Zusatzversicherungen Meldung

Kassenpatienten können sich mit einer privaten Zusatzversicherung Chefarztbehandlung oder freie Klinikwahl sichern. Unsere Analyse hilft, günstige Policen zu finden.

Gesetzlich oder privat? Das ist beim Arzt oft die erste Frage. Um Privatversicherte kümmert sich der Chefarzt persönlich, sie können sich die Klinik aussuchen. Das ist nicht nur Luxus: Wer bei einer schweren Erkrankung unbedingt zum berühmten Professor nach Heidelberg, München oder Hamburg will, hat als Kassenpatient schlechte Karten. Die Kasse verweist auf eine der nächstgelegenen Kliniken, wo dann der Stationsarzt zuständig ist.

Das lässt sich mit einer privaten Krankenhauszusatzversicherung ändern. Damit werden Kassenmitglieder im Krankenhaus wie Privatpatienten behandelt. Viele gesetzliche Kassen vermitteln solche Policen von privaten Versicherern und gewähren ihren Mitgliedern einen Beitragsrabatt. Doch der Versicherer, mit dem die Kasse kooperiert, muss nicht unbedingt preiswert sein. Trotz des Rabatts können solche An­gebote teurer sein als Tarife auf dem freien Markt. Die Beitragsunterschiede sind enorm: Teure Verträge kosten das Doppelte wie preiswerte. Unser Computer sucht aus dem Angebot günstige Policen heraus. Hier einige Tipps zum Ausfüllen des Kupons:

Zimmer: Nur wegen des Ein- oder Zweibettzimmers ist die Police nicht nötig. Denn den Aufpreis können viele zur Not auch aus eigener Tasche zahlen. Die Zuschläge für ein Zweibettzimmer betragen meist 30 bis 100 Euro, für ein Einbettzimmer 100 bis 200 Euro pro Tag.

Honorare: Wer sich die Wahl ganz bestimmter Ärzte und Operateure sichern will, sollte darauf achten, dass die Versicherung auch über den GOÄ-Höchstsatz von 3,5 hinaus zahlt. Gefragte Spezialisten nehmen auch schon mal den fünffachen Satz.

Klinikwahl: Dies ist wichtig für Versicherte, die im Ernstfall zu einem Spezialisten in einer auswärtigen Klinik gehen wollen. Sonst würde eventuell das Arzthonorar bezahlt, nicht aber die Mehrkosten für das dortige Krankenhaus. Privatkliniken bezahlt die Zusatzversicherung aber nicht.

Ambulant: Immer mehr Operationen können heute ambulant durchgeführt werden. Dabei verbringen die Patienten die Nacht vor wie auch die Nacht nach der Operation zuhause. Die Versicherung steht dann auch für die Chefarzthonorare gerade.

Ersatz-KHT: Mitunter ist im Krankenhaus kein Einbettzimmer mehr frei. In diesem Fall zahlen viele Versicherer als Ersatz ein Krankenhaustagegeld.

Ergänzungsversicherungen

Ergänzungsversicherungen übernehmen zusätzliche Leistungen wie Heilpraktiker oder Zuzahlungen für Brillen, Kontaktlinsen und Zähne. Oft kommen auch noch Reise-Impfungen, Praxisgebühren oder Behandlungen im Ausland hinzu. Gerade die Auslandsreise-Krankenversicherung ist sehr wichtig, doch sie lässt sich schon für wenige Euro Jahresbeitrag viel billiger als separate Police abschließen – eine Ergänzungsversicherung ist dafür nicht nötig.

Überhaupt sind Ergänzungspolicen allenfalls für Kunden sinnvoll, die Wert auf hochwertigen Zahnersatz legen oder auf Behandlungen beim Heilpraktiker. Im Regelfall lohnen Policen für Brillen oder gesetzliche Zuzahlungen sich finanziell wenig: Die meisten Kunden zahlen drauf. Da ist es lukrativer, das Geld privat zur Seite zu legen. Wem allerdings dafür die Disziplin fehlt, der kann immerhin mit Geld von der Versicherung rechnen – auch wenn diese Variante teurer ist. Allerdings begrenzen die meisten Tarife die Leistungen, sodass der Kunde immer einen Teil selber zahlt.

Wem es etwa nur darum geht, Kosten für Zahnersatz zu deckeln, der wählt besser eine reine Zahnzusatzversicherung.

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