Zwei Handys von Aldi Schnelltest

Aldi Nord hat ab heute zwei günstige Marken-Handys ohne SIM-Karte im Angebot. Das ist interessant für Mobiltelefonierer mit Prepaid-Karte. Sie erhalten kein subventioniertes Handy. Für 69,99 Euro wartet ein schlichtes Gerät von Siemens, ohne Schnickschnack wie Fotofunktion oder besondere Schnittstellen. Mit 139 Euro kostet das Motorola-Modell zwar das Doppelte. Dafür sind hier jedoch eine Digitalkamera und eine Bluetooth-Schnittstelle integriert. Bei test.de waren die beiden Mobilfunktelefone im Schnelltest.

Unscharfe Kamera

Eines vorneweg: Beide Handys gehören eher zur Sorte Auslaufmodell, dafür haben sie aber auch sehr attraktive Preise. Subventionierte Vertragshandys sind meist üppiger ausgestattet und arbeiten mit modernerer Technik. So steckt zum Beispiel im Motorola L6 eine VGA-Kamera mit 0,3 Megapixel. Mittlerweile ist eine Auflösung von mindestens 1,3 Megapixel angesagt. Das reicht in etwa aus, um Fotos auf einem 17 Zoll-Monitor bildschirmfüllend darzustellen. Dementsprechend bescheiden fällt das Urteil über die Fotoqualität des Motorola L6 aus: Die niedrige Auflösung erlaubt nur unscharfe Schnappschüsse mit allerdings recht ordentlicher Farbwiedergabe.

Gute Sprachqualität

Beim Siemens A 31 können sich die Tester auf die Basisfunktionen konzentrieren. Beispiel: Telefonieren und SMS-Versand. Beim Telefonieren zeigt das Display den Namen - sofern gespeichert - und die Nummer des Anrufers. Erfreulich: Beim Gespräch erlischt das Hauptdisplay schon nach 15 Sekunden, das spart Akku-Energie. Die Sprachqualität ist gut, wenn auch die Sprache nicht ganz so klar klingt. Die empfangenen SMS lassen sich gut lesen.

Undurchsichtiges Menüsystem

Das Motorola L6 hat noch bessere Sprachqualität als das Siemens A 31: kein Rauschen, keine Aussetzer. Weniger erfreulich: Nach Annahme des Gesprächs erlischt das Display erst nach 40 Sekunden. Dadurch verliert der Akku unnötig Energie. Das Design der Tasten sieht zwar schick und schlank aus, hat aber Nachteile: Die Tasten lassen sich nicht erfühlen und die Trennlinien zwischen ihnen lassen fälschlicherweise auf eine andere Anordung schließen. Auch bei der Menüführung setzt sich die schlanke Linie fort. Das Hauptmenü zeigt nur den Namen des gerade ausgewählten Menüpunktes an. Die anderen Punkte stellt die Software lediglich durch Symbole dar, durch die nicht immer klar wird, was dahinter steckt.

Einfacher Datentransfer dank Bluetooth

In Sachen Datenübertragung ist das Motorola L6 auf der Höhe der Zeit. Mit der Bluetooth-Schnittstelle lassen sich Daten auf den Rechner übertragen und vom Rechner auf das Handy. Dafür benötigen Aldi-Kunden keinen Treiber. Beim Datentransport per USB schon: Windows XP fragt nach Treibern, die entsprechende Treiber-CD fehlt, ebenso das Mini-USB-Anschlusskabel. Der Datentransfer ist auch nötig, weil der 10 Megabyte-Speicher nur für wenige Fotos ausreicht. Ein Steckplatz für eine Speicherkarte wäre da eine wünschenswerte Eigenschaft.

Unterschiedliche Anleitungskonzepte

Die Bedienungsanleitung des Siemens A 31 ist bescheiden. Es ist ein auf A3-Größe aufklappbares Faltblatt, das wenig praktisch und übersichtlich ist. Ein erkennbares Gliederungssystem fehlt, es gibt kein Inhalts- oder Stichwortverzeichnis. Die Anleitung ist zudem unvollständig. Ganz anders die Anleitung des Motorola: ein Heft mit 100 Seiten, dazu eine Kurzanleitung zum Auffalten. Die Anleitung ist nahezu vollständig, alles Wichtige ist kurz beschrieben. Lediglich das Layout verschafft beim Lesen wenig Übersicht.

Ordentliche Akkubetriebsdauer

Die Bewertung des Akkubetriebs fällt bei beiden Geräten mit „Befriedigend“ in etwa gleich aus. Dennoch gibt es Unterschiede im Detail. Der Akku des Motorola hält beim Telefonieren - vor allem in D-Netzen - etwas länger als der Siemens-Akku. Dafür ist die Betriebsdauer bei hellem Display mit knapp 4 Stunden wesentlich geringer als beim Siemens mit etwa 7 Stunden. Wer also viel SMS schreibt, im Menü manöviert, Fotos macht und anschaut, wird beim Motorola relativ schnell lesen: „Akku leer“.

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