Verschickt eine Bank unaufgefordert eine Zweit-ec-Karte und kommt es damit zum Missbrauch, hat sie den Schaden zu ersetzen. Das entschied das Amtsgericht Berlin-Mitte (Az. 16 C 202/01).

Geklagt hatte ein Kunde, dem die Bank ohne Bestellung eine Zweitkarte ins Haus geschickt hatte. Er erklärte dem Gericht, in der Türkei gewesen zu sein. Die Karte habe er deshalb nie erhalten. Ein Unbekannter müsse damit an Automaten Geld abgehoben haben.

Ob der Kunde mit der Pin-Nummer sorglos umgegangen war, interessierte das Gericht daraufhin nicht mehr. Es komme allein darauf an, dass bei unaufgeforderter Zusendung der Karte kein Kartenvertrag zustande kommt, wenn der Kunde das Angebot nicht ausdrücklich annimmt. Auch die Tatsache, dass die Zweitkarte für den Kunden gratis war, änderte nichts am Urteil.

Dieser Artikel ist hilfreich. 252 Nutzer finden das hilfreich.