Zusatzbeitrag der Krankenkassen Meldung

Viele Versicherte, die 2010 einen Zusatzbeitrag zahlen müssen, können noch von ihrem Sonder­kündigungs­recht Gebrauch machen. test.de nennt die Fristen und sagt, worauf Versicherte bei einem möglichen Wechsel der Krankenkasse achten sollten.

Sonderkündigungsrecht bei Zusatzbeiträgen

Erhebt die Krankenkasse einen Zusatzbeitrag, haben Versicherte ein Sonderkündigungsrecht. Wollen sie den Zusatzbeitrag nicht zahlen, können sie zu einer anderen Kasse wechseln. Die außerordentliche Kündigung muss bis zu dem Zeitpunkt erfolgen, zu dem der Zusatzbeitrag erstmals fällig ist. Für alle Krankenkassen, die bislang in 2010 einen Zusatzbeitrag erheben wollen, zeigt test.de diese Termine in einer Tabelle. Wichtig: Die Krankenkasse muss ihre Mitglieder spätestens einen Monat zuvor auf Ihr Kündigungsrecht hinweisen, andernfalls verlängert sich die Kündigungsfrist entsprechend. Der Zusatzbeitrag wird nicht über den Lohn verrechnet. Versicherte müssen ihn direkt an die Kasse zahlen – per Überweisung, Einzugsermächtigung oder Rechnung. Die Abrechnung muss nicht monatlich erfolgen. Der Zusatzbeitrag kann je nach Kasse auch quartalsweise oder einmal jährlich beglichen werden. Gegenüber test.de bestätigten alle Kassen, die bislang Zusatzbeiträge erheben, dass alle Mitglieder rechtzeitig und schriftlich informiert wurden. Wer rechtzeitig gekündigt hat, muss den Zusatzbeitrag nicht zahlen.
Tipp: test.de nennt Kassen ohne Zusatzbeitrag.

Tipps für die Kassenwahl

Wichtig: Versicherte sollten eine Krankenkasse nicht nur danach auswählen, ob sie ohne Zusatzbeitrag auskommt. Ebenso wichtig ist, welche Leistungen und Serviceangebote die Kasse bietet. Wer mit seiner bisherigen Kasse zufrieden ist, sollte sich erkundigen, ob die Kasse zum Beispiel Bonusprogramme oder Präventions­maßnahmen bietet, die einen finanziellen Vorteil für Versicherte bringen. Wer generell mit seiner Kasse unzufrieden ist, kann über einen Wechsel nachdenken. Wichtig dabei: Versicherte sollten sicherstellen, dass auch die neue Kasse die Leistungen anbietet, die Versicherte wünschen. Das gilt vor allem, wenn Versicherte Wert legen auf bestimmte Behandlungsmodelle oder Extraleistungen, zum Beispiel homöopathische Behandlungen beim Arzt, spezielle Programme für Chroniker oder die hausarztzentrierte Versorgung. Infos dazu liefert der Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen. Er informiert detailliert zu Leistungen und Serviceangeboten von derzeit 96 gesetzlichen Krankenkassen. Versicherte finden aber auch Informationen darüber, ob die aufgeführten Kassen Zusatzbeiträge erheben oder sogar Prämien an ihre Mitglieder ausschütten. Besonders praktisch: der Kassenvergleich. So erkennen Versicherte auf einen Blick, ob die ausgewählten Kassen bestimmte Zusatzleistungen anbieten, die ihnen wichtig sind.
... zum Produktfinder Gesetzliche Krankenkassen

Ordentliche Kündigung

Wer den Termin für die Sonderkündigung verpasst hat oder generell unzufrieden mit seiner alten Kasse ist, kann auf normalem Wege kündigen und zu einer Kasse ohne Zusatzbeitrag wechseln, wenn er diesen nicht zahlen möchte. Generell gilt: Mitglieder, die mindestens 18 Monate in einer Krankenkasse sind, können ohne weiteres in eine andere Kasse wechseln. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Wer also bis Ende März die Kündigung bei seiner alten Kasse einreicht, kann ab Juni in eine neue Kasse eintreten. Allerdings müssen Mitglieder dann so lange auch den Zusatzbeitrag zahlen.
Tipp: Sie müssen schriftlich kündigen. Das Kündigungsschreiben sollten Sie entweder persönlich abgeben oder per Einschreiben mit Rückschein schicken. Spätestens innerhalb von 14 Tagen nach Eingang der Kündigung muss Ihnen die alte Kasse eine Kündigungsbestätigung ausstellen. Diese Bestätigung müssen Sie der neuen Kasse übermitteln. Der Wechsel ist vollzogen, wenn die neue Kasse rechtzeitig eine Mitgliedsbescheinigung ausstellt, die Sie oder die Kasse der zur Meldung verpflichteten Stelle vorlegen muss. Das ist zum Beispiel der Arbeitgeber oder die Agentur für Arbeit.

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