Elektrische Zahnbürsten im Test

Zahnbürsten-Akkus im Dauer­betriebs­test

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Im Jahr 2019 schickten wir drei Akku-Bürsten in einen besonderen Dauer­test. Wir wollten wissen: Hält eine Akkuladung nach drei Jahren noch so lange wie im Neuzustand?

Elektrische Zahnbürsten im Test Testergebnisse für 74 Elektrische Zahnbürsten

Akku-Test mit drei elektrischen Zahnbürsten

Nur ein paarmal putzen, Akku leer – manche Leser beklagen die schwache Akku­leistung ihrer elektrischen Zahnbürste. Wir haben deshalb drei Akku-Zahnbürsten in einen Dauer­betriebs­test geschickt: zwei rotierende Modelle von Braun – die teure Oral-B Genius 9000 und die güns­tige Oral-B Vitality CrossAction – sowie die teure Philips-Schall­zahnbürste Soni‧care 9300 Diamond Clean Smart.

Wie weit der Akku nach drei Jahren noch reicht

Wir wollten heraus­bekommen, ob die Akkus der Bürsten nach drei Jahren Nutzung immer noch so gut durch­halten, wie zu Beginn. Dafür erfassten wir zunächst die Akku-Betriebs­dauer im Neuzustand – also die gesamte Putz­zeit, die eine Akkuladung hergibt.

Dann wurden die Akkus künst­lich gealtert: Wir putzten jeweils zwei Minuten lang die Zähne und luden die Akkus danach komplett auf. Wenn sich jemand zweimal täglich zwei Minuten lang die Zähne putzt, entsprechen 360 dieser Putz-Lade-Zyklen einem halben Jahr Nutzung. Waren 360 Zyklen erreicht, ermittelten wir erneut die Betriebs­dauer. Das Prozedere wieder­holten wir so oft, bis wir eine Nutzungs­zeit von drei Jahren simuliert hatten.

Kein Akku knickte im Dauer­betrieb ein

Alle drei Akkus bestanden den Test. Ihre Betriebs­dauer mit einer Ladung verkürzte sich nach den drei Jahren Nutzung allenfalls um ein paar Minuten. Die Klagen der Leser bestätigten sich für die von uns geprüften Geräte also nicht.

Tipp: Gehen Sie möglichst schonend mit den Akkus um. Vermeiden Sie beim Aufbewahren wenn möglich Temperaturen von mehr als 25 Grad Celsius und feuchte Luft, beides schadet den Akkus.

Elektrozahnbürsten nicht in den Hausmüll

Elektrische Zahnbürsten haben in der Regel fest einge­baute Akkus, die sich nicht austauschen lassen. Das bewerten wir als kritisch: Ist der Akku kaputt, fliegt oft die ganze Zahnbürste in den Abfall. In den Hausmüll gehört ein Akku auf keinen Fall. Nutzerinnen und Nutzer sollten die Zahnbürste nach Ge­brauchs­anleitung demontieren, den Akku entnehmen und in speziellen Sammelboxen entsorgen, die in Supermärkten, ­Drogerien, bei Discountern und anderen Händ­lern stehen.

Zahnbürsten mit Batterien eine Alternative?

Einige elektrische Zahnbürsten werden statt mit einem Akku mit einer Batterie betrieben, die sich problemlos austauschen lässt. Nachteil: Einmal entladen, ist die Batterie Müll. Das belastet die Umwelt. Nach­haltiger seien daher akku­betriebene Zahnbürsten, sagt Falk Petrikowski, Akku- und Batterie­experte beim Umwelt­bundes­amt: „Einen Umwelt­vorteil erreicht man bereits nach wenigen Ladungen. Der Vorteil wird umso größer, je länger man das Produkt nutzt.“ Übrigens: Elektrische Akku-Zahnbürsten verbrauchen nur wenig Strom. Batterie­betriebene Zahnbürsten können im Vergleich teurer sein.

Tipp: Wenn Sie batterie­betriebene Zahnbürsten nutzen, verwenden Sie möglichst wieder­aufladbare Batterien. Das schont die Umwelt.

Elektrische Zahnbürsten im Test Testergebnisse für 74 Elektrische Zahnbürsten

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Criticon am 01.02.2023 um 20:49 Uhr
Nachhaltige Zahnreinigung? - 40 Jahre ohne Akku!

Unsere AEG-Elektrozahnbürste stammt aus den 1980ern. Sie hat - statt eines Akkus - ein Kabel mit vollisoliertem 6V-Steckernetzteil das man zum Betrieb in die Steckdose steckt und hinterher wieder abzieht ... an ihr war noch nie etwas defekt und sie läuft immer noch tadellos. DAS finde ich nachhaltig - auch wenn man die letzten Jahre eigentlich nicht voll zählen darf: Es gibt für das Gerät keine passenden Aufsteckzahnbürsten mehr (jedenfalls habe ich keine mehr gefunden) so dass es jetzt "nur" noch als Polier- und Reinigungsmaschine in der Werkstatt verwendet werden kann.

UweHenke am 26.01.2023 um 16:44 Uhr
Nicht alle sind wirklich empfehlenswert

Seit ca. 10 Jahren wird von uns eine elektrische Zahnbürste von Braun zu unserer Zufriedenheit genutzt. Nur der Accu schwächelt und muss nach ca. 3 Tagen aufgeladen werden. Als Alternative haben wir vor 2 Jahren das Modell von DM gekauft, auch wegen des günstigen Preises. Anfangs ganz gut, aber nach einem Jahr hielt die Acculadung nicht mehr als 1 Tag. Nach 2 Jahren ging nichts mehr. Ich hatte dann die Öffnung für die Entnahme des Accus aufgeschraubt, da kam mir schon Wasser entgegen. Vermutlich ist die Dichtung an der Oberseite nicht nicht in Ordnung. Als Ersatzgerät haben wir uns wieder für ein Gerät von Braun entschieden. Der Drucksensor des Geräte zeigt ein rotes Licht wenn der Druck zu stark ist. Dies als Hinweis für vorstehende Kommentare.
Fazit: Wer billig kauft, kauft zweimal.

Profilbild Stiftung_Warentest am 23.01.2023 um 14:27 Uhr
Zahnreinigung und Nachhaltigkeit

@Frank.xxx: Die Reinigungsleistung einer Zahnbürste ist immer ein Zusammenspiel verschiedener Parameter. Dabei spielen die Form und Bewegung (Vibration und Frequenz) der Büste genauso eine Rolle wie die Qualität der Borste. In der Praxis ist die Reinigungsleistung natürlich auch von der persönlichen Handhabung abhängig.
Die nur befriedigende Bewertung der Handhabung ist vor allem dem Fehlen einer deutschen Gebrauchsanleitung geschuldet. Dass die Boombrush mittels eines USB-Kabels geladen wird fließt nicht in die Bewertung ein.

Profilbild Stiftung_Warentest am 23.01.2023 um 14:09 Uhr
Lautstärke, Vibrtionsstärke

@varvara: Vielen Dank für Ihren Hinweis. Ihren Wunsch auch Lautstärke und Vibrationsstärke mit in den Test einzubeziehen geben wir gerne an die Fachredaktion weiter.

varvara am 20.01.2023 um 15:04 Uhr
Lautstärke? Vibrationsstärke?

Zum erstenmal wirklich enttäuscht S.W. Immerhin fast 5 Euro und meine Fragen gar nicht beantwortet. Was ist mit Laustärke/Vibrationststärke? Spielt grosse Rolle für Auswahl bei Menschen mit (sehr schmerzhaften!) Gesichtsneuralgien. Wieso findet man nun auch bei Ihnen praktisch nichts diesbezüglich Hilfreiches ?!