Zinstest: Sparers Traum

Zinstest Test

So flexibel wie mit Tagesgeld und Geldmarktfonds sind ­Anleger mit keiner anderen Geldanlage. Auch die Rendite stimmt. Die Top­-Angebote bringen bis zu 2,75 Prozent.

Die schlechte Nachricht zuerst: Für ­Tagesgeld gibt es noch genau so viel Zinsen wie in den Monaten zuvor. Die meisten Banken haben die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht an ihre Kunden weitergegeben.

Die gute Nachricht: Tagesgeldzinsen sind schon seit geraumer Zeit oft höher als die Sätze für Festgeld, und das, obwohl die Kunden jederzeit an ihr Geld kommen.

Der Spitzensatz zurzeit liegt bei 2,75 Prozent pro Jahr. Ihn bekommen zum Beispiel Anleger, die als Neukunden zur 1822direkt gehen. Die Denizbank, die in Österreich ansässige Tochter einer türkischen Bank, bietet allen Kunden so viel.

Banken können die Zinsen von Tagesgeld jederzeit ändern. Wer immer den Spitzenzins will, muss möglicherweise oft den Anbieter wechseln.

Aber es geht auch anders. So zahlt zum Beispiel die Denizbank seit längerem überdurchschnittliche Zinsen, genauso wie die ING-Diba. Zurzeit bietet diese zwar nur 2,25 Prozent Zinsen fürs Extra-Konto, doch Anleger konnten sich bislang immer ­darauf verlassen, dass ihre Anlage zu den Top-Angeboten zählte.

Verlässlich ist auch die Sparda-Bank Münster, die für das Internetkonto comfort cash zurzeit 2,3 Prozent zahlt.

Flexibel und gut

Zinstest Test

Tagesgeldkonten bieten die Möglichkeit, kurzfristig anzulegen. Anleger können ihr Geld jederzeit ganz oder teilweise abheben und sie können jederzeit weitere Beträge einzahlen – ähnlich wie beim Girokonto. Rechnungen bezahlen dürfen sie von dem Konto jedoch meist nicht, ebenso wenig wie sie Daueraufträge einrichten oder Lastschriften abbuchen lassen können.

Ist das Tagesgeldkonto aber ausnahmsweise ein Girokonto wie zum Beispiel bei den PSD-Banken, dann können Anleger es auch als solches nutzen.

Viele Institute verzichten für Tagesgeldkonten auf Mindestbeträge, anders als bei Festgeld, Sparbriefen und anderen länger laufenden Geldanlagen. Anleger könnten auch nur einen einzigen Euro einzahlen. Eine Ausnahme macht aber zum Beispiel die Finansbank, die erst von 5 000 Euro an attraktive Zinsen bietet.

Auch Höchstbeträge gibt es meistens keine. Anleger können so viel einzahlen, wie sie wollen. Allerdings sollten sie dabei die Höhe der Einlagensicherung beachten. Im Fall einer Bankenpleite ist ihr Erspartes nämlich nicht überall komplett geschützt.

Einlagensicherung

Die überwiegende Mehrheit der deutschen Privatbanken gehört dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken an, der in den meisten Fällen vollständigen Schutz bietet. Auch unser Top­anbieter 1822direkt ist als Tochter der Frankfurter Sparkasse voll gesichert: Der Sparkassenverband sorgt dafür, dass es im Verbund gar nicht erst zu Pleiten kommt.

Anders verhält es sich bei der türkischen Denizbank. Wie die anderen Töchter türkischer Banken, die sich in den Niederlanden oder Österreich niedergelassen haben, gewährt sie nur den dort gesetzlich vorgeschriebenen Schutz, der pro Person 20 000 Euro beträgt. Die in Deutschland ansässige Ziraat Bank gehört dagegen dem deutschen Einlagensicherungsfonds an.

Einige der Spitzenangebote richten sich nur an Anleger, die ihr Konto über das Internet eröffnen und online führen. Zwar bieten die meisten Banken auch eine telefonische Kontoführung an, doch zwacken einige dann ein oder zwei Zehntel vom Zins ab, weil sie einen höheren Aufwand haben.

Die DHB Bank zahlt für ihr online geführtes Netsparkonto 0,15 Prozentpunkte mehr als für das Tagesgeldkonto, das man in der Filiale oder per Telefon eröffnen kann. Nur beim Onlinekonto gibt es den attraktiven Zins schon ab dem ersten Euro.

So funktioniert die Kontoeröffnung

Wer sein Konto online oder telefonisch ­eröffnen will, lässt sich die Unterlagen zuschicken oder druckt sie sich aus. Er trägt seine Daten ein und bringt die Formulare zur Post. Die Post prüft die Identität. (Post-Ident-Verfahren). Später bekommt der Kunde seine Geheimzahl zugeschickt, mit der er sich am Computer oder am Telefon legitimieren kann.

Gebühren kostet ein Tagesgeldkonto in der Regel nicht. Wenn doch, dann nehmen wir das Angebot nicht in unsere Tabelle der Top-Angebote auf.

Auch andere Angebote mit Nebenbedingungen tauchen nicht auf, zum Beispiel das der comdirect bank. Es gibt 5 Prozent, aber nur für ein halbes Jahr und maximal für 5 000 Euro. Gleichzeitig muss der Neukunde ein Wertpapierdepot eröffnen und dort mindestens 3 000 Euro einzahlen.

Nach ähnlichem Muster verfährt Cortal Consors, wo es 4 Prozent für 10 000 Euro und maximal ein Jahr gibt. Das Depot muss mit 4 000 Euro bestückt werden.

Geldmarktfonds

Ähnlich wie Tagesgeld funktionieren Geldmarktfonds. Anleger können ihr Geld jederzeit abheben. Allerdings waren die Renditen guter Fonds niedriger als die von attraktiven Tagesgeldangeboten.

Unser Bester in der Tabelle, der Activest Euro-Geldmarkt Plus, hat über die ver­gangenen drei Jahre im Schnitt 2,4 Prozent erwirtschaftet. In den letzten zwölf Mo­naten lag die Rendite nur bei 2,1 Prozent.

Anders als bei Tagesgeld wissen Anleger aber nicht, wie hoch die Ver­zinsung aktuell ist und wie gut der Fonds in Zukunft abschneidet. Tagesgeldzinsen können sich zwar auch jederzeit ändern, doch der Kunde erfährt den aktuellen Zinssatz immer.

Geldmarktfonds sind eine bequeme Lösung für Anleger, die schon Fonds haben und ihr Geld zwischenparken möchten. Sie eignen sich außerdem für Leute, die ihr Geld bei ihrer Hausbank haben und ungern ihre Bankgeschäfte telefonisch oder übers Internet abwickeln. Für Tagesgeld bieten die meisten Filialbanken nämlich keine attraktiven Zinsen.

Über die Einlagensicherung müssen sich Geldmarktfondsinhaber keine Gedanken machen. Fonds sind als Sondervermögen vor einer Insolvenz der Kapitalanlage­gesellschaft geschützt.

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