services sind kostenfrei

Hinzu kommt: Bei allen Diensten waren die Provisions­rechnungen trans­parent, ihre Bezugs­größe richtig. Das ist wichtig, weil fünf Dienste für ihre Arbeit eine Provision zwischen 20 und 30 Prozent der Ersparnis berechnen. Wäre die Bezugs­größe nicht korrekt, würden Kunden womöglich zu viel bezahlen.

Was den Testsieger von den Anderen unterscheidet

Der Unterschied zwischen dem Testsieger Wechselpilot und seinen Mitbewerbern liegt im Detail. Nur Wechselpilot bietet einen ­Ablaufplan mit Zeit­angaben. Das ist wichtig, weil der Kunde zum Beispiel wissen muss, wann ein neuer Tarif­vorschlag kommt. Außer­dem berechnet nur Wechselpilot die Provision auf Basis des tatsäch­lichen Verbrauchs. Bei Cheap­energy24, Esave und Wechsel­fabrik ist dies auch möglich, der Haushalt muss aber dafür aktiv eine Nachberechnung verlangen.

Unterschiede fanden wir auch beim zusätzlichen Service. Nur Wechselpilot und Remind.me haben ein umfang­reiches Kundenportal mit archi­vierten Verträgen und Rechnungen.

Wechsel­service für Gast­arife Testergebnisse für 7 Wechsel­service für Gast­arife

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Remind.me wechselte unterjäh­rig

Einige Test­haushalte wurden während der Test­phase auch mal schlecht betreut. So wechselte Remind.me einen Vertrag unterjäh­rig. Dieser Wechsel­dienst gehört zu den Anbietern, die auto­matisch den Wechsel einleiten. Der Tester hätte dies nur verhindern können, wenn er das 14-tägiges Widerrufs­recht selbst nutzt, das ihm gesetzlich zusteht. Das Problem bei einem unterjäh­rigen Wechsel: Den Bonus erhält ein Haushalt nur bei einer zwölfmonatigen Belieferung. Weil der Tester nicht so lange dabei war, verlor er seinen Bonus von 100 Euro. Das bemerkte Remind.me nicht. Daher gab es bei dem Kriterium „Wechsel recht­zeitig erfolgt“ nicht die volle Punkt­zahl.

Switchup brauchte zwei Anläufe

Bei zwei Test­haushalten von Switchup klappte der erste Wechsel nicht frist­gerecht. Das führte zum Punkt­abzug. Ein Haushalt rutschte über­raschend für einen Monat in die Grund­versorgung, weil der alte Tarif zwar gekündigt wurde, aber der neue Vertrags­abschluss nicht recht­zeitig zustande kam. Beim zweiten Haushalt verzögerte sich der Wechsel um ein Jahr. Der Tester ist daran mitschuldig. Bei ihm wurde der Zähler ausgetauscht, und er hatte Switchup versehentlich die alte Zählernummer genannt. Von ­einem guten Wechsel­service erwarten wir aber, dass er weiß, ob der Wechsel durch­geführt wurde und bei Schwierig­keiten nach­hakt. In beiden Fällen wurde Switchup zu spät tätig und auch erst, nachdem die Tester nach­fragten. Auch die Problemlösung über­nahm Switchup nicht selbst, sondern gab nur Tipps, wie die Tester ihr Problem selbst beheben können.

Mehr als nur ein Assistent

Andere Wechsel­dienste legten sich mehr ins Zeug: Wechsel­fabrik setzte sich beim Versorger dafür ein, dass ein monatlicher Abschlag fast halbiert wurde und fragte aktiv nach, ob die Nutzer zu einer bestimmten Frist Unterlagen erhalten haben. Wechselpilot forderte die Tester auf, nicht mit dem Versorger zu kommunizieren, weil sie dies erledigen. Außer den drei schlechten Erfahrungen zeigte eine Befragung der Teste­rinnen und Tester: Fast alle fanden Wechsel­dienste bequem.

Keine systematischen Fehler einge­baut

Die Kunden­kommunikation wurde nicht bewertet, weil wir keine Extra­probleme einbauen konnten, wie zum Beispiel eine falsche Zählernummer. Die Tester haben schließ­lich mit ihrem Privat­anschluss gewechselt und sollten keine großen Nachteile erleben.

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61 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

fischerdi am 01.12.2021 um 21:43 Uhr
Zusatz zum 31.07.2021… Vergleichsportale

Ich habe nicht verglichen sondern bin beim ortsüblichen Strom und Gasdealer mit Festpreisbindung geblieben… er war damals schon nicht allzuviel teurer, ein paar Euro…
Nun stoße ich auf Vattenfall und Konsorten an, spare im Jahr eben mal 1.200€… und habe persönlichen Service…
Service ist wichtiger als Geiz, ihr werdet mal alt und faul, dann braucht ihr Service, sonst wird es teuer… Ein Elektromeister und Betriebswirt aus dem Kölner Großraum…

genea99 am 18.11.2021 um 11:25 Uhr
Wechsel??

Ein Nachteil von Wechselkunden ist, das sie Neukunden-Tarife bekommen.
Ich habe bisher für Strom und Gas die Tarife von 2019 (!!!) bezahlt und beim Gas zahle ich ab 2022 mit 6,89ct. mit Preisgarantie exakt 30% mehr als bisher.(Neukunde ca. 10 ct.) Ich müßte doch sehr naiv sein, dauernd zu wechseln für "Boni", da auch der Strompreis für Neukunden selbst nach der 15% Erhöhung meines Anbieters von keinem anderen Anbieter unterboten werden kann und selbst bei meinem niedrigen Verbrauch der Preisunterschied als Stammkunde so hoch ist, das ich selbst bei Boni-Angeboten besser damit fahre, nicht zu wechseln.

Francis_Peltier am 08.11.2021 um 11:10 Uhr
Korrektur meiner Angabe zu Wechselstrom.eu

in Zusammenhang mit meinem Kommentar stehe auch in Kontakt mit Wechselstrom.eu, da ich Offenheit
in geschäftlichen Angelegenheiten sehr schätze.
Herr Tronnier hat mich daraufhin auf eine Namensverwechslung meinerseits bei den Vergleichen aufmerksam gemacht, so da ich folgende Korrektur zu meinem gestrigen Beitrag machen möchte:
Als Grundlage für die 2. Provisionsrechnung wurde von Wechselstrom.ac (so der damalige Name) ein neu ermittelter, für mich nicht verständlicher Betrag für den laufenden Vertrag mit MAINGAU (Nicht: EnBW) zugrunde gelegt - OHNE Berücksichtigung von Boni.
Es ist leicht, festzustellen, daß der unterjährige Wechsel für mich zunächst nur teurer wurde, da die erwartete Erhöhung keine 332 € (neu: 1.361€ zu bisher: 1.029 €) darstellen würde.
Dazu kam, daß der Bonus anteilig gekürzt wurde und daß ich eine 2. Provision (rd. 90 €) an Wechselstrom.ac abführen musste.
Francis Peltier

Francis_Peltier am 07.11.2021 um 20:53 Uhr
Dubiose Provisionsrechnung bei wechselstrom.eu

Ich kann Ihre uneingeschränkte Bewertung bei wechselstrom.eu nicht teilen.
Ich war dort Kunde für Gas und wechselte zunächst von der EnBW zu einem von wechselstrom.eu
neuen, empfohlenen Versorger. Als Provision fielen 30 % von der Ersparnis an.
Kurze zeit später schlug mir wechselstrom.eu erneut einen neuen Versorger vor, den ich auch
akzeptiert habe. Auch hier wurden mir 30 % von der erreichbaren Ersparnis in Rechnung gestellt.
Jedoch nicht von der Ersparnis zum bisherigen Versorger: Wechselstrom.eu hat -trotz meines Protestes - die neue Provision auf Basis des ursprünglichen Tarifs von der EnBW berechnet und satt kassiert. Daraufhin wurde die Geschäftsbeziehung beendet.
Ich bin jetzt zu switchup.de gewechselt, wo ich bereits meinen Stromvertrag laufen habe - und fühle mich dort pudelwohl.
Ich bitte Stiftung Warentest, diesen Kommentar als Leserbrief zu veröffentlichen, damit andere Leser
sich mit solchen Berechnungen vertraut machen können.

RZM am 14.10.2021 um 19:08 Uhr
Wechselpilot - Erwartungen enttäuscht

Auf Basis der Empfehlung von St. Warentest habe ich mich in 2019 entschlossen, den Service von Wechselpilot in Anspruch zu nehmen.
Leider lässt sich die Empfehlung aus der praktischen Erfahrung kaum bestätigen.
Bei mir wurden Vertragsdaten bei Wechselpilot falsch hinterlegt. Und die Qualität der Empfehlung ist schwer nachzuvollziehen: Die Vertragsdaten werden wenig transparent dargestellt, und Wünsche (z.B. zertifizierter Ökostrom) lassen sich nicht richtig hinterlegen. Die berechnete Ersparnis basiert auf der fiktiven Annahme, dass man im alten Tarif bleibt. Primär werden aber Tarife mit hohen Boni vermittelt, die im Folgejahr häufig überteuert sind.
Die Anreize sind also suboptimal gesetzt. Wechselservice und Kunde haben durchaus unterschiedliche Interessen.
Stiftung Warentest sollte darauf hinweisen!