Zubringer Meldung

Sitzen geblieben, weil der Zug zum Flug verspätet war.

Wenn Urlauber ihre Reise nicht antreten können, weil der Zubringer ausfällt oder verspätet ist, muss der Zubringer haften.

Deutsche Gerichte entschieden in zwei Fällen, dass das Zubringerunternehmen haften muss. Zum einen gab das Amtsgericht Augsburg den Klägern Recht, die einen Flug nach Australien verpassten, weil der Zubringer-ICE wegen eines Suizids auf der Strecke mehrere Stunden Verspätung hatte. Die Bahn muss vor allem deshalb für den Ersatzflug und andere Schäden haften, weil das Zugpersonal den Reisenden das Aussteigen ohne sachlichen Grund verweigerte. Die Reisenden wollten mit dem Taxi zum Flughafen fahren (Az. 74 C 2694/04). In einem anderen Fall konnten 54 Kreuzfahrturlauber ihr Schiff nicht erreichen, weil der Zubringerflug ausfiel. Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main bestätigte das Urteil des Landgerichts, das der Klägerin einen Schadenersatz von 70 Prozent zusprach. Die Fluggesellschaft muss Ersatzflugzeuge vorhalten, so das Gericht, um einen Ausfall innerhalb einer noch vertretbaren Zeit kompensieren zu können (Az. 21 U 11/03).

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