Wer bei Fisch auf Aquakultur setzt, um bedrohte Arten zu schützen, muss nicht zu Pangasius aus Vietnam oder norwegischem Lachs greifen. Das Gute schwimmt näher, als man denkt: In Deutsch­land wird inzwischen eine beträcht­liche Menge an Fisch, aber auch an Muscheln und Krebs­tieren in Aquakulturen erzeugt. Zahlen des Statistischen Bundes­amts belegen: 2011 waren es 39 000 Tonnen. Mehr als die Hälfte davon sind Muscheln. Sie werden an der Küste in Schleswig-Holstein und in Nieder­sachsen aufgezogen. Traditionell ist die Karpfen- und Forellen­zucht fest verankert, vor allem in Baden-Württem­berg, Bayern und Sachsen. Den Löwen­anteil machen Regenbogenforelle und Gemeiner Karpfen aus. Außerdem bedeutend sind Lachs- und Bachforelle, Europäischer Aal und Wels. Die meisten der rund 4 800 Aquakultur­betriebe halten die Tiere in Teichen, Becken oder Fließ­kanälen. Biofisch aus deutscher Aquakultur ist dagegen selten: Nur knapp 100 Betriebe arbeiten nach Ökostan­dards.

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