Mit einer Zusatzversicherung werden Kassenversicherte zu Privatpatienten – und können sich den Arzt aussuchen.

Wer im Krankenhaus liegt, möchte nur eins: schnell wieder gesund werden, notfalls auch mithilfe der teuersten Ärzte. Vor allem bei lebensbedrohlichen Krankheiten ist der beste Professor gerade gut genug. Doch ob der zur Visite kommt, entscheidet die Krankenkasse. Und für die zählt auch das Wirtschaftlichkeitsprinzip: Sie muss die Kosten im Griff behalten.

Patienten mit Zusatzpolice hingegen entscheiden selbst, wo sie sich behandeln lassen – auch wenn das eine Reise nach Hamburg oder München erfordert. Sie können dort den Chefarzt verlangen. Damit werden Kassenversicherte zu Privatpatienten. Das ist eine sinnvolle Ergänzung des Kassenschutzes. Wer sie möchte, findet mit unserer Analyse günstige Angebote. Tipps zum Ausfüllen des Kupons:

Zimmer. Zweibettzimmertarife sind etwa 25 Prozent billiger als Einzelzimmertarife.
Honorare. Einige Verträge erstatten maximal das 3,5fache der ärztlichen Gebührenordnung. Doch gesuchte Professoren nehmen deutlich mehr. Wir raten daher zu Verträgen ohne Begrenzung.

Tipp: Vor der Behandlung sollten Sie generell die Honorarforderung des Arztes vom Zusatzversicherer prüfen lassen.

Krankenhaus. Kassenpatienten haben die Wahl zwischen den Kliniken, die der Arzt benennt – meist die beiden nächstgelegenen. Zusatzversi­cherte hingegen können bundesweit aussuchen. Diese Option sollte der Tarif unbedingt enthalten, damit nicht nur die Kosten für den gewünschten Herzchirurgen in Hamburg oder München übernommen werden, sondern auch die für die dortige Klinik.

Chefarzt. Der Anspruch auf Chefarztbehandlung ist Kernpunkt der Versicherung. Achten Sie darauf, dass die „Wahlleistung Arzt“ im Tarif festgeschrieben ist.
Kündigung. Der Versicherer darf den Vertrag in den ersten drei Jahren kündigen, zum Beispiel, wenn der Kunde hohe Kosten verursacht. Wir raten zu Tarifen, in denen der Versicherer darauf verzichtet.
Ersatz-Krankenhaustagegeld.Nicht alle Krankenhäuser bieten Einbettzimmer. Einige Tarife sehen eine Erstattung für den Fall vor, dass keins vorhanden oder keins mehr frei ist.

Teurer bei spätem Einstieg

Die Beiträge richten sich nach Eintrittsalter, Geschlecht und Gesundheit. Eine 45-Jährige zahlt für einen Zweibettzimmer-Tarif 37 bis 60 Euro monatlich, ein gleichaltriger Mann 35 bis 70 Euro. Eine 65-Jährige würde 55 bis 95 Euro zahlen, ein gleichaltriger Mann 53 bis 110 Euro. Teurer wird es mit Vorerkrankungen. Die Gesellschaften dürfen Kunden ablehnen oder Risikozuschläge verlangen.

Auch die Krankenkassen bieten Zusatzversicherungen an – allerdings keine eigenen Produkte. Vielmehr arbeiten sie mit gewerbli­chen Anbietern zusammen, zum Beispiel viele AOKs mit der DKV. Dort bekommen die Mitglieder Rabatt – der ist meist aber bescheiden. Außerdem sind diese Versi­cherer nicht immer sehr preisgünstig. Daher ist es meist besser, selbst eine Zusatzversicherung zu suchen.

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