Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst Meldung

Die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) sichert Arbeitern und Angestellten des öffentlichen Dienstes eine zusätzliche Rente.

Für die Angestellten des öffentlichen Dienstes ist das Alter - noch - gut gesorgt. Während andere Beschäftigte mit Eintritt in den Ruhestand mindestens ein Drittel weniger Geld zur Verfügung haben, reicht das Einkommen der öffentlich Bediensteten auch im Alter nahe an das letzte Gehalt heran. Ob das so bleibt, hängt davon ab, wie die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) ihre strukturellen Defizite in den Griff bekommt, die vor allem durch den Beschäftigungsabbau entstanden sind. Auf erste Reformschritte haben sich Arbeitgeber und Gewerkschaften geeinigt. Rückwirkend zum 31. Dezember 2000 wird das Gesamtversorgungssystem geschlossen und durch ein Punktemodell ersetzt. Für alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes, die am 1. Januar 2002 ihr 55. Lebensjahr bereits vollendet hatten, bleibt aber alles weitgehend beim Alten.

Die jüngeren Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst erhalten durch den Systemwechsel die Möglichkeit, mit eigenen Beiträgen eine zusätzliche kapitalgedeckte Altersversorgung aufzubauen. Nutzen können sie dafür auch die staatliche Riester-Förderung aus staatlicher Zulage und Sonderausgabenabzug in der Steuererklärung.

Zwei Millionen Pflichtversicherte

Bund und Länder als Träger der 1929 gegründeten VBL müssen für das neue System in den nächsten sieben Jahren rund 5,7 Milliarden Euro zusätzlich aufbringen. Das entspricht einem Mehrbeitrag der Arbeitgeber von etwa zwei Prozentpunkten. Bislang haben die Arbeitgeber 6,45 Prozent vom Bruttolohn an die VBL gezahlt. Die Arbeitnehmer haben 1,25 Prozent aus ihrem Bruttolohn bezahlt, vom 1. Januar 2002 an werden es 1,41 Prozent sein.

Derzeit sind knapp zwei Millionen Arbeiter und Angestellte der öffentlichen Hand bei der VBL pflichtversichert. Sie zahlt ihnen eine Rente, wenn sie in den Ruhestand gehen oder nicht mehr voll erwerbsfähig sind. Stirbt der Versicherte, zahlt die VBL ein Sterbegeld und versorgt auch die Hinterbliebenen.

War ein Mitarbeiter mindestens 40 Jahre im öffentlichen Dienst beschäftigt, bekam er den Höchstversorgungssatz: Gesetzliche Rente plus Versorgungsrente entsprachen 91,75 Prozent des letzten Nettogehalts. Pro Jahr bekam jeder Mitarbeiter bisher 2,294 Prozent seines letzten Nettogehalts, bei 30 Jahren also 68,82 Prozent, bei 25 Jahren 57,35 Prozent. Zur Berechnung des Versorgungssatzes zählen auch die Jahre, in denen der Beschäftigte nicht im öffentlichen Dienst gearbeitet hat - allerdings nur zur Hälfte.

Versicherungsrente

Etwa 1,8 Millionen ehemalige Angestellte des öffentlichen Dienstes sind beitragsfrei bei der VBL versichert. Sie bekommen keine Versorgungsrente, die jährlich um ein Prozent erhöht wird, sondern eine niedrigere, nicht dynamische Versicherungsrente.

Möglich ist aber auch, dass ein ehemals öffentlich Bediensteter einen Anspruch auf eine Versorgungsrente hat. Voraussetzung dafür war bislang: Der Betroffene war zehn Jahre beim selben Arbeitgeber und beim Ausscheiden mindestens 35 Jahre alt. Jetzt muss der Betreffende nur noch mindestens fünf Jahre lang beim gleichen Dienstherrn gearbeitet haben und mindestens 30 Jahre alt sein, wenn er wechselt. Die Höhe seiner Rente hängt - wie die der Versicherungsrente - davon ab, wie viel der Betroffene im öffentlichen Dienst verdient hatte.

Tipp: Für Versicherte, die das 55. Lebensjahr vollendet haben, erstellt die VBL auf Antrag Rentenauskünfte über die Höhe der aktuell erreichten Versorgungsanwartschaften. Sie benötigt dazu eine ebenfalls aktuelle Rentenauskunft des zuständigen gesetzlichen Rentenversicherungsträgers. Das ist entweder die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) in Berlin oder die jeweilige Landesversicherungsanstalt (LVA).

Dieser Artikel ist hilfreich. 432 Nutzer finden das hilfreich.