Wer lügt, wenn er sein Vermögen ins Ausland schafft, damit es sich dort steuerfrei vermehrt, riskiert hohe Geldbußen. Das musste ein nordrhein-westfälischer Unternehmer an der deutsch-schweizerischen Grenze feststellen.

Auf die Frage des Zollbeamten, ob er mehr als 30.000 Mark ausführe, antwortete der Unternehmer mit "Nein". Bei der anschließenden Durchsuchung des Wagens fanden die Zöllner dann aber 1,1 Millionen Mark unter der Fußmatte und weitere 300.000 Mark in einem Lautsprecher.

Der Schwindel kostet den Steuerflüchtling nun ein Bußgeld in Höhe von 10 Prozent des auszuführenden Vermögens. Stolze 140.000 Mark wandern nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts Karlsruhe in die Staatskasse (Az. 2 Ss 226/00).

Nach dem Finanzverwaltungsgesetz ist es Bürgerpflicht, auf Nachfragen des Zolls die wahre Höhe der mitgeführten Summen zu offenbaren. Das gilt gleichermaßen für Schwarzgeld wie für legal erwirtschaftetes Vermögen.

Mit dieser Geldbuße ist der Unternehmer glimpflich davongekommen. In besonders schweren Fällen, etwa wenn klar ist, dass Geld wie im vorliegenden Fall versteckt wurde, können die Behörden sogar ein Bußgeld in voller Höhe des geschmuggelten Vermögens verhängen.

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