Zugverspätung Schnelltest

Beim Thema Entschädigung setzt die Bahn bislang auf die analoge Schiene.

Die Bahner haben gestreikt. Hier lesen Sie, wie Sie im Fall von Zugausfall und Verspätung zu Ihrem Recht kommen. Entsprechende Anträge müssen am Bahnhof oder per Post gestellt werden. Online geht es nur über private Dienst­leister wie zug-erstattung.de. Das Portal bahn-buddy.de geht jetzt einen anderen Weg: Es kauft Fahr­gästen den Entschädigungs­anspruch ab. Der Bahnfahrer hat schnell sein Geld, muss aber einen Teil davon abgeben. Die Stiftung Warentest bietet Einschät­zungen von insgesamt vier Bahn-Entschädigungs­helfern.

Die Folgen des aktuellen Warn­streiks

Aktueller Streik beendet – weiter Beein­trächtigungen

Weiter Beein­trächtigungen. Obwohl der Warn­streik der Gewerk­schaft EVG beendet ist, kommt es im Bahn­verkehr immer noch zu Verspätungen und Zugausfällen. Wie die Deutsche Bahn mitteilt, sind bundes­weit über 1 400 Züge betroffen. Unter der Rufnummer 0 8000/99 66 33 hat die Bahn eine Hotline einge­richtet, die bis Montag­abend 24 Uhr geschaltet ist. Die Bahn hat für die Spar- und Super­spar­preis-Tickets die Zugbindung aufgehoben. Alle Fern­verkehrs­tickets für den heutigen Tag behalten ihre Gültig­keit bis Sonn­tag, 16. Dezember. Aktuelle Informationen finden Kunden der DB auch auf bahn.de/aktuell, m.bahn.de oder in der App DB Navigator.

Reise­preis zurück­verlangen. Wer seine Bahnreise wegen des Streiks abge­sagt hat oder sein Reiseziel erst mit einer Verspätung von 60 Minuten oder mehr erreicht hat, kann den Reise­preis ganz oder teil­weise nach der europäischen Fahr­gast­rechte­ver­ordnung zurück­verlangen. Anders als bei Flug­verkehr haften Bahn­unternehmen auch für durch Streik verursachte Verspätungen und Zugausfälle. 

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Ticketkauf digital, Beschwerde nur analog

Alle reden von Digitalisierung, doch die Deutsche Bahn macht weiter wie bisher – analog. Nach einer Zugverspätung ist ein Antrag auf Entschädigung weiterhin nicht per E-Mail möglich. Noch nicht einmal per Fax können Bahn­kunden die Erstattung einfordern. Bereits im Mai 2014 wollte test.de von der Deutschen Bahn wissen, warum Kunden nach einer großen Ankunfts­verspätung ihren Anspruch auf Entschädigung nicht elektronisch geltend machen können. Damals hieß es, dass nur wenig Nach­frage nach einem rein elektronischen Antrag auf Entschädigung bestehe. Der tech­nische Aufwand für einen Online-Antrag sei außerdem zu hoch.

Und es bleibt beim Papier-Formular

Bis heute hat sich an der Einstellung der Bahn nichts geändert. Noch immer müssen sich Fahr­gäste das Fahrgastrechte-Formular besorgen – aus dem Internet, einem DB Service Point oder einem DB Reisezentrum. Anschließend müssen Sie es ausgefüllt im Reisezentrum der DB abgeben oder per Post an das Service­center Fahr­gast­rechte in Frank­furt am Main schi­cken.

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Hintergrund: Das gibt es bei Verspätungen

Zugverspätung Schnelltest

Bis zu 50 Prozent Entschädigung ist drin

Bei einer Verspätung von 60 Minuten am Reiseziel stehen Bahn­kunden 25 Prozent des Fahr­preises für die einfache Fahrt als Entschädigung zu. Ab zwei Stunden Verspätung sind es 50 Prozent. Die Bahn kann sich selbst bei Verspätungen, die durch einen Wintereinbruch oder sonstigen Unwetter („höhere Gewalt“) entstehen, nicht raus­reden.

Zeitfahr­karte und Bahncard 100. Auch Inhaber von Zeitfahr­karten (etwa Monats­karte, Jahres­karte oder Bahncard 100) haben unter Umständen Anspruch auf eine Verspätungs­entschädigung. Allerdings dürfen die Bahn­unternehmen die Entschädigungs­bedingungen hier selbst fest­legen. Bei der Deutschen Bahn gelten ab einer Verspätung von 60 Minuten folgende Regeln:

Zeitfahr­karten des Nahverkehrs – 1,50 Euro pro Verspätungs­fall (2. Klasse), 2,25 Euro pro Verspätungs­fall (1. Klasse).

Zeitfahr­karten des Fern­verkehrs ­– 5 Euro pro Verspätungs­fall (2. Klasse), 7,50 Euro pro Verspätungs­fall (1. Klasse).

Bahncard 100 – 10 Euro pro Verspätungs­fall (2. Klasse), 15 Euro pro Verspätungs­fall (1. Klasse).

Klein­beträge. Entschädigungs­beträge von weniger als 4 Euro werden nicht ausgezahlt. Die Inhaber von Zeitkarten des Nahverkehrs müssen mehrere Verspätungs­fälle gesammelt einreichen, um die 4-Euro-Grenze zu über­schreiten. Bei Zeitfahr­karten entschädigt die Deutsche Bahn insgesamt maximal 25 Prozent des Kauf­preises der Fahr­karte.

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Zug-erstattung.de

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Hält die umständliche Antrag­spraxis bei der Deutschen Bahn Kunden ab, ihre Entschädigung zu verlangen? Dazu gibt es zwar keine Zahlen. Doch so mancher Bahn­kunde dürfte sich nach dem Frust über die Verspätung nicht auch noch im Reisezentrum anstellen wollen. Und zu Hause das Entschädigungs­formular herunter­zuladen, auszudrucken, auszufüllen und per Post abzu­schi­cken ist gewiss auch nicht jeder­manns Sache. Für Entschädigungs­muffel ist der Dienst zug-erstattung.de interes­sant.

Das Angebot

Der Dienst­leister zug-erstattung.de macht einen Antrag auf Entschädigung bequem von unterwegs via Smartphone, Tablet oder Laptop möglich. Der Kunde gibt seine Daten auf der Internetseite ein, fotografiert sein Ticket und lädt es auf der Internetseite des Dienstes hoch. Wer ein elektronisches Handy-Ticket gekauft hat, lädt die per E-Mail von der Bahn erhaltene Buchungs­bestätigung hoch. Hinter zug-erstattung.de steht nur ein Mann: Michael Schmitz, ein Programmierer aus Würselen in Nord­rhein-West­falen. Schmitz hat das Portal im Jahr 2016 aus der Taufe gehoben, nachdem er es als Vielnutzer der Bahn selbst leid war, Erstattungs­formulare auszufüllen. Auch die Erstattung von Taxi- und Hotel­kosten können Bahn­kunden über zug-erstattung.de einfordern. Zwar verlangt die Bahn dafür eigentlich die Einsendung von Originalbelegen. Schmitz hat aber die Erfahrung gemacht, dass oft doch Kopien akzeptiert werden.

Der Vorteil

Der Bahn­kunde muss nichts posta­lisch verschi­cken, auch das Original der Fahr­karte nicht. Der Kunde benötigt auch keine Verspätungs­bestätigung vom Zugschaffner oder aus dem DB Reisezentrum im Bahnhof. Hat der Bahn­kunde das Ticket auf zug-erstattung.de hoch­geladen, schickt der Dienst den Entschädigungs­antrag des Kunden per Post an das zuständige Service­center Fahr­gast­rechte in Frank­furt am Main. Zug-erstattung.de fungiert für den Kunden quasi als eine Art Post­bote. Der Aufwand hält sich für Portal-Betreiber Michael Schmitz im Rahmen. Vieles läuft auto­matisiert. Am Ende druckt er die Anträge der Kunden nur noch aus und verschickt diese gebündelt an die Bahn.

Der Nachteil

Die Bahn hat nach Eingang des Antrags einen Monat Zeit für sie Auszahlung der Entschädigung. So sieht es Artikel 17 Absatz 2 der europäischen Fahrgastrechteverordnung (Nr. 1371/2007) vor. Manchmal geht es schneller, in Einzel­fällen kann es aber auch länger dauern, bis der Bahn­kunde das Geld direkt auf sein Konto über­wiesen bekommt. Der über zug-erstattung.de einge­reichte Antrag ist für Bahn­kunden frei. Ab dem zweiten Antrag kostet die Hilfe des Portals 99 Cent pro Antrag. Stellt die Bahn nach Einreichung des Antrags Rück­fragen, was nicht selten vorkommt („Zugnummer unbe­kannt, bitte nach­reichen“), leitet zug-erstattung.de diese an den Kunden weiter. Um die die Beant­wortung der Rück­fragen muss er sich selbst kümmern. Zug-erstattung.de richtet sich ausschließ­lich an Kunden der Deutschen Bahn.

Das Geschäfts­modell von zug-erstattung.de

Kosten stellt der Portal­betreiber Michael Schmitz einmal am Ende des Jahres per E-Mail in Rechnung. Einnahmen erzielt das Portal vor allem mit den Nutzern der Bahncard 100. Diese Vielfahrer würden teil­weise drei Anträge pro Woche einreichen, so Michael Schmitz gegen­über test.de.

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Bahn-buddy.de

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Das Angebot

Auch das Angebot von bahn-buddy.de richtet sich wie zug-erstattung.de ausschließ­lich an Kunden der Deutschen Bahn und sah bisher so aus wie das von zug-erstattung.de. Inzwischen geht bahn-buddy.de aber neue Wege. Das Portal leitet die elektronisch einge­reichten Entschädigungs­anträge nicht mehr einfach nur für den Kunden weiter. Es kauft die Erstattungs­ansprüche der Kunden auf und verspricht eine schnelle Auszahlung des Kauf­preises. Der Service von bahn-buddy.de läuft so ab: Der Bahn­kunde lädt zum Beispiel ein Foto vom Papierti­cket oder das Onlineti­cket hoch. Das Portal prüft, ob es den Anspruch des Kunden auf Erstattung kaufen will. Will es das, macht bahn-buddy.de dem Kunden ein Kauf­an­gebot. Schlägt der Kunde ein, erhält er laut bahn-buddy.de sein Geld inner­halb von 24 Stunden ausgezahlt, zum Beispiel per Paypal.

Der Vorteil

Der Bahnfahrer muss nicht einen Monat warten, bis die Bahn das Geld über­weist. Er bekommt sofort Geld und kann die Sache gedank­lich abhaken.

Der Nachteil

Bahn-Buddy kauft nach Angaben auf der Internetseite derzeit nur Ansprüche von Kunden der Deutschen Bahn auf. Dort heißt es sogar, dass nur Online-Tickets gekauft würden. Gegen­über test.de erklärte ein Verantwort­licher des Portals jedoch, dass auch einge­reichte Papierti­ckets bearbeitet würden. Über bahn-buddy.de bekommt der Bahnfahrer weniger als sein Erstattungs­anspruchs wert ist. Er muss einen Abschlag in Höhe von 10 bis 20 Prozent hinnehmen. Wem eine Entschädigung in Höhe von 50 Euro zusteht, der erhält also nur 40 bis 45 Euro von bahn-buddy.de. Wenn Bahnfahrer wegen einer Verspätung Taxi- oder Hotel­kosten hatten, kauft bahn-buddy.de diese nach einer Prüfung möglicher­weise auch auf. In diesem Fall muss der Kunde allerdings die Originalbelege der Kosten an bahn-buddy.de per Post schi­cken. Das Portal schickt dem Kunden dafür einen vorfrankierten Brief­umschlag zu. Freilich gilt auch beim Aufkaufen dieser Erstattungs­ansprüche: bahn-buddy.de bietet als Kauf­preis weniger als die Summe der Taxi- und Hotel­kosten. Wer also 150 Euro für Taxi und Hotel­über­nachtung hingeblättert hat, erhält von dem Portal möglicher­weise nur 120 Euro als Kauf­preis.

Das Geschäfts­modell

bahn-buddy.de verdient an der Differenz zwischen Kauf­preis und dem Wert der jeweiligen Forderung. Wenn genügend Bahnfahrer das Angebot nutzen, dürfte sich das für den Betreiber rechnen.

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Refundrebel.com

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Das Angebot

Der Unternehmen refundrebel GmbH, betreibt das Portal refundrebel.com. Das Einreichen einer Zugfahrt mit Verspätung funk­tioniert dort ähnlich wie robin-zug.de und zug-erstattung.de. Der Kunde muss ein Foto der Fahr­karte oder die Buchungs­bestätigung eines Online-Tickets hoch­laden, um die Erstattung zu beantragen. Auch Belege über Hotel- oder Taxi­kosten können hoch­geladen werden. Anschließend arbeitet refundrebel.com aber etwas anders als die Konkurrenz. Das Portal hat eine Zulassung als Inkasso­dienst­leister. Das bedeutet vereinfacht gesprochen: Es darf recht­lich mehr für den Kunden tun, als die ähnlich arbeitenden Portale robin-zug.de und zug-erstattung.de. Wenn das Portal die Entschädigung einfordert, nutzt refundrebel.com nicht das offizielle Fahr­gast­rechte-Formular der Bahn. Ein für das Portal arbeitender Anwalt schickt statt­dessen ein selbst formuliertes Forderungs­schreiben im Namen des Kunden.

Der Vorteil

Da das Portal als Inkasso­dienst zugelassen ist, darf es ein ablehnendes Schreiben der Bahn recht­lich über­prüfen und in Namen des Kunden gegen­über der Bahn recht­lich dagegen halten. Das kann etwa dann wichtig werden, wenn der Kunde neben der Verspätungs­entschädigung auch eine Erstattung für eine notwendig gewordene Hotel­über­nachtung reklamiert, die Bahn die Hotel­kosten aber als „unan­gemessen“ hoch bezeichnet. Einen Gerichts­prozess um eine solche Frage über­nimmt refundrebel.com zwar nicht. Aber im Rahmen des Inkasso­verfahrens kann der Anwalt von refundrebel.com gegen­über der Bahn recht­lich für den Kunden argumentieren und so möglicher­weise eine außerge­richt­lich befriedigende Lösung herbeiführen. Ein weiterer Vorteil: refundrebel.com arbeitet nicht mit dem Fahr­gast­rechte-Formular und kann daher auch gegen­über Bahngesell­schaften wie Flixtrain Forderungen eintreiben. Bis Ende Januar 2019 ist das Portal für Bahn­kunden kostenlos. Kunden bekommen die Entschädigung aktuell direkt von der Bahn auf ihr Konto über­wiesen.

Der Nachteil

Wie bei zug-erstattung.de und robin-zug.de muss der Kunde in der Regel bis zu einem Monat warten, bis die Bahn seinen Antrag auf Entschädigung bearbeitet hat und das Geld an ihn auszahlt.

Das Geschäfts­modell

Hinter refundrebel.com steckt Geschäfts­führer Stefan Nitz, ein Informatiker aus Heidel­berg, und drei weitere Mitstreiter. Da das Angebot bis Ende Januar 2019 noch kostenfrei ist, erzielt refundrebel.com noch keine Einnahmen. Das soll sich ab Februar 2019 ändern. Ab dann ist ein Provisions­modell geplant, so Geschäfts­führer Stefan Nitz gegen­über test.de. 15 bis 20 Prozent der erstatteten Kosten muss der Bahn­kunde dann als Provision an refundrebel.com abgeben. Die Bahn über­weist die Summe an refundrebel.com. Der Dienst zieht die Provision ab und zahlt den Rest an den Kunden aus.

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Robin-zug.de

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Das Angebot

Das in Augs­burg ansässige Portal robin-zug.de hilft Bahnfahrern seit Ende 2016 bei der Reklamation von Verspätungs­entschädigungen. Der Bahn­kunde lädt ein Foto von seiner Fahr­karte oder die Buchungs­bestätigung seines elektronischen Tickets auf der Internetseite von robin-zug.de hoch, sowie gegebenenfalls Belege über Ausgaben für Taxi­fahrten oder Hotel­kosten. Das Portal füllt auf Basis der hoch­geladenen Informationen das Fahr­gast­rechte-Formular für den Kunden aus und schickt es an das Service­center Fahr­gast­rechte der Bahn. Noch richtet sich der Dienst ausschließ­lich an Pendler aus Bayern. Derzeit können die Inhaber von Zeitfahr­karten (etwa Monats- oder Jahres­karte) oder der Bahncard 100 robin-zug.de nur auf bestimmten Stre­cken in Bayern nutzen. In den kommenden Wochen soll der Dienst allerdings ausgeweitet werden, dann bundes­weit und auch für die Besitzer von Einzel­fahr­scheinen nutz­bar sein, sagt Alexandre Jaeg, Geschäfts­führer der Robin Zug GmbH.

Der Vorteil

Lästiges Formulare­ausfüllen entfällt. Robin Zug führte eine Verspätungs­daten­bank, die Kunden zum Beispiel hilft, wenn sie sich nicht sicher sind, ob ihre Zugfahrt die zeitliche Grenze zur Entschädigungs­pflicht über­haupt über­schritten hat. Mit dem Smartphone oder dem Computer kann der Nutzer nach­träglich in der Daten­bank nach­schauen, ob die Fahrt zur Entschädigung berechtigt.

Der Nachteil

Gelegen­heits­reisende, also Nutzer von Einzel­fahr­scheinen, können sich aktuell noch nicht an das Portal wenden. Die ersten drei Reklamationen sind frei. Anschließend kostet die Nutzung von robin-zug.de zwischen 69 und 99 Cent pro Antrag. Robin-zug.de bearbeitet nur Entschädigungs­anträge für solche Bahn­unternehmen, die mit dem Fahr­gast­rechte-Formular arbeiten. Das sind die Unternehmen, die sich dem Fahr­gast­rechte Service­center in Frank­furt am Main ange­schlossen haben (Liste der teilnehmenden Eisenbahnen). Der Anbieter Flixtrain etwa macht beim Service­center nicht mit. Flixtrain-Kunden können sich daher nicht an robin-zug.de wenden, um eine Entschädigung einzufordern.

Das Geschäfts­modell

Robin-zug.de verdient sein Geld momentan noch ausschließ­lich mit Pend­lern. Obwohl sich robin-zug.de bislang nur an eine relativ kleine Zielgruppe – Pendler auf ausgewählten Bahn­stre­cken in Bayern – wendet, hat das Unternehmen nach eigenen Angaben seit Ende 2016 19 000 Fahr­gast­rechts­fälle erfolg­reich einge­reicht. Das Unternehmen hat keine Zulassung als Rechts­dienst­leister. Das bedeutet: Es darf dem Kunden nicht recht­lich helfen, wenn die Bahn zum Beispiel behauptet, dass die reklamierte Erstattung für Hotel­kosten nach einem Zugausfall um Mitter­nacht zu hoch ist. Das muss der Kunde allein klären oder die Schlichtungsstelle des öffentlichen Personenverkehr in Berlin (SÖP) einschalten. Nur wenn die Bahn einfache Nach­fragen hat („Bitte fehlende Zugnummer nach­reichen“), hilft robin-zug.de dem Kunden bei der weiteren Kommunikation mit der Bahn. Ähnlich wie zug-erstattung.de fungiert robin-zug.de demnach vor allem als Über­mittler des Antrags auf Entschädigung.

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Fazit – für wen sich welches Angebot lohnt

Ob die genannten Portale nützlich sind, hängt ganz von den Vorlieben eines Bahn­kunden ab.

Für Schnelle: bahn-buddy.de oder DB Reisezentrum

Wem es vor allem darum geht, schnell an den Erstattungs­betrag heran­zukommen, der hat zwei Möglich­keiten.

Erste Variante: Er gibt den Antrag im DB Reisezentrum persönlich ab und erhält die Erstattung sofort ausgezahlt, voraus­gesetzt er hat die Originalfahr­karte und eine Verspätungs­bestätigung der Bahn dabei.

Zweite Variante: Er bietet dem Portal bahn-buddy.de den Entschädigungs­anspruch zum Kauf an. Kauft bahn-buddy.de die Forderung, fließt das Geld inner­halb von 24 Stunden. Diese Variante ist allerdings nichts für Sparfüchse, da der Kauf­preis immer unter dem Wert des Entschädigung liegt.

Für Bequeme: zug-erstattung.de, robin-zug.de oder refundrebel.com

Wer seinen Antrag möglichst bequem auf elektronischem Weg einreichen möchte und kein Problem hat, einen Monat auf die Auszahlung von der Bahn zu warten, kann die Dienste zug-erstattung.de, robin-zug.de und refundrebel.com nutzen. Er erhält sein Geld dann in etwa so schnell wie über das Service­center Fahr­gast­rechte direkt. Im Detail unterscheiden sich die drei genannten Anbieter allerdings.

  • Zug-erstattung.de hilft nur Kunden der Deutschen Bahn. Tritt die Bahn nach dem Antrag mit Nach­fragen an den Kunden heran, muss er sich ab dann selbst kümmern.
  • Robin-zug.de über­nimmt die Kommunikation für den Kunden zwar immerhin noch, solange die Bahn etwa fehlende Zugdaten anfordert. Aber das Angebot von robin-zug.de ist derzeit leider noch auf die kleine Zielgruppe der Pendler auf bayrischen Zugs­trecken ausgerichtet.
  • Am weitesten geht die Hilfe momentan bei dem Inkasso­dienst refundrebel.com. Allerdings fallen dort ab Februar 2019 nach derzeitiger Planung des Anbieters ganz erhebliche Provisionen an.

Dieser Schnell­test ist erst­mals am 16. Oktober 2018 auf test.de erschienen. Er wurde am 10. Dezember 2018 aktualisiert.

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