Süßstoffe: Viel Synthetisches für Süßmäuler

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Klar, echter Zucker schmeckt fast immer besser. Doch Süßstoffe sind praktisch kalorienfrei und das ist für manche wichtiger als der Geschmack. Und: Süßstoffe lassen den Blutzucker und die Zähne unbehelligt.

Süßstoffe: Anders als Zucker und auch Zuckeraustauschstoffe haben sie meist kein natürliches Vorbild. Ihre Süßkraft kann unglaublich stark sein. Sie können bis zu 30 000 Mal süßer schmecken als Zucker.

Ihr Nachteil: Oft entwickeln sie einen künstlichen, metallischen oder lakritzartigen Nachgeschmack, vor allem im Zusammenspiel mit den Aromen der verschiedenen Lebensmittel. Deswegen werden zum Süßen von Light-Produkten oft verschiedene Süßstoffe gemischt. Man kann die Substanzen auch zum Süßen für Zuhause kaufen als Tabletten, Streu- oder Flüssigsüße. Mit Ausnahme von Aspar­tam und Thaumatin sind sie auch zum Backen, Kochen geeignet.

Gesundheitsbedenken

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Honig Natur pur. Aber auch kalorienreich – und kariesträchtig.

In die Schlagzeilen geraten Süßstoffe immer wieder wegen ge­sund­heitlicher Bedenken. Da es sich bei den Substanzen um Zusatzstoffe handelt, die eine E-Nummer tragen, prüft auch die EU die Unbedenklichkeit der Stoffe immer wieder anhand der Studienlage. Jetzt erst konnte ein Verdacht entkräftet werden: Nämlich der, dass der Süßstoff Aspartam eine krebserzeugende Wirkung hat.

Doch um auf Nummer Sicher zu gehen, ist für die meisten Substanzen gesetzlich genau festgelegt, was und wie viel in welchen Lebensmitteln enthalten sein darf. Mit diesen Höchstwerten soll der sogenannte ADI-Wert nicht überschritten werden.

ADI: Die täglich duldbare Aufnahmemenge

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Künstliche Streusüße. Von Zucker optisch kaum zu unterscheiden.

Für Zusatzstoffe gibt es ADI-Werte, die aussagen, wie viel wir von diesem Stoff ein Leben lang jeden Tag bedenkenlos aufnehmen könnten. Das Kürzel ADI steht für Acceptable Daily Intakte, die täglich tolerierbare Aufnahmemenge. Der Wert wird in Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht (mg pro kg KG) angegeben. Wichtig: Kinder sind Leichtgewichte. Sie erreichen den ADI vor allem im Sommer sehr rasch, wenn sie mit Süßstoff gesüßte Limonaden trinken.

Im Folgenden eine Auflistung der Süßstoffe, die derzeit im Handel zu finden sind:

Was es alles gibt

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Zucker. Ob braun oder weiß – dem Körper ists egal.

Sacccharin (E 954): Natriumsaccharin ist seit 1902 in Deutschland zugelassen und hat eine bis zu 550 Mal stärkere Süßkraft als Zucker. Wegen der bitteren, metallischen Note oft mit anderen Süßstoffen kombiniert. In den USA tragen Produkte mit Saccharin einen Warnhinweis, doch eine krebserzeugende Wirkung ist nicht nachgewiesen.
ADI-Wert: 5 mg pro kg KG.

Cyclamat (E 952): Seit 1963 in Deutschland zugelassen und 35 Mal süßer als Zucker. Der ADI-Wert ist im Jahr 2005 auf 7 mg pro kg KG herabgesetzt worden – zum Süßen von Bonbons und Kaugummis ist Cyclamat nicht mehr erlaubt.

Aspartam (E 951): Gibt es seit 1990 in Deutschland als Streusüße und in Tablet­ten­form zu kaufen und ist über 6 000 Produkten zugesetzt.

Aspartam ist 200 Mal süßer als Zucker, schmeckt sehr rein und verstärkt den Geschmack insbesondere von Fruchtaromen.

Menschen mit der Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie vertragen Aspartam nicht.
ADI: 40 mg pro kg KG.

Acesulfam-K (E 950): Seit 1990 auf dem deutschen Markt, 200 Mal süßer als Zucker und oft zusammen mit Cyclamat und Saccharin eingesetzt, als Tafelsüße und in kalorienreduzierten Lebensmitteln. Acesulfam-K hat eine schnell wahrnehmbare Süße ohne Nachgeschmack.
ADI: 9 mg pro kg KG.

Aspartam + Acesulfam-K: Diese Kombination ist 350 Mal süßer als Zucker. In Tafelsüßen, „Light“-Produkten, in Nahrungsergänzungsmitteln schmeckt diese Kombination wie Zucker.

Neohesperidin DC (E 959): Wird natürlicherweise aus Zitrusfrüchten gewonnen und ist seit 1994 in Deutschland zugelassen. Es ist 400 bis 600 Mal süßer als Zucker. Um den lakritz- oder mentholartigen Nachgeschmack zu überdecken, wird E 959 mit anderen Süßstoffen gemischt.
ADI: 5 mg pro kg KG.

Thaumatin (E 957): Der natürliche Eiweißstoff aus den Samen der westafrikani­­schen Katemfe-Frucht ist bis zu 3 000 Mal so süß wie Zucker.

Die lakritzartige Süße ist verzögert, dafür langanhaltend zu schmecken. Oft in Kombination mit anderen Süßstoffen. Gilt als gesundheitlich unbedenklich und ohne ADI-Wert.

Sucralose (E 955): Süßstoff-Neuling, seit 2005 euro­paweit zugelassen. Aus Zucker hergestellt, aber 600 Mal süßer. Bislang noch nicht als Tafelsüße zu kaufen, steckt nur in Lebensmitteln.
ADI: 15 mg pro kg KG.

Zukunft: Immer süßer

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Steviakraut. 300 Mal süßer als Zucker, aber noch nicht zugelassen.

Weltweit brodelt der Süßstoff-Kochtopf. Substanzen wie Steviosid, Alitame, Neotame und Glycyrrhizin machen sich bereit für den Markt. Doch die Zulassungsverfahren sind aufwendig.

Manche werden via Internet angeboten. Doch sie sind im wahrsten Sinne mit Vorsicht zu genießen. Selbst wenn sie als natürlich und traditionell gelten – die gesundheitliche Absicherung, der ADI-Wert, fehlt bislang.

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