Elektrische Zahnbürsten im Test

Was beim Zähneputzen zählt

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Elektrische Zahnbürsten im Test - Von Luxus bis Schnäpp­chen
Vorbild­lich. Wenn die Großen Wert auf gepflegte Zähne legen, machen die Kleinen einfach mit. © Getty Images

Gründlich und bequem die Zähne putzen – mit einer Elektrobürste kann es klappen. Worauf Sie dabei achten sollten und was die Zähne außerdem gesund erhält, lesen Sie hier.

Elektrische Zahnbürsten im Test Testergebnisse für 74 Elektrische Zahnbürsten

Mindestens zwei Minuten Zähne putzen

Viele Menschen empfinden die Zahn­reinigung mithilfe von Elektrobürsten als einfacher und gründlicher im Vergleich zur Hand­zahnbürste. Einige Studien stützen diese Einschät­zung. Schneller als mit der Hand­zahnbürste geht das Zähneputzen aber nicht: Auch mit der Elektrobürste müssen Sie morgens und abends gründlich Zähne putzen. Das Minimum sind jeweils zwei Minuten – möglichst gerecht verteilt auf die vier Gebiss­abschnitte. Viele elektrische Zahnbürsten signalisieren, etwa durch kurzes Aussetzen, den Ablauf dieser Fristen.

Nach den Zähnen sollten Sie auch Ihre Bürste sorgfältig reinigen: Spülen Sie Griff und Bürs­ten­aufsatz nach jedem Gebrauch unter fließendem Wasser ab. Danach gut an der Luft trocknen lassen. Wechseln Sie ungefähr alle drei Monate den Bürs­tenkopf.

Video: So putzen Sie richtig Zähne

Putz­technik hängt von Art der Zahnbürste ab

Über­lassen Sie Ihrer elektrischen Zahnbürste die Putz­arbeit. Führen Sie die Bürste nur an den Zähnen entlang. Achten Sie darauf, dass Sie alle Zahn­flächen ansteuern: Vorderseiten, Rück­seiten sowie Kau­flächen.

Die genaue Putz­technik unterscheidet sich je nach Art der elektrischen Zahnbürste. Wie Sie mit den verschiedenen Bürs­tentypen richtig putzen, zeigt unser Video oben.

Wichtig: Der Druck der Bürste darf nicht zu stark sein. Das kann Zahn­fleisch und Zähne schädigen. Wer sich oft dabei ertappt, beim Putzen zu fest auf Zahn und Zahn­fleisch zu drücken, kann über die Anschaffung einer elektrischen Bürste mit Andruck­kontrolle nach­denken. Diese Bürsten sind zum Beispiel mit einer kleinen Leuchte ausgestattet, die aufblinkt, wenn zu stark gedrückt wird.

Elektrische Zahnbürsten im Test - Von Luxus bis Schnäpp­chen
Korrekt putzen. Mit oszillierend-rotierenden Bürsten (links) jeden Zahn einzeln, mit Schall­zahnbürsten (Mitte und rechts) mehrer Zähen auf einmal. Im Front­bereich die Bürste hoch­kant ansetzen. © Axel Kock

Mit rundem Bürs­tenkopf. Mit diesen oszillierend-rotierenden Bürsten müssen Sie jeden Zahn einzeln einige Sekunden putzen. Setzen Sie den Bürs­tenkopf parallel zu den Zähnen am Zahn­fleisch­rand auf und führen Sie die Bürste daran entlang. Schwenken Sie den Bürs­tenkopf auch in die Zahn­zwischenräume.

Mit läng­lichem Bürs­tenkopf. Der breitere Kopf von Schall­zahnbürsten erfasst mehrere Zähne auf einmal. Setzen Sie ihn – wie eine Hand­zahnbürste – in einem 45-Grad-Winkel zum Zahn­fleisch auf. Das Bors­tenfeld sollte zur Hälfte darauf liegen. Verbleiben Sie kurz dort, um die Beläge zu lockern. „Fegen“ Sie sie dann von rot (Zahn­fleisch) nach weiß (Zähne) heraus.

Das gilt für alle Bürsten. Lassen Sie keinen Bereich aus. Setzen Sie die Bürste eventuell hoch­kant auf, um die Innen­seiten vorn gut zu erreichen. Schenken Sie Innen-, Außen- und Kauf­lächen in allen Gebiss­vierteln gleich viel Aufmerk­samkeit.

Zahnpasta mit Fluorid

Benutzen Sie eine fluoridhaltige Zahnpasta. Die Stiftung Warentest untersucht regel­mäßig Zahnpasten. Gute müssen nicht teuer sein, wie unsere Zahnpasta-Tests zeigen. Die Daten­bank liefert Bewertungen von 40 Zahn­cremes für Erwachsene. Test­ergeb­nisse zu Kinder­zahn­cremes finden Sie in unserem Kinderzahnpasta-Test.

Zahn­zwischenräume täglich reinigen

Reinigen Sie zusätzlich zum Zähneputzen einmal täglich die Zahn­zwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen. Das ist wichtig, um Plaque wirkungs­voll zu entfernen und Karies vorzubeugen. Denn so gut Sie auch putzen, Zahnbürsten gelangen nicht in die Zahn­zwischenräume. Das nach­folgende Video zeigt, wie Sie das richtig machen.

Video: Zahnseide richtig einsetzen

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Zähneputzen auch bei Zahn­fleisch­bluten

Wer Probleme mit Zahn­fleisch­entzündungen hat, sollte sich nicht vom Putzen abhalten lassen – auch wenn es anfäng­lich blutet. Es ist wichtig, die Beläge am Zahn­fleisch­rand gründlich zu entfernen, sonst kann sich die Entzündung noch verschlimmern. Wenn man richtig putzt, sollten die Blutungen nach spätestens einer Woche verschwinden. Ansonsten den Zahn­arzt um Rat fragen.

Tipp: Zusätzlich helfen kann regel­mäßiges Spülen mit einer Mundspüllösung.

Wenn Kinder Zähne putzen – Kontrolle ist besser

Eltern sollten die Zähne von kleineren Kindern, die eine elektrische Zahnbürste nutzen, immer nach­putzen – und zwar solange, bis der Nach­wuchs die Schreib­schrift flüssig beherrscht (siehe unser Video im Kinderzahnpasta-Test). Dann erst reicht die Fein­motorik für selbst­ständiges Säubern. Aber auch bei Erwachsenen gilt: Kontrolle ist besser. Gehen Sie zweimal jähr­lich zur Kontroll­unter­suchung beim Zahn­arzt. Zudem empfehlen Zahn­ärzte zusätzlich zur täglichen Zahn­pflege etwa alle sechs Monate eine professionelle Zahnreinigung.

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383 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

polarfuchs22 am 05.02.2023 um 13:50 Uhr
Funktionalität ohne App - Andruckkontrolle?

Guten Tag,
sind die von Ihnen getesteten Schallzahnbürsten (insbesondere Phillips) auch ohne die zugehörige App sinnvoll nutzbar? D.h. funktionieren Andruckkontrolle (akustisch oder taktil), 2-Min-Timer und 4-Quadranten-Timer auch ohne die Installation der angebotenen App? Oder ist die App zwingend erforderlich, wenn ich eine Andruckkontrolle wünsche? In diesem Fall wäre dies für mich ein Ausschlusskriterium. Leider geht dies aus Ihrem Test nicht eindeutig hervor..
Danke und Gruß

Criticon am 01.02.2023 um 20:49 Uhr
Nachhaltige Zahnreinigung? - 40 Jahre ohne Akku!

Unsere AEG-Elektrozahnbürste stammt aus den 1980ern. Sie hat - statt eines Akkus - ein Kabel mit vollisoliertem 6V-Steckernetzteil das man zum Betrieb in die Steckdose steckt und hinterher wieder abzieht ... an ihr war noch nie etwas defekt und sie läuft immer noch tadellos. DAS finde ich nachhaltig - auch wenn man die letzten Jahre eigentlich nicht voll zählen darf: Es gibt für das Gerät keine passenden Aufsteckzahnbürsten mehr (jedenfalls habe ich keine mehr gefunden) so dass es jetzt "nur" noch als Polier- und Reinigungsmaschine in der Werkstatt verwendet werden kann.

UweHenke am 26.01.2023 um 16:44 Uhr
Nicht alle sind wirklich empfehlenswert

Seit ca. 10 Jahren wird von uns eine elektrische Zahnbürste von Braun zu unserer Zufriedenheit genutzt. Nur der Accu schwächelt und muss nach ca. 3 Tagen aufgeladen werden. Als Alternative haben wir vor 2 Jahren das Modell von DM gekauft, auch wegen des günstigen Preises. Anfangs ganz gut, aber nach einem Jahr hielt die Acculadung nicht mehr als 1 Tag. Nach 2 Jahren ging nichts mehr. Ich hatte dann die Öffnung für die Entnahme des Accus aufgeschraubt, da kam mir schon Wasser entgegen. Vermutlich ist die Dichtung an der Oberseite nicht nicht in Ordnung. Als Ersatzgerät haben wir uns wieder für ein Gerät von Braun entschieden. Der Drucksensor des Geräte zeigt ein rotes Licht wenn der Druck zu stark ist. Dies als Hinweis für vorstehende Kommentare.
Fazit: Wer billig kauft, kauft zweimal.

Profilbild Stiftung_Warentest am 23.01.2023 um 14:27 Uhr
Zahnreinigung und Nachhaltigkeit

@Frank.xxx: Die Reinigungsleistung einer Zahnbürste ist immer ein Zusammenspiel verschiedener Parameter. Dabei spielen die Form und Bewegung (Vibration und Frequenz) der Büste genauso eine Rolle wie die Qualität der Borste. In der Praxis ist die Reinigungsleistung natürlich auch von der persönlichen Handhabung abhängig.
Die nur befriedigende Bewertung der Handhabung ist vor allem dem Fehlen einer deutschen Gebrauchsanleitung geschuldet. Dass die Boombrush mittels eines USB-Kabels geladen wird fließt nicht in die Bewertung ein.

Profilbild Stiftung_Warentest am 23.01.2023 um 14:09 Uhr
Lautstärke, Vibrtionsstärke

@varvara: Vielen Dank für Ihren Hinweis. Ihren Wunsch auch Lautstärke und Vibrationsstärke mit in den Test einzubeziehen geben wir gerne an die Fachredaktion weiter.