ec-Karte Meldung

Wird die ec-Karte aus
dem Wohnmobil gestohlen, haftet die Bank.

Wird eine ec-Karte gestohlen und zieht der Dieb damit am Automaten Geld, dann muss die Bank beweisen, dass der Kunde mit der Pin-Nummer geschludert hat. Kann sie das nicht, muss sie den Schaden tragen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt entschieden (Az. 24 U 188/99).

Bislang wurde Banken in solchen Fällen die Beweissituation ganz erheblich erleichtert, da das Verfahren mit Karte und Pin als sicher gilt. Kunden zogen fast immer den Kürzeren, da die Richter meinten: Nur wenn Kunden dem Dieb die Pin zugänglich machen, sei ein Missbrauch denkbar. Anders nun das OLG: Es stellte fest, dass eine „erfolgreiche“ unbefugte Kartennutzung noch lange nicht darauf hindeute, dass der Karteninhaber die Geheimnummer fahrlässig auf oder bei der Karte notiert hatte.

Das Gericht entschied damit den Fall eines Urlaubers, der die Karte versteckt im verschlossenen Wohnmobil zurückgelassen hatte. Obwohl die ec-Karte gestohlen und zum Abheben von fast 32 000 Mark missbraucht worden war, habe der Urlauber alles richtig gemacht, meinten die Richter. Die Bank muss den Schaden ersetzen.

Die hatte bemängelt, dass der Kunde grob fahrlässig gehandelt habe und von ihm den Ausgleich des Kontos gefordert. Schon die Karte nach Südfrankreich mitzunehmen sei zu riskant gewesen. Doch das sah das Gericht anders: Gerade ec-Karten seien auf Reisen eine sichere Bargeld-Alternative und ein Versteck im Camper sei doch besser als der Liegeplatz am Strand.

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