Zinstest: Geld parken

Zinstest Test

Nie waren Tagesgeld, Geldmarktfonds und andere Kurzfristanlagen sinnvoller als heute. Wir haben die Angebote geprüft und die besten herausgefiltert.

Die einfachste Lösung ist für viele sicherheitsbetonte Anleger zurzeit die sinnvollste. Mit einem gut verzinsten Tagesgeldkonto können sie nichts falsch ­machen. Auch einige Sparkonten, Sparbücher und Festgeldangebote der Banken mit kurzer Laufzeit kommen für Schnäppchenjäger infrage.

Erstens ist der Zinsnachteil im Vergleich zu lang laufenden Anleihen gering, zweitens gehen Sparer so kein Kursrisiko ein und drittens haben sie ihr Geld bei Bedarf schnell zur Verfügung.

Auf die Kosten kommt es an

Geldmarktfonds sind eine bequeme Lösung für Anleger, die bereits ein Depotkonto haben. Da die Unterschiede zwischen den einzelnen Fonds gering sind, kommt in der Regel auch ein Angebot der Hausbank oder angestammten Fondsgesellschaft infrage. Eine Übersicht gibt unsere Tabelle „Geldmarktfonds Euro“.

Es lohnt sich nicht, wegen einer um ein oder zwei Zehntel höheren Rendite den Anbieter zu wechseln. Nur wenn der Fonds der Hausbank in unserer Rangliste weit abgeschlagen und deutlich schlechter als der Vergleichsindex ist, sollte man sich nach einem anderen Anbieter umsehen.

Wichtig ist vor allem, dass die Bank keinen Ausgabeaufschlag berechnet und die jährlichen Verwaltungsgebühren nicht über 0,5 Prozent liegen. Dies ist bei den guten Geldmarktfonds in unserer Tabelle durchweg der Fall.

Die Rendite der Geldmarktfonds hängt vor allem von diesen Gebühren ab: Je geringer sie sind, desto höhere Renditen sind möglich. Umgekehrt leiden die nicht empfehlenswerten Fonds am Ende der Rang­liste fast immer unter unverhältnismäßig hohen Kosten.

Geldmarktfonds sollten außerdem keine Kosten für die Lagerung verursachen, denn die würden die ohnehin nicht berauschenden Renditen schmälern.

Es gibt vereinzelt Geldmarktfonds, die nicht zu 100 Prozent am Geldmarkt investieren, sondern ihr Glück auch mit anderen Anlageformen suchen. Das ist allerdings riskant. Selbst bei einer minimalen Aktienbeimischung sind zwischenzeitliche Verluste möglich. Anleger sollten solche Fonds besser meiden.

Höhere Rendite mit Tagesgeld

Mit einem guten Tagesgeldangebot können Anleger etwas höhere Renditen einstreichen als mit einem Geldmarktfonds. Dazu müssen sie aber ein Konto bei einer der meist kleinen Banken eröffnen und auch mal den Anbieter wechseln. Wenn sie außerdem sehr große Summen zu den besten Konditionen unterbringen wollen, sollten sie mehrere Konten haben. Die höchsten Zinsen bieten nämlich niederländische oder österreichische Institute, die nur Einlagen bis zu 20 000 Euro vollständig absichern.

Für manche Anleger sind Direktbanken trotz der guten Verzinsung kaum geeignet. Wer einen persönlichen Ansprechpartner braucht, ist hier an der falschen Adresse.

Nicht das ganze Geld parken

Geldmarktfonds und Tagesgeld haben nur einen Nachteil: Der Anleger kann nicht mit festen Renditen kalkulieren. Bei Tagesgeld ist der Zinssatz variabel, der Anbieter kann ihn jederzeit senken. Trotz des sehr niedrigen Zinsniveaus kann es noch weiter nach unten gehen.

Anleger sollten deshalb hier keine größeren Summen parken, wenn sie das Geld nicht zwischenzeitlich benötigen. Anleihen, Einmalanlagen und Rentenfonds bringen immer noch etwas mehr. Zwar verheißen die Festzinsangebote und länger laufende Anleihen zurzeit keinen schnellen Reichtum, aber es wäre nicht sinnvoll, 0,5 bis 1 Prozent Rendite pro Jahr einfach zu verschenken.

Manche Sparbücher lohnen sich

Eine Alternative zum Geldparken finden Anleger oft gleich bei ihrer eigenen Bank – ausgerechnet in Gestalt eines Sparbuchs. Normale Sparbücher genießen keinen besonders guten Ruf, da sie nur minimale Zinsen bieten. Doch einige Institute haben Sparbücher oder Sparkonten im Angebot, die durchaus mit Tagesgeld oder Festgeld konkurrieren können.

Anleger sollten allerdings bedenken, dass sie in der Regel drei Monate vorher kündigen müssen, um an die volle Anlagesumme zu kommen. Ansonsten ist normalerweise eine Abhebung von 2 000 Euro pro Monat ohne Strafzinsen möglich. Als Alternative zum Tagesgeldkonto sind solche Sparbücher gut geeignet.

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