Zinstest Test

Langsam, aber sicher vermehrt sich das Geld bei Zinsanlagen. Die Zinsen sind rekordverdächtig niedrig. Auf jederzeit kündbaren Tagesgeldkonten bringt der Spargroschen derzeit bestenfalls 2,75 Prozent Zinsen. Einmalanlagen mit Chance zum vorzeitigen Ausstieg kommen nach fünf Jahren Laufzeit auf bestenfalls 3,5 Prozent Rendite, und ohne Kündigungsrecht sind auch nur vier Prozent drin. Geldmarktfonds schaffen eher noch etwas weniger Rendite, und Rentenfonds können sogar Verluste bringen. Pluspunkt der Zinsanlagen und ihrer Rendite: Horrende Verluste wie bei Aktien- und Aktienfonds sind ausgeschlossen. Finanztest sagt, wie Anleger mit Sicherheit Gewinn machen.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Zinstest

Fonds mit Restrisiko

Noch am riskantesten ist die Investition in Rentenfonds. Bei ihnen sind sogar geringfügige Verluste möglich. Umgekehrt ist auch deutlich mehr Rendite drin. Der Spängler Spartrust M T etwa schaffte in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt 7,3 Prozent Wertsteigerung. Nach Abzug von Ausgabeaufschlag und gegebenenfalls noch Depotgebühren blieb da beim Anleger immer noch satt mehr hängen als bei klassischen Zinsanlagen. Allerdings: Wenn die Zinsen steigen, verlieren Rentenfonds an Wert. Die Rendite vieler Rentenfonds fiel in den vergangenen Jahren vor allem wegen der sinkenden Zinsen so hoch aus. Wenn die Zinsen steigen, wird die Rendite schrumpfen. Im Einzelfall sind sogar Kursverluste möglich.

Pflegeleichte Geldanlage

Geldmarktfonds sind sicherer, aber weniger renditeträchtig. Auf Dreijahressicht bracht keiner mehr als 2,6 Prozent im Jahr. Vorteil von Geldmarktfonds: Die Anteile können jederzeit wieder verkauft werden und sind bequem zu handhaben. Bei Rentenfonds und Tagesgeldern sind wegen Kursschwankungen und Zinsanpassungen regelmäßige Kontrollen angebracht. Geldmarktfonds können problemlos und ohne weitere Beobachtung im Depot liegen, bis das Geld gebraucht wird oder sich eine günstigere Geldanlage bietet.

Verlockend hohe Zinsen

Die günstigsten Tagesgeldangebote bringen mit derzeit 2,75 Prozent Zinsen etwas mehr Rendite als Geldmarktfonds. Ihr Haken: Die Zinsen können jederzeit gesenkt werden. Ziemlich häufig entpuppt sich Tagesgeld mit hohen Zinsen als Lockangebot zur Neukundenwerbung. Oft sinken die Zinsen schon nach kurzer Zeit deutlich. Mancher Anbieter verknüpft ein günstiges Tagegeldangebot mit Bedingungen wie der Eröffnung eines Wertpapierdepot mit bestimmten Mindestbestand.

Festanlage mit und ohne Chance zum Ausstieg

Außerdem im Rennen um die Gunst der Anleger: Einmalanlagen mit und ohne vorzeitige Kündigungsmöglichkeit und mit unterschiedlichen Laufzeiten. Mit Kündigungsmöglichkeit leidet die Rendite, ohne die Flexibilität. Auf Fünf-Jahres-Sicht sind mit Kündigungsmöglichkeit bis zu 3,5 und ohne bis zu 4,0 Prozent Rendite drin.

Strategie für alle Fälle

Die richtige Strategie hängt davon ab, wie sich die Zinsen entwickeln. Angesichts der derzeit rekordverdächtig niedrigen Sätze rechnen viele Experten eher mit Zinssteigerungen. Sicher ist das jedoch nicht. Eine verlässliche Prognose ist nicht möglich. Anleger müssen sich selbst ein Bild machen. Wenn die Zinsen noch weiter sinken sollten, bringt eine Einmalanlage ohne Kündigungsmöglichkeit oder die Investition in Rentenfonds mit gemischter Laufzeit die beste Rendite. Wer mit Zinssteigerungen rechnet, sollte das Geld jetzt auf einem günstigen Tagesgeldkonto oder in einem Geldmarktfonds parken, um es später zu einem höheren Zinssatz fest anzulegen. Ein guter Kompromiss sind Einmalanlagen mit Kündigungsmöglichkeit. Sie bieten auf mittlere Sicht eine halbwegs anständige Rendite und lassen Anlegern dennoch die Chance, im Fall von Zinssteigerungen kurzfristig umzusatteln.

Komplett + interaktiv: Alle Ergebnisse des großen Zinstests

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