Zyklus-Apps

So haben wir getestet

21.11.2017

Zyklus-Apps Testergebnisse für 23 Zyklus-Apps 12/2017

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Inhalt

Im Test: 23 Zyklus-Apps für Frauen, davon je 10 für Android und iOS, 2 nur für Android und 1 nur für iOS. Das Kriterium für die Auswahl vieler Apps im Test war eine möglichst hohe Anzahl an Android-Installationen laut Google Playstore sowie die Verfügbarkeit für iOS. Die anderen Apps wurden exemplarisch ausgewählt, da sie nach eigenen Angaben zum Beispiel auf der sympto-thermalen Bestimmungs­methode für die frucht­baren Tage beruhen. Alle Apps sollten zudem deutsch­sprachig sein, ihre letzte Aktualisierung sollte maximal zwei Jahre zurück­liegen (zumindest bei einer der beiden Varianten für Android oder iOS). Zudem sollten sie ohne zusätzliche Hilfs­mittel wie ange­schlossene Thermo­meter arbeiten. Von Juli bis September 2017 erhoben wir alle Daten. Die Anbieter befragten wir im Juli sowie im September und Oktober 2017. Kauf­preis der Apps laut Stores, Preis für Dienst­nutzung laut Websites der Anbieter Anfang November 2017.

Unter­suchungen

Wir prüften die Apps auf einem Samsung Galaxy S8 beziehungs­weise einem Apple iPhone 7 ohne ange­schlossene Hilfs­mittel. Die Apps wurden an einem Stichtag im Juli 2017 auf den Smartphones installiert. Alle Daten erfassten wir in strukturierten Protokoll­bögen.

Mess- und Prognosekonzept: 50 %

Zwei Experten für Repro­duktions­medizin prüften den theoretischen Nutzen der Methoden, die den Apps zugrunde liegen. Wie potenziell hilf­reich die Apps sind, leiteten die beiden Experten von mehreren Kriterien ab: Welche Para­meter die App erhebt, welche Auskünfte die App selbst, aber auch die App Stores sowie die Webseiten der Anbieter über die – der Bestimmung der frucht­baren Tage – zugrund­liegenden Methoden und Arbeits­weisen liefert und welche Studien vorliegen. Wir baten die Anbieter, ihre Methoden beziehungs­weise Algorithmen offen­zulegen und entsprechende Studien beizusteuern. Zusätzlich hinterlegten wir bereits vorliegende Zyklus­aufzeichnungen in den Apps. Die Experten verglichen diese Daten mit den Prognosen der Apps zu den frucht­baren Tagen.

Hand­habung: 15 %

Zwei Expertinnen für Service­qualität prüften unter anderem, wie verständlich die Informationen und die Navigation in der App sind, ob sie tech­nisch fehler­frei sind, ob Werbung die Nutzung der App behindert und ob – zumindest teil­weise – eine Nutzung ohne Internet­zugang möglich ist.

Trans­parenz: 15 %

Wir bewerteten unter anderem die vorhandenen Informationen zum Anbieter (zum Beispiel Kontakt­möglich­keiten, Qualifikation), Angaben zu Nutzen und Grenzen des Einsatzes, Informationen zu Quellen sowie Angaben zu Qualitäts­prüfungen und zur Finanzierung.

Funk­tions­umfang: 10 %

Wir prüften unter anderem, ob die App grafische Darstel­lungen wie eine Zyklus­über­sicht bietet, wie umfang­reich Hilfen und Anleitungen sind. Außerdem testeten wir, ob sich nutzergenerierte Daten importieren und exportieren ließen und ob eine Anbindung an andere Apps sowie eine Kopp­lung von Hilfs­mitteln möglich ist.

Zyklus-Apps Testergebnisse für 23 Zyklus-Apps 12/2017

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Einhalten der Privatsphäre: 10 %

Wir beur­teilten unter anderem, ob die Apps beziehungs­weise Dienste unter Pseudonym genutzt werden können und ob personenbezogene Daten auf dem Gerät verbleiben. Außerdem bewerteten wir, ob laut Daten­schutz­erklärung Daten an Dritte weitergeben werden dürfen.

Daten­sende­verhalten: 0 %

Mithilfe eines dazwischen­geschalteten Proxy-Rechners wurden die von der App gesendeten Daten bei der Benut­zung der Smartphones ausgelesen, falls notwendig entschlüsselt und analysiert. Sendete die App Daten, die für ihre Funk­tion unnötig sind, etwa eine eindeutige Gerätekennung oder den Mobil­funk­netz­betreiber, bewerteten wir das Daten­sende­verhalten als kritisch. Auch als kritisch bewertet wurde, wenn das Pass­wort bei der Über­tragung zum Anbieter­server zwar trans­port­verschlüsselt, aber nicht „gehasht“ wurde, sprich zusätzlich codiert. Ansonsten lautete das Urteil unkritisch.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Mängel verstärkt auf das Gesamt­urteil auswirken. Sie sind mit einem Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Folgende Abwertung haben wir einge­setzt: Das test-Qualitäts­urteil kann nicht besser sein als das Mess- und Prognosekonzept.

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