Zugverspätung Meldung

Das Bundesverkehrsministerium arbeitet an einem Gesetz, das die Bahn ab 2003 bei Verspätungen zu Schadenersatz verpflichten soll. Finanztest fragte Bahnsprecherin Kornelia Kneissl, was sich ändern wird.

Gibt es ab 2003 bei allen Verspätungen Ersatz?

Kneissl:

Davon kann keine Rede sein. Das wäre auch keinesfalls leistbar. Es sollte doch bei einem solchen Gesetz in erster Linie um eine Lösung für Härtefälle gehen. Und die sind gegeben, wenn der Fahrgast aufgrund einer Verspätung in der Nacht nicht mehr sein Ziel erreicht. Hier war die Deutsche Bahn aber bisher schon kulant und zahlte Taxi oder Hotel.

Dann hat der Kunde bei Verspätungen tagsüber nach wie vor nichts in der Hand?

Kneissl:

Man muss sich in dieser Diskussion zunächst einmal die Verhältnismäßigkeit vor Augen führen. Die Bahn ist mit über 90 Prozent Pünktlichkeit das zuverlässigste Verkehrsmittel überhaupt. Wenn wir trotzdem bestimmte Anschlüsse nicht gewährleisten können, reagieren wir auch tagsüber kulant.

Zeit ist Geld. Warum gibt es von der Bahn kein Bargeld, sondern nur Gutscheine?

Kneissl:

Man muss realistisch bleiben: Wer meint, bei jeder Verspätung gibt es in Zukunft das Geld für die Fahrkarte zurück und vielleicht auch noch zusätzlich eine Summe X in bar, stellt Ansprüche, die von keinem Transportunternehmen zu leisten sind.

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