Zinstest: Länger anlegen

Zinstest Test

Sparer sollten sich nicht vorschnell mit ­niedrigen Zinsangeboten zufrieden geben. Wer auf die Sieger im Test setzt, kann ein paar Extrazehntel ergattern.

Nach den besten Zinsen zu ­suchen, lohnt sich. Unser Test zeigt, dass der Unterschied zwischen dem Testsieger und dem schlechtesten Anbieter bei den Festzinsangeboten der Banken ohne vorzeitige Ausstiegsmöglichkeit stolze 2,15 Prozentpunkte beträgt (Laufzeit drei Jahre).

Für Sparer, die genau wissen, wie lange sie auf ihr Geld verzichten können, sind diese Produkte erste Wahl. Denn keine Geldanlage bringt bei gleicher Sicherheit derzeit mehr Rendite als die Sparangebote der Banken ohne Kündigungsmöglichkeit. Zinssieger für Laufzeiten von einem bis fünf Jahre sind die Denizbank, DHB Bank, Garantibank und die Vakifbank – alle aus den Niederlanden oder Österreich (siehe Tabelle „Einmalanlagen ohne vorzeitige Verfügbarkeit“).

Als einziges Institut bietet die Vakifbank 4 Prozent Zinsen pro Jahr bei einer Laufzeit von vier Jahren. Eine Bundesanleihe mit gleicher Laufzeit bringt zurzeit nur 2,46 Prozent Rendite (Stand 15. Juni 2005). Lager- und Kaufkosten können diese Rendite noch schmälern.

Alle Top-Angebote haben aber einen Schönheitsfehler. Die Einlagensicherung in den Niederlanden und in Österreich ist pro Person und Bank auf 20 000 Euro ­beschränkt. Anleger sollten dort keine höheren Beträge einzahlen..

Wer mehr anlegen möchte, hat zwei Möglichkeiten. Entweder er verteilt das Geld auf mehrere ausländische Banken, die Top-Konditionen bieten, oder er muss Abstriche bei der Rendite machen.

Durchgehend attraktive Angebote mit praktisch unbegrenzter Sicherung stammen von der Oyak Anker Bank, die dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken angehört.

Flexible Sparanlagen

Viele Anleger wollen sich nicht auf eine bestimmte Laufzeit festlegen: Sie können sich entweder für die Sparangebote der Banken mit Kündigungsoption entscheiden, für sichere Anleihen oder aber für Rentenfonds.

Für Anleger ohne Depot sind die Sparangebote der Banken mit Kündigungsmöglichkeit erste Wahl. Die meisten lassen sich ähnlich wie der Bundesschatzbrief spätestens nach zwölf Monaten kündigen. Meist kann man dann mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten über das ­gesamte Geld verfügen. Auch die Kündigung von Teilbeträgen ist oft möglich.

Um die Anleger trotz Kündigungsoption lange an sich zu binden, haben die Banken ihre Angebote mit einer Zinstreppe ausgestattet. Je länger der Sparer dabei bleibt, desto höher steigen die Zinsen.

Beim Wachstumssparen der Oyak Anker Bank steigt der Zins beispielsweise von 2,45 Prozent im ersten Jahr auf 4 Prozent im siebten Jahr. Die Rendite beträgt über die gesamte Laufzeit 3,28 Prozent pro Jahr.

Rentenfonds und Anleihen

Rentenfonds und sichere Anleihen eignen sich für Sparer, die bereits ein Depot haben und nicht für jede Investition eine neue Bankverbindung eröffnen möchten. Sie suchen sich in den Tabellen ­einen stark überdurchschnittlichen Rentenfonds Euro.

Der Kauf und die Aufbewahrung von Fonds und Anleihen sind aber im Gegensatz zu den Sparanlagen mit Kosten verbunden. Sparen lässt sich beim Kauf über Direktbanken und Fondsshops.

Die meisten Rentenfonds Euro investieren in sichere Papiere, zumeist Staatsanleihen, Pfandbriefe oder auch in Anleihen von Unternehmen mit hoher Bonität. Dabei mischen sie Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten. Rentenfonds mit einer solchen Laufzeitenmischung lassen das Vermögen auf lange Sicht wachsen – ohne allzu starke Schwankungen.

Für Anleger, die auf einen bestimmten Zinstrend setzen möchten, kommen Rentenfonds mit bestimmten Laufzeiten infrage: mit kurzen Laufzeiten (bis drei Jahre), mittleren Laufzeiten (drei bis sieben Jahre) und langen Laufzeiten (länger als sieben Jahre). Je nach Schwerpunkt reagieren die Fonds sensibel auf Zinsänderungen: Kurzläufer haben dabei die geringsten Probleme. Bei steigenden Zinsen drohen aber auch ihnen kurzfristige Verluste. Sie sind allerdings niedriger als bei Fonds mit mittleren Laufzeiten (siehe Tabelle „Rentenfonds Euro“, Spalte „Verlustanalyse“).

Mittlere Laufzeitenfonds sind eine gute Alternative zu den Rentenfonds Euro mit Laufzeitenmischung. Von langen Laufzeiten rät Finanztest derzeit ab (siehe ­“Schonzeit für Langläufer“).

Zinstermin beachten

Für alle Zinsprodukte gilt: Anleger sollten sich schon bei der Produktauswahl überlegen, ob und in welchem Rhythmus die Erträge fließen sollen. Sinnvoll sind Sparverträge oder Fonds, die die Erträge nicht jährlich ausschütten, sondern wieder anlegen. Sie werden dann im nächsten Jahr mitverzinst und der Anleger profitiert hierdurch vom Zinseszinseffekt. Für alle Produkttypen gibt es solche Angebote.

In den Fondstabellen sind die wiederanlegenden Fonds mit einem „T“ gekennzeichnet. In den Tabellen der Sparange­bote geben die Fußnoten Auskunft.

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