Zyklus-Apps Test

Intime Helfer. Apps wie MyNFP bestimmen die frucht­baren Tage.

Zyklus-Apps sollen für ihre Anwende­rinnen bestimmen, wann der nächste Eisprung statt­findet oder die nächste Periode einsetzt. Doch tun sie das auch zuver­lässig? Die Stiftung Warentest hat 23 meist kostenlose Zyklus-Apps wie Clue, Flo, Lady Cycle und MyNFP geprüft – 12 für das Betriebs­system Android und 11 für iOS. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur zwei Android-Apps und eine iOS-App sind gut. Das Problem: Die meisten bestimmen die frucht­baren Tage und die Regel­blutung nicht zuver­lässig.

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TestZyklus-Apps21.11.2017
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Eisprung und Periode bestimmen – wie gut klappt das?

Fünf, sechs Kreuzchen im Kalender – Monat für Monat markieren sich viele Frauen die Tage, an denen sie ihre Regel­blutung haben. Statt zu Stift und Papier greifen immer mehr zu Smartphone und App. Sie setzen ihre Häkchen in digitale Zyklu­skalender und Eisprung­rechner. Während Papier geduldig ist, werden die Programme aktiv. Manche Paare nutzen die Zyklus-App zur Verhütung, andere möchten mit ihrer Hilfe ein Kind zeugen. Wir wollten wissen, wie zuver­lässig die Apps sind.

Welche Zyklus-App ist gut?

Die Stiftung Warentest hat 23 Zyklus-Apps untersucht – 12 für das Betriebs­system Android und 11 für iOS. In der großen Mehr­zahl sind diese Zyklus-Apps kostenlos.

Das bietet der Zyklus-App-Test

Test­ergeb­nisse. Unsere Tabelle zeigt Qualitäts­urteile für 23 aktuelle Zyklus-Apps, davon 12 für das Betriebs­system Android und 11 für Apple iOS. Bewertet haben wir das Mess- und Prognosekonzept, die Hand­habung, sowie Trans­parenz, Funk­tions­umfang, Einhalten der Privatsphäre. sowie das Daten­sende­verhalten der Apps.

Experten-Interview. Kann man mithilfe einer Zyklus-App schwanger werden? Fertilitäts­medizinerin Cordula Schippert erklärt, wie Apps Frauen mit Kinder­wunsch helfen können.

Heft-Artikel. Sie erhalten Zugriff auf den Artikel aus test 12/2017, der auch einen Über­blick über die wichtigsten Verhütungs­methoden und ihre Zuver­lässig­keit gibt.

Viele Apps sind mangelhaft

Nur zwei Android-Apps sowie eine iOS-App erhalten die Gesamt­note gut. Der Groß­teil schneidet mangelhaft ab. Das Problem: Viele Mens­truations-Apps ermitteln den Eisprung und das Einsetzen der Periode rein mathematisch, zum Teil Monate im Voraus. Sie greifen nur auf bereits vorhandene Kalender­daten aus früheren Zyklen der Frau zurück oder ziehen statistische Daten anderer Anwende­rinnen heran.

Die meisten liefern nur Durch­schnitts­werte

Im Ergebnis liefern sie reine Durch­schnitts­werte, zeigen frucht­bare Tage und Regel­blutung so im Zweifel in einem falschen Zeitraum an. Wer sich darauf verlässt, könnte eine lebens­ver­ändernde Über­raschung erleben. Denn: Die Zykluslänge kann ohne weiteres zwischen 25 und 35 Tagen schwanken. Auf reine Durch­schnitts­werte ist demnach keinerlei Verlass.

Basal­temperatur messen, Zervix­schleim beob­achten

Die drei guten Apps im Test funk­tionieren anders: Sie nutzen die sympto-thermale Methode der Arbeits­gruppe NFP, kurz für natürliche Familien­planung, die sich wissenschaftlich mit dem Thema beschäftigt. Die Methode geht so: Die Frau misst morgens ihre Körpertemperatur vor dem Aufstehen, Basal­temperatur genannt. Kurz vor oder nach dem Eisprung steigt die Temperatur leicht an. Zusätzlich beob­achtet sie ihren Zervix­schleim, der im Gebärmutterhals gebildet wird. Menge und Beschaffenheit des Schleims verändern sich im Zyklus­verlauf – um den Eisprung ist er flüssig und klar, nun könnte ein Kind gezeugt werden. Später wird er wieder weniger, zäh und versperrt den Spermien den Zugang zur Gebärmutter.

Zyklus-Apps Test

Unser Screenshot zeigt die App MyNFP.

Gute Apps sind keine Selbst­läufer

Temperatur- und Schleim­ver­änderungen zeigen das Ende der frucht­baren Phase an. Erlernen lässt sich das alles mithilfe von Literatur und NFP-Beratern, die bundes­weit Schu­lungen anbieten. Die Methode der natürlichen Familien­planung, die den Apps zugrunde liegt, ist erprobt. Eine sehr gute Gesamt­note vergeben wir für die Apps dennoch nicht. Der Grund: Aussagekräftige Studien mit App-Nutze­rinnen liegen bisher nicht vor.

Special Verhütungs­methoden: So funk­tionieren sie, so sicher sind sie

test.de gibt in einem Special einen Über­blick über die wichtigsten Verhütungs­methoden und sagt, wie sie funk­tionieren und wie sicher sie sind: Special Verhütungsmethoden.

Intim­sphäre nicht gewahrt

Ein weiterer Kritik­punkt: Viele Apps fragen unnötige private Informationen ab – wie den echten Namen der Anwenderin, das Geburts­datum oder über­flüssige Angaben zur Gesundheit. Neun Apps über­tragen Daten, mit denen sich die Anwenderin verfolgen lässt, etwa die Smartphone-Geräteidentifikations­nummer. So kann etwa Werbung gezielt geschaltet werden, die bei der Nutzerin fruchten soll.

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