Nur selten starten junge Menschen nach ihrem Studium nahtlos in das Berufs­leben. Während die einen erst eine passende Stelle finden müssen, wollen die anderen länger verreisen, bevor sie ihren ersten Job beginnen. In der Zeit zwischen Studium und Job gibt es einige Dinge zu beachten. Wir beant­worten die wichtigsten Fragen zu Arbeits­losig­keit, Kranken­versicherung, Bafög und Kinder­geld. Außerdem erklären wir, was gilt, wenn eine Lücke zwischen Bachelor- und Master­studium entsteht.

Antworten auf häufige Fragen

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Wie lange bin ich nach meiner letzten Prüfung noch als Student einge­schrieben?

Als Student sind Sie so lange einge­schrieben, bis die Exmatrikulation erfolgt. Sie können die Exmatrikulation zu jedem Tag während des laufenden Semesters beantragen. Den Antrag gibt es meist beim Studierendensekretariat Ihrer Hoch­schule. Fast immer empfiehlt es sich aber, bis zum Ende des Semesters zu warten. Melden Sie sich nicht zurück, werden Sie auto­matisch exmatrikuliert. Der Vorteil: Solange Sie als Student einge­schrieben sind, können Sie das Semesterti­cket nutzen. Außerdem gilt so lange die studentische Kranken­versicherung (siehe Frage Wie bin ich in der Zeit zwischen Ende des Studiums und Berufsbeginn oder vor einem Masterstudium krankenversichert?).

Wenn Sie im folgenden Semester ein Master­studium an derselben Hoch­schule beginnen, ist keine Exmatrikulation nötig. Nach erfolg­reicher Bewerbung um das Master­studium melden Sie sich für das nächste Semester zurück. Wechseln Sie für das Master­studium die Hoch­schule, müssen Sie sich bei der alten Universität exmatrikulieren und an der neuen Uni einschreiben.

Tipp: Achten Sie darauf, dass Sie eine Exmatrikulations­bescheinigung bekommen und bewahren Sie diese gut auf. Sie ist für die Rente wichtig. Nicht immer senden die Hoch­schulen die Bescheinigung auto­matisch zu.

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Zwischen Studien­abschluss und Berufs­start liegt eine Lücke. Soll ich mich exmatrikulieren?

Exmatrikulieren Sie sich nicht im laufenden Semester. Warten Sie bis zu dessen Ende. Die Exmatrikulation erfolgt dann auto­matisch, wenn Sie sich nicht zurück­melden. Solange Sie einge­schrieben sind, profitieren Sie von Vorteilen bei Kranken­versicherung, Bahn und öffent­lichem Nahverkehr. Wenden Sie sich früh­zeitig an das Hoch­schul­team der Arbeits­agentur, wenn Sie wissen, dass Sie nach der Uni nicht direkt in den Beruf starten. Dort erfahren Sie auch, ob Sie Anspruch auf Arbeits­losengeld haben.

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Muss ich mich nach dem Studien­abschluss arbeitslos melden?

Eine Pflicht, sich nach dem Abschluss des Studiums bei der Agentur für Arbeit arbeitslos zu melden, besteht nicht. Spätestens nach der Exmatrikulation ist das aber zu empfehlen. Denn nur, wenn Sie arbeitslos gemeldet sind, werden Nachteile für die Rente ausgeglichen. Außerdem haben Sie nur so in der Zeit bis zur ersten Beschäftigung Anspruch auf Arbeits­losengeld. Sind Sie noch auf Jobsuche, können Sie sich von der Arbeits­agentur dabei unterstützen lassen.

Wenn Sie wissen, dass eine Lücke zwischen Studium und Berufs­beginn oder einem Master­studium entsteht, sollten Sie früh­zeitig mit dem Hoch­schul­team der Arbeits­agentur Kontakt aufnehmen.

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Habe ich in der Zeit bis Beginn des Berufs oder Master­studiums Anspruch auf Arbeits­losengeld?

Wenn Sie arbeitslos gemeldet sind, haben Sie Anspruch auf Arbeits­losengeld. In der Regel haben Sie nach dem Studium aber nur Anspruch auf das Arbeits­losengeld II – umgangs­sprach­lich Hartz IV genannt. Aktuell beträgt der Satz für Allein­stehende 424 Euro im Monat. Außerdem über­nimmt die Arbeits­agentur die Miete.

Das Geld gibt es nicht bedingungs­los. Sie müssen nach­weisen, dass Sie bedürftig sind. Ihr Vermögen wird ange­rechnet. Dabei gilt ein Frei­betrag von 150 Euro pro Lebens­jahr. Berück­sichtigt wird auch, wenn Sie in einer Bedarfs­gemeinschaft – also etwa noch bei Ihren Eltern – leben. Dann müssen Sie nach­weisen, dass diese Sie nicht finanziell unterstützen können. Eine normale Wohn­gemeinschaft zählt nicht als Bedarfs­gemeinschaft.

Erhalten Sie Arbeits­losengeld II, müssen Sie dem Arbeits­markt zur Verfügung stehen, also beispiels­weise Urlaube mit der Arbeits­agentur absprechen.

Eher selten haben Sie Anrecht auf Arbeits­losengeld I, das sich nach Ihrem letzten Verdienst richtet. Dies erhalten Sie nur, wenn Sie vor Ihrem Studium schon eine bestimmte Zeit versicherungs­pflichtig gearbeitet haben.

Ob ein Antrag auf Arbeits­losengeld in Ihrem Fall Sinn ergibt, erfragen Sie noch vor der letzten Prüfung bei der Arbeits­agentur.

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Wie bin ich in der Zeit zwischen Ende des Studiums und Berufs­beginn oder vor einem Master­studium kranken­versichert?

Als Student sind Sie bis zum 25. Lebens­jahr in der Regel in der gesetzlichen Kranken- und Pflege­versicherung familien­versichert. Das heißt, Sie sind über Ihre Eltern mitversichert und müssen keine eigenen Beiträge zahlen. Ab dem 25. Geburts­tag sind Sie in der studentischen Versicherung. Die Beiträge betragen knapp 100 Euro im Monat.

In der Familien­versicherung oder der studentischen Versicherung bleiben Sie nach Abschluss des Studiums noch, solange Sie einge­schrieben sind – also längs­tens bis zum Ende des Semesters (siehe Frage Wie lange bin ich nach meiner letzten Prüfung noch als Student eingeschrieben?). Für die Lücke bis zum Berufs­beginn oder einem Master­studium ergeben sich folgende Möglich­keiten:

- Sind Sie jünger als 23, bleiben Sie weiter in der Familien­versicherung und müssen keine Beiträge zahlen.

- Erhalten Sie Arbeits­losengeld, über­nimmt die Arbeits­agentur die Beiträge.

- Sind die ersten beiden Punkte nicht erfüllt, müssen Sie sich freiwil­lig versichern. Die Monats­beiträge betragen mindestens 186 Euro plus Zusatz­beitrag der jeweiligen Krankenkasse. Im Schnitt ergibt das 196 Euro.

Wichtig: Wenn Sie als Student in der privaten Kranken­versicherung waren, können Sie für die Zeit bis zum Berufs­beginn nicht in die gesetzliche Kranken­versicherung wechseln. Das ist nur möglich, wenn Sie Arbeits­losengeld erhalten und die Arbeits­agentur Ihre Beiträge über­nimmt.

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Wie lange erhalte ich nach Studien­abschluss noch Bafög?

Die letzte Bafög-Zahlung erhalten Sie für den Monat, in dem das Abschluss­zeugnis übergeben wird, spätestens jedoch für den zweiten Monat nach dem Monat, in dem Sie die letzte Prüfung abge­legt haben.

Beispiel Justus Volkers hat Mitte Mai 2019 mit der Abgabe seiner Bachelor­arbeit die letzte Prüfung seines Studiums abge­legt. Seine letzte Bafög-Zahlung erhält er somit für den Juli, obwohl ihm das Zeugnis erst im September über­reicht wird.

Bei einer Lücke zwischen Bachelor- und Master­studium besteht kein Anspruch auf Bafög. „Für das Master­studium muss ein neuer Bafög-Antrag gestellt werden, denn es gilt als neuer Ausbildungs­abschnitt“, sagt Achim Meyer auf der Heyde vom Deutschen Studierenden­werk.

Tipp: Mehr zum Thema Ausbildungs­förderung lesen Sie in unseren FAQ Bafög beantragen.

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Erhalten meine Eltern nach meinem Studium weiter Kinder­geld?

Ihre Eltern erhalten bis zu Ihrem 25. Geburts­tag Kinder­geld oder bis zu dem Monat, in dem Ihnen das Prüfungs­ergebnis bekannt gegeben wird. Fangen Sie schon vorher an zu arbeiten, endet der Anspruch in diesem Monat.

Eine Lücke zwischen Bachelor- und Master­studium darf maximal vier Monate dauern, damit Eltern ihr Anrecht auf Kinder­geld ununterbrochen bewahren. Dauert der Über­gang länger, verlieren Eltern für die gesamte Zwischen­zeit ihren Anspruch.

Erst sobald Ihre Eltern Ihren Ausbildungs­willen nach­weisen können, zahlt die Kasse wieder (Bundes­finanzhof, Az. III R 66/05). Das gelingt, indem Sie sich ernst­haft bei verschiedenen Universitäten um einen Studien­platz bemühen und dies für die Familien­kasse dokumentieren.

Tipp: Mehr Informationen zum Kinder­geld für Voll­jährige finden Sie in unserem Special Kindergeld ab 18.

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