Gesundheitsreform: Das kommt auf Patienten zu

Noch ist umstritten, welche Pläne im Zuge der Gesundheitsreform wirklich umgesetzt werden. Doch können Patienten sich schon jetzt auf höhere Belastungen einstellen. Geplant ist:

Zahnersatz: Bisher werden die Behandlungskosten voll ersetzt, Laborkosten aber nur anteilig zu 50 bis 65 Prozent. Verblendungen (außer im Frontbereich), Inlays oder Implantate übernehmen die Krankenkassen nicht. Ab 2005 sollen Kassenmitglieder für Zahner­satz eine zusätzliche Versicherung abschließen, entweder bei einer Krankenkasse oder bei einem privaten Versicherer. Den Preis schätzen die Kassen auf etwa 5 Euro monatlich.

Krankengeld: Wird ein Arbeitnehmer krank, zahlt der Betrieb den Lohn weiter. Im Regelfall dauert die Lohnfortzahlung bis zu sechs Wochen. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Finanziert wird dieser Versicherungsschutz je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Ab 2006 sollen Arbeitnehmer ihn allein tragen.

Praxisgebühr: Bei jedem Arztbesuch werden künftig 10 Euro fällig, allerdings nur einmal pro Quartal, maximal also 40 Euro pro Jahr. Wer jedoch ohne Überweisung des Hausarztes im selben Quartal zu Fachärzten geht, zahlt die Gebühr jedesmal aufs Neue. Kinder sind davon ausgenommen.

Krankenhaus: Bisher kostet es 9 Euro pro Tag für maximal 14 Tage, künftig 10 Euro für längstens 28 Tage.

Medikamente: Die Zuzahlung wird künftig zwischen 5 und 10 Euro liegen. Rezeptfreie Medikamente zahlt die Kasse nur noch in Ausnahmefällen.

Sehhilfen: Für Brillen oder Kontaktlinsen zahlt die Kasse laut den Plänen zur Gesundheitsreform nichts mehr, außer bei schwerer Fehlsichtigkeit und für Kinder.

Selbstbeteiligung: Alle Zuzahlungen werden auf maximal 2 Prozent des Bruttojahreseinkommens gedeckelt, und zwar bis zur Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 41 400 Euro jährlich. Bei chronisch Kranken sind es 1 Prozent.

Massagen: Sie kosten bald 5 bis 10 Euro pro Anwendung.

Rentner: Auf Betriebsrenten und Nebeneinkünfte wird nicht mehr der halbe Beitragssatz fällig, sondern der volle.

Sterbegeld: Das Sterbegeld wird ersatzlos gestrichen, ebenso das Entbindungsgeld.

Befruchtung: Künftig werden nur noch drei statt vier Versuche übernommen, und das auch nur zur Hälfte.

Sterilisation: Bezahlt die Kasse nur noch, wenn medizinisch dringend notwendig.

Fahrten: Das Taxi zum Arzt wird nur noch in Ausnahmefällen (Dialyse) bezahlt.

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