ec-Karten und Kreditkarten Meldung

Bei vielen Händlern, an der Tankstelle oder im Restaurant kann es passieren, dass die ec-Karte die Zahlung verweigert. Bis nächste Woche werden die Zahlungsprobleme noch anhalten. Wie sich Kunden jetzt darauf einstellen, sagt Finanztest-Expertin Kerstin Backofen.

[Update 08.01.2010] Sparkassen leisten Ersatz

Sparkassen und Landesbanken sowie Volks- und Raiffeisenbanken wollen Kunden entstandene Gebühren für das Bargeldabheben erstatten, wenn sie mit einer fehlerhaften Karte kein Geld an institutseigenen Automaten erhalten haben. Die Verbände raten den betroffenen Kunden, Belege für die entstandenen Gebühren in ihre Filiale mitzubringen.

Ob die Karte funktioniert, sieht man ihr nicht an

test.de: Zu Jahresbeginn haben etwa 30 Millionen Bankkunden- und Kreditkarten den Dienst verweigert. An Geldautomaten können Kunden inzwischen fast überall wieder Bargeld abheben. Doch bei vielen Händlern streiken die Karten. Welche Karten sind betroffen? Kann der Kunde das selbst erkennen?

Kerstin Backofen: Man sieht es den Karten nicht an, ob sie einwandfrei funktionieren. Am häufigsten müssen mit über 23 Millionen fehlerhaften Karten Kunden von Sparkassen und Landesbanken mit Pannen rechnen. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) teilte uns mit, dass die Pannen bei Karten auftreten, die einen sogenannten EMV-Chip tragen. Bei Kreditkarten sind nur Karten betroffen, die vor März 2009 ausgegeben wurden. Wer eine Sparkassencard nach Juni 2009 bekommen hat, soll keine Probleme haben. Der Verband hat inzwischen angekündigt, den Programmierungsfehler mit einem Software-Update beheben zu wollen. Ein für die Sparkassen teurer und für die Kunden langwieriger Kartenaustausch soll damit vermieden werden.

Ohne Kulanz schneiden Banken sich ins eigene Fleisch

test.de: Wenn der Kunde mit seiner Bankkundenkarte nur an einem Geldautomaten eines fremden Instituts Geld erhält und das Gebühren kostet, kann er sich das Geld von seiner Bank zurückholen? Wie ist das mit Gebühren, die man für das Geldauszahlen am Schalter zahlen muss?

Kerstin Backofen: Wenn der institutseigene Geldautomat nicht funktioniert und Kunden an einem fremden Geldautomaten Geld ziehen müssen, sollten sie die dafür anfallenden Mehrkosten umgehend bei der Bank geltend machen. Das gilt auch dann, wenn sie Kosten haben, weil sie Bargeld am Schalter holen. Banken wären in der derzeitigen Situation schlecht beraten, wenn sie nicht kulant handeln würden.

Mehr Bargeld mit ins Ausland nehmen

test.de: Große Probleme gibt es im Ausland. Zahlungskarten mit EMV-Technik können an Bankautomaten und am Händler-Terminal streiken. Wie sollen sich Reisende verhalten?

Kerstin Backofen: Bevor Reisende ins Ausland fahren, sollten sie ihre Karten zu Hause am Automaten und beim Einkauf testen. Funktionieren sie im Ausland trotzdem nicht, bekommen Touristen mit Karte und Ausweis am Bankschalter Bargeld. Aktuell empfiehlt Finanztest bei längeren Reisen, zu den Karten auch Reiseschecks mitzunehmen und eventuell auch etwas mehr Bargeld, damit Reisende zumindest für die ersten Tage im Ausland flüssig sind.

test.de: Zahlt die Hausbank die Kosten, wenn sich Reisende Geld schicken lassen müssen?

Kerstin Backofen: Wenn sich Urlauber wegen des fehlerhaften Chips Geld schicken lassen müssen, zum Beispiel über Moneygram oder Western Union, dann können sie auch diese Mehrkosten bei ihrer Bank zu Hause geltend machen.

Nicht mit Klebestreifen manipulieren

test.de: Sollen Verbraucher dem Rat aus den Medien folgen und den EMV-Chip mit Tesa-Film überkleben?

Kerstin Backofen: Wir raten eher davon ab. Der Klebestreifen könnte das Lesegerät beschädigen, zum Beispiel im Kartenschlitz stecken bleiben, dann hat der Händler auch mit fehlerfreien Karten ein Problem.

test.de: Wie soll sich ein Bankkunde verhalten, der unsicher ist, ob der vom Automat verweigerte Geldbetrag trotzdem von seinem Konto abgebucht wurde?

Kerstin Backofen: Bankkunden sollten ihre Kontoauszüge jetzt besonders aufmerksam prüfen. Ist dort eine Abbuchung registriert, obwohl ihnen der Automat kein Geld ausgezahlt hat, informieren Sie sofort ihre Bank. Sie prüft und bucht den Betrag zurück. Gleiches gilt für Kartenzahlungen in Geschäften, die nicht funktioniert haben. Zum Nachweis der abgebrochenen Transaktion sollten Kunden den im Laden erhaltenen Beleg aufheben.
Geldkarten-Panne: 20 Mio Karten nicht akzeptiert

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