Die Bundesagentur für Arbeit bezahlt Menschen, die von Arbeitslosen­geld II oder Sozialgeld leben, ausnahmsweise den neuen Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenkasse. Sie müssen nicht zu einer Kasse wechseln, die noch keinen Zusatzbeitrag erhebt, wenn der Wechsel für sie eine „besondere Härte“ mit sich bringt und sie das nachweisen. Das Antragsformular dafür gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit. Von einem Härtefall geht das Amt zum Beispiel in folgenden Fällen aus:

Spezielle Versorgung. Der Versicherte nimmt bei seiner Kasse zum Beispiel an Programmen teil, die ihm eine Kasse ohne Zusatzbeitrag nicht bietet. Das kann ein Hausarzttarif sein oder die homöopathische Behandlung im Rahmen eines speziellen Angebots.

Leistungen. Die bisherige Krankenkasse hat bereits Leistungen wie eine Reha oder Zahnersatz bewilligt oder ­zu­mindest geprüft. Auch wenn jemand eine be­stimmte Behandlung gegenüber seiner Kasse vor Gericht erstritten hat, kann er nicht zum Wechsel gezwungen werden.

Erreichbarkeit. Die neue Kasse ist für den Versicherten schlechter erreichbar. Besonders schwerbehinderte, chronisch kranke oder alte Menschen sind oft auf persönliche Beratung angewiesen.

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