ec-Karte Meldung

Im Streit mit der Dresdner Bank hat Marcus Müller verloren. Obwohl seine Karte im Automaten stecken blieb, hatte er sie nicht sperren lassen.

Bleibt eine ec-Karte im Geldautoma­ten stecken, gilt sie als verloren. Kunden, die dann nicht den Sperrdienst (0 180 5/02 10 21) anrufen, müssen Schä­d­en durch Missbrauch der Karte selber tragen. Das haben das Berliner Amtsgericht Mitte (Az. 110 C 5012/01) und das Landgericht Berlin entschieden (Az. 51 S 84/02). Den Ber­liner Polizeibeamten Marcus Müller kommen die Urteile teuer. Sein Schaden: Über 2 300 Euro.

Während des Mallorca-Urlaubs hatte ein Geldautomat der Santander Bank seine Karte geschluckt. Im Beisein seiner Frau nutzte er das Santander-­Servicetelefon. „Kein Problem“, hörte er, „die Karte ziehen wir ein, zu Hause gibt es eine neue“. Für Marcus Müller war der Fall damit fast erledigt. Er rief noch die Sperrnummer in Deutschland an, sprach aber nicht auf das dort geschaltete Aufzeichnungsgerät. Schließlich hatte er nur fragen wollen, ob die Auskunft der spanischen Bank stimmt.

Zurück in Deutschland zeigte ein Blick auf die Kontoauszüge: Die Karte war irgendwie in fremde Hände gelangt. Und mit ihr und mit der Geheimnummer des Polizisten hatte jemand fleißig Geld gezogen und eingekauft.

Marcus Müller sprach zu Hause sofort bei seiner Bank, der Dresdner, vor. Sie war bereit, alle Schäden ab diesem Zeitpunkt zu übernehmen. Für die fremden Einkäufe davor wollten die Banker nicht aufkommen.

Die Richter gaben ihnen Recht. Ein defekter Geldautomat sei kein sicherer Ort für eine ec-Karte. Der Kunde hätte die Karte sofort sperren lassen müssen. Anhaltspunkte, dass die Karte nicht sicher sei, habe er ja gehabt, so das Amtsgericht, schließlich habe Marcus Müller den Sperrdienst schon an der Strippe gehabt.

Den Anruf bei der Santander-Hotline glaubte ihm das Gericht nicht. Aber darauf sei es auch gar nicht angekommen. Müller hätte einfach nicht darauf vertrauen dürfen, dass die Karte wirklich nicht wieder aus dem Gerät herauskommt.

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