Riester-Sparer, die Zulagen durch Elternzeit oder Pflege von Angehörigen verloren haben, weil sie ihren in diesen Phasen nötigen Eigenbeitrag von 60 Euro jährlich nicht in den Vertrag einzahlten, dürfen die ausstehenden Beträge nachzahlen. Sie behalten dadurch ihre Zulagen. Das haben die zuständigen Bundesministerien für Arbeit und für Finanzen heute verkündet.

Nachzahlungen unbürokratisch möglich

Die Nachzahlungen sollen unbürokratisch möglich sein. Betroffene Riester-Sparer müssen die Beiträge nur bei ihren Anbietern einzahlen und Bescheid geben, für welche Jahre die Zahlungen bestimmt sind. Dafür haben sie zwei Jahre Zeit, nachdem der Anbieter sie über die Rückbuchung der Zulage informiert hat. Sobald die Nachzahlung geleistet wurde, bleiben die Riester-Zulagen erhalten. Diese jetzt vorgesehene Regelung erfolgt nach hohen Rückbuchungen bereits ausgezahlter Riester-Zulagen. test.de berichtete: Riester-Zulagen: Bund bucht halbe Milliarde zurück.

Wann Eigenbeträge nötig werden

Eigenbeiträge werden nötig, sobald ein Sparer von einer mittelbaren Begünstigung für die Riester-Förderung über den Ehepartner in eine unmittelbare Begünstigung wechselt. Das kann zum Beispiel durch Elternzeit geschehen, denn drei Jahre ab Geburt sind Mütter oder Väter gesetzlich rentenversichert und damit riester-förderberechtigt. Das gleiche gilt für Menschen, die Angehörige pflegen oder Arbeitssuchende, auch wenn sie wegen des Einkommens ihres Partners keine Leistungen von der Arbeitsagentur erhalten.

Änderung ab 2012

Ab 2012 sollen Riester-Sparer generell mindestens 60 Euro Eigenbeitrag leisten müssen, um staatliche Zulagen erhalten zu können, unabhängig davon, ob sie unmittelbar oder mittelbar förderberechtigt sind.

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