Eltern­zeit Special

Arbeitnehmer können nach der Geburt ihres Kindes eine Auszeit im Job von bis zu drei Jahren nehmen. Statt einer Reduzierung der Arbeits­zeit auf Null können Arbeitnehmer auch eine Teil­zeit­arbeit in für ihre Eltern­zeit beantragen. Nach der Eltern­zeit kehren die Arbeitnehmer auf ihren Job mit dem alten Pensum an Arbeits­stunden zurück. Hier lesen Sie alles über die wichtigsten Regeln des Eltern­zeitge­setzes – was Sie über die Dauer der Eltern­zeit und den Antrag wissen müssen.

Das Wichtigste in Kürze

Form. Die Eltern­zeit muss schriftlich beantragt werden. E-Mail oder Fax reichen nicht. Wir raten: Geben Sie den Eltern­zeit-Antrag persönlich bei Ihrer Personal­stelle ab und lassen Sie sich den frist­gerechten Empfang bestätigen.

Frist. Geben Sie den Antrag auf Eltern­zeit spätestens sieben Wochen vor Beginn der Eltern­zeit bei Ihrem Arbeit­geber ab.

Eltern­zeit in der Einschulungs­zeit. Bis zu 24 Monate der Arbeitnehmern zustehenden 36 Monate Eltern­zeit können diese auf die Zeit zwischen dem dritten und achten Geburts­tag ihres Kindes verschieben. Allerdings gilt für diese Eltern­zeit nach dem dritten Geburts­tag eine andere Frist. Sie muss schon 13 Wochen vorher beim Arbeit­geber beantragt werden.

Das ist bei der Anmeldung von Eltern­zeit zu beachten

Das Eltern­geld beantragen Vater und Mutter bei der Eltern­geld­stelle, die Eltern­zeit beim Arbeit­geber. Arbeitnehmer können ab Geburt maximal drei Jahre Eltern­zeit nehmen. Anspruch darauf haben auch Beschäftigte in Klein­betrieben. In der Eltern­zeit gilt Kündigungs­schutz. Eltern müssen die Eltern­zeit schriftlich ­beantragen. Eine E-Mail oder ein Fax reicht nicht. Der Antrag muss dem Arbeit­geber spätestens sieben Wochen vor Beginn vorliegen. Am besten geben Arbeitnehmer den Antrag in der Personal­abteilung ihres Arbeit­gebers persönlich ab und lassen sich sich den Empfang bestätigen. Nutzen Sie unser Musterformular für den Antrag auf Eltern­zeit Antrag auf Elternzeit.

Wichtig für Väter: Väter, die auch ein paar Monate Eltern­geld beantragen wollen und im Job dafür Eltern­zeit beantragen, müssen darauf achten, dass Eltern­geld­phase und Eltern­zeit aufeinander abge­stimmt sind. Eltern­geld wird für Lebens­monate des Kindes gezahlt, nicht für Kalendermonate. Entsprechend muss die Eltern­zeit beim Arbeit­geber beantragt werden.

Beispiel: Ein Kind wird am 28. April 2017 ­geboren. Der Vater will für den 13. und 14. Le­bens­monat des Kindes Eltern­geld beantra­gen. Er sollte dann Eltern­zeit exakt für die Zeit vom 28. April 2018 bis 27. Juni 2018 nehmen.

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Teil­zeit arbeiten in der Eltern­zeit

Während der Eltern­zeit ist Teil­zeit möglich. Das heißt: Arbeitnehmer müssen ihre Arbeits­zeit nicht zwangs­läufig auf null reduzieren. Einen Rechts­anspruch auf eine Reduzierung der Arbeits­zeit haben Arbeitnehmer aber nur in Betrieben mit mehr als 15 Mitarbeitern. Wollen Eltern ihre Arbeits­zeit verringern, können sie sich auf das Eltern­zeitgesetz berufen. Nach diesem Gesetz müssen sie dann mindestens zwei Monate Teil­zeit arbeiten, und zwar nicht weniger als 15 und nicht mehr als 30 Wochen­stunden. Nur wenn eine Firma dringende betriebliche Gründe hat, kann sie die Teil­zeit ablehnen. Ist die Teil­zeitphase zu Ende, kehren Eltern mit dem ursprüng­lichen Stundenpensum in die Firma zurück. Ein Musterformular für den Antrag auf Teil­zeit Eltern­zeit finden Eltern hier Antrag Teilzeitarbeit. In dem Formular nennen Eltern nicht nur den Beginn der gewünschten Eltern­zeit, sondern auch konkret, auf welche Tage der Woche sie die Stunden ihres Arbeits­pensums legen wollen.

Bis zu 24 Monate Eltern­zeit auf später verschieben

Arbeitnehmer müssen ihre drei Jahre Eltern­zeit nicht unbe­dingt am Stück ab Geburt ihres Kindes nehmen. Bis zu 24 der 36 Monate Eltern­zeit können sie auf die Zeit zwischen dem dritten und achten Geburts­tag des Kindes verschieben. Allerdings müssen sie eine Eltern­zeit nach dem dritten Geburts­tag schon 13 Wochen vorher beantragen. Die drei Jahre Eltern­zeit dürfen auf maximal drei Abschnitte verteilt werden. So könnte eine Mutter zum Beispiel das erste, dritte und fünfte ­Lebens­jahr des Kindes Eltern­zeit nehmen. Einen dritten Abschnitt nach dem dritten Geburts­tag kann der Chef ablehnen, wenn dringende betriebliche Gründe entgegen­stehen.

Eltern­zeit und Eltern­geld aufeinander abstimmen

Für Arbeitnehmer, die Eltern­geld beantragen ist es sehr wichtig, dass sie ihre Eltern­zeit entlang der Eltern­geld­phase nehmen. Da Eltern­geld nicht für Kalendermonate, sondern für Lebens­monate des Kindes gezahlt wird, sollte die Eltern­zeit entsprechend für Lebens­monate des Kindes beantragt werden.

Beispiel – Eltern­zeit und Urlaub

Ein Kind wird am 28. April 2017 geboren. Der Vater will für den 13. und 14. Lebens­monat des Kindes Eltern­geld beantragen. Er sollte Eltern­zeit exakt für die Zeit vom 28. April 2018 bis 27. Juni 2018 beim Arbeit­geber anmelden. Tut er das nicht und verdient er noch (teil­weise) Gehalt in einem Lebens­monat, für den er Eltern­geld beantragt hatte, wird das Eltern­geld gekürzt oder im schlimmsten Fall sogar über­haupt nicht gezahlt. Väter dürfen für die Zeit ihres Eltern­geldbe­zuges auch auf gar keinen Fall Rest­urlaub im Job nehmen. Erholungs­urlaub kann recht­lich keine Eltern­zeit sein, hat das Bundes­sozialge­richt geur­teilt (Resturlaub für Babypause eingereicht – Elterngeldanspruch weg). Mit anderen Worten: Wer im Urlaub ist, kann kein Eltern­geld vom Amt bekommen, selbst wenn er sich im Urlaub um sein Kind kümmert.

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