Eine Bank muss einem Kunden die 3 500 Euro ersetzen, die sich ein Dieb mit einer gestohlenen ec-Karte am Automaten und am Schalter verschafft hatte. Das Amtsgericht Frankfurt am Main entschied gegen die Bank, weil sie dem Kunden die eingezogene Karte und vorhandene Videoaufzeichnungen nicht für Nachforschungen zur Verfügung stellen wollte (Az. 30 C 2223/08-45).

Das Urteil überrascht, da der Bundesgerichtshof im Jahr 2004 anders entschieden hat: Bei unberechtigten Abhebungen mit Karte und Geheimnummer spreche der Anschein dafür, dass der Kunde sorglos damit umgegangen sei und den Schaden tragen müsse. Erst wenn er den Anschein entkräfte, müsse die Bank Beweise liefern.

Auch die beklagte Bank hatte sich auf den Anschein berufen. Doch sie muss zahlen, da sie dem Kunden Nachforschungen erschwerte und beim Abheben am Schalter niemand die Personalien kontrolliert hatte, obwohl das Konto ins Minus rutschte.

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