Die weitverbreitete Ansicht, private Verkäufe bei ebay seien immer Privatsache, ist falsch. Selbst wer nur Dinge aus dem eigenen Haushalt versteigert, kann als Unternehmer gelten. So zog ein Verkäufer vor dem Oberlandesgericht Frankfurt den Kürzeren, der für seinen Shop warb: „Wir bieten alles, was Käufer interessiert.“ Eine genaue Grenze zum Gewerbe lässt sich nicht ziehen, weil die Gerichte immer nur über konkrete Fälle entscheiden. Beispiele (siehe Tabelle) zeigen aber: Ab etwa 40 Verkäufen in wenigen Monaten wird es kritisch – und besonders, wenn jemand „Powerseller“ ist oder einen Online-Shop hat oder häufig gleiche Waren oder Neuwaren anbietet – es sei denn es geht um Haus­haltsauflö­sungen oder private Sammlungen (Oberlandesgericht Hamburg, Az. 5 W 7/07).

Tipp: Entscheidet das Gericht auf „Gewerbe“, muss der Verkäufer – anders als Privatleute – ein Widerrufs- oder Rückga­berecht einräumen, bei Gebrauchtwaren mindestens 12 Monate Gewährleistung geben, bei Neuware sogar 24 Mo­nate. Und er trägt das Versandrisiko. Im Streitfall muss aber der Kunde beweisen, dass der Verkäufer Unternehmer ist.

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