Zusatzversicherungen für Kassenpatienten Test

Kassenpatienten stehen im Krankenhaus meist schlechter da als Privatpatienten. Die gesetzlichen Krankenkassen müssen sparen. Wer sich dennoch Chef­arztbehandlung, Ein- oder Zweibett­zimmer und freie Krankenhauswahl leisten will, muss selbst zahlen - oder eine Krankenhaus­zusatzversicherung abschließen. Sie übernimmt die Kosten für die Behandlung erster Klasse. Doch die Preisunterschiede sind enorm: Kunden zahlen für die günstigste Zusatzversicherung nur gut die Hälfte von dem, was sie für das teuerste Angebot zahlen müssten - und das bei ähnlichen Leistungen. Finanztest hat die Krankenhaus­zusatzversicherungen aller privaten Krankenversicherer untersucht und nennt die besten Angebote.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Zusatzversicherungen für Kassenpatienten

Extras kosten extra

Der Chefarzt behandelt und die Zusatzversicherung zahlt. Ein großer Vorteil für Kassenpatienten. Denn das Krankenhaus zieht den Chefarzt bei Kassenpatienten nur dann hinzu, wenn sein Können wegen einer besonders schweren oder seltenen Erkrankung unbedingt erforderlich ist. In allen anderen Fällen müssen sie die Chefarztbehandlung privat hinzukaufen. Wer keine Zusatzpolice hat, kann mit dem Krankenhaus ­eine so genannte Wahlleistungsvereinba­rung abschließen. Damit entscheiden sich Patienten aber nicht nur für den Chefarzt, sondern auch für die Abrechnung sämtlicher Untersuchungen und Behandlungen nach der privaten Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Selbst Röntgenaufnahmen, Narkose und Laborleistungen werden dann nach der GOÄ berechnet - und das ist teuer: Die Krankenkasse begleicht nur die regulären Krankenhauskosten. Das Kassenmitglied muss dann nicht nur die gesetzlichen Zuzahlungen von zehn Euro pro Krankenhaustag aus eigener Tasche zahlen, sondern auch alle Wahlleistungen.

Freie Zimmer- und Krankenhauswahl

Für ein Ein- oder Zweibettzimmer allein brauchen gesetzlich Versicherte nicht unbedingt eine private Police. Den Aufpreis für ein besseres als das reguläre Mehrbettzimmer können viele zur Not noch selbst finanzieren. Bei längeren Klinikaufenthalten bringt sie aber echte Vorteile: Je nach Krankenhaus und Abteilung liegen die Zuschläge für ein Zweibettzimmer zwischen 30 und 100 Euro, für ein Einbettzimmer zwischen 100 und 200 Euro pro Tag. Nicht nur die Zimmerpreise unterscheiden sich von Krankenhaus zu Krankenhaus, auch die Kosten für die Behandlung. Die Kasse finanziert nur die Behandlung im nächstgelegenen geeigneten Krankenhaus. Möchte der Kassenpatient in ein teureres oder weiter entferntes Krankenhaus, als von der Kasse vorgesehen, decken die meisten Zusatzpolicen die möglichen Mehrkosten. Die Tür zu Privatkliniken bleibt Kassenpatienten aber auch mit Police weiterhin verschlossen - außer sie zahlen den Kassenanteil der Rechnung selbst.

Vertrag früh abschließen

Die privaten Krankenversicherer suchen sich ihre Kunden aus. Deshalb gilt: Je jünger und gesünder ein Antragsteller ist, desto eher und günstiger erhält er einen Vertrag. Krankheit und Alter erschweren den Zugang. Selbst Erkrankungen, die der Kunde für vergleichsweise harmlos hält - etwa Rückenbeschwerden oder erhöhte Blutfettwerte - können zu einem Risikozuschlag führen. Ist der Vertrag aber geschlossen, hat der Kunde den Extraschutz sicher. Der Versicherer zahlt die vereinbarten Wahlleistungen im Krankenhaus - egal, was sie kosten.

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