Zuzahlungen in der GKV Meldung

Für das kommende Jahr können sich gesetzlich Versicherte von Zuzahlungen wie der Praxisgebühr oder für Medikamente in der Apotheke befreien lassen. Einige können sogar für 2011 noch etwas zurückerhalten. Für Zuzahlungen muss jeder erwachsene Kassenpatient im Durchschnitt etwa 86 Euro pro Jahr berappen.

Für viele Leistungen sind 10 Euro fällig

An vielen Gesund­heits­leistungen müssen sich Patienten beteiligen, üblich sind Beträge bis zu 10 Euro. So hoch ist die Praxis­gebühr für den ersten Arzt­besuch im Quartal und zusätzlich auch für den ersten Zahn­arzt­besuch. Mit bis zu 10 Euro beteiligen sich Versicherte an vielen verschreibungs­pflichtigen Medikamenten in der Apotheke. Das gilt ebenso für Hilfs­mittel wie etwa Hörgeräte oder Inkontinenzeinlagen. Und 10 Euro pro Tag sind auch für den Aufenthalt im Kranken­haus und Reha fällig. Auch für unver­meidliche Fahrt­kosten zum Arzt oder ins Kranken­haus, für die häusliche Kranken­pflege, für Mutter-Kind-Kuren und für Haus­halts­hilfen sind Zuzah­lungen vorgesehen. Das summiert sich: Ungefähr 86 Euro gab jeder erwachsene Versicherte im Jahr 2010 im Durch­schnitt für Zuzah­lungen aus. Lediglich Versicherte unter 18 bleiben verschont.

Viele Versicherte können sich befreien lassen

Versicherte können sich von weiteren Zuzah­lungen befreien lassen, sobald sie dafür im laufenden Jahr bereits 2 Prozent des „Familien­brutto­einkommens“ ausgegeben haben. Ehepartner und einge­tragene Lebens­partner berechnen diesen Wert, indem sie folgende Beträge vom gemein­samen Brutto­einkommen abziehen: 4 725 Euro (2011: 4 599 Euro) und zusätzlich 7 008 Euro für jedes Kind. Bei Singles zählt grund­sätzlich das volle Brutto­einkommen. Für chro­nisch kranke Menschen liegt die Belastungs­grenze bei 1 Prozent. Im Jahr 2010 lagen 7,2 Millionen Versicherte mit ihren Ausgaben über der Belastungs­grenze, berichtet das Bundes­gesund­heits­ministerium.

Bei der Orientierung über die Höhe der Belastungs­grenze hilft die Tabelle: Überblick zur Belastungsgrenze aus dem Special Krankenversicherung. Um die Höhe der eigenen Belastungs­grenze zu berechnen, können Versicherte Rechner im Internet nutzen – zum Beispiel den Zuzahlungsrechner des AOK-Bundesverbandes.

So funk­tioniert die Befreiung

Sammeln Sie alle Zuzahlungs­belege. Melden Sie es Ihrer Krankenkasse, wenn Sie die Belastungs­grenze über­schreiten. Dann erhalten Sie eine Bescheinigung, aus der hervorgeht, dass Sie keine Zuzah­lungen mehr leisten müssen. Zuviel Bezahltes können Sie am Jahres­ende von der Kasse zurück­bekommen, auch für das Jahr 2011. Für das kommende Jahr können Sie auch vorab den Betrag in Höhe der Belastungs­grenze einzahlen und sich sofort befreien lassen. Auch hier gilt: Belege sammeln. Dann können Sie sich am Ende des Jahres einen Teil des Geldes von der Kasse zurück­holen, falls Sie die Belastungs­grenze nicht ausgeschöpft haben.

Für Zahn­ersatz gelten andere Regeln

Auch für Zahn­ersatz zahlen gesetzlich Versicherte in den meisten Fällen drauf. Hier gelten andere Regeln, denn der Eigen­anteil am Zahn­ersatz gilt nicht als Zuzahlung: Die Krankenkasse zahlt für Zahn­ersatz einen Fest­zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Kosten, die Kassen und Zahn­ärzteschaft für eine einfache Regel­versorgung fest­gelegt haben – etwa für eine Brücke aus einer Metall­legierung ohne Gold­anteil. Die restlichen Kosten muss der Versicherte tragen. Der Fest­zuschuss erhöht sich auf bis zu 65 Prozent der Regel­versorgung, wenn der Versicherte in den vergangenen zehn Jahren jedes Jahr zur Vorsorge zum Zahn­arzt war. 100 Prozent der Regel­versorgung über­nimmt die Kasse bei Versicherten, die im Monat nicht mehr als 1 050 Euro brutto (2011: 1 022 Euro) einnehmen oder Sozial­leistungen wie Hartz IV oder Bafög beziehen. Sie zahlen lediglich hinzu, wenn sie teureren Zahn­ersatz wünschen, der über die einfache Regel­versorgung hinaus­geht.

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