Zinsprodukte Meldung

Die Deutsche Börse berechnet jetzt einen Index für Unternehmensanleihen, den RDax. Er zeichnet die Wertentwicklung der Anleihen von Dax-Unternehmen nach. Zurzeit enthält der RDax ­Anleihen von 21 Unternehmen.

Demnächst können private Anleger Produkte kaufen, die sich auf den RDax beziehen, zum Beispiel Index- oder Hebelzertifikate oder Indexfonds. Zum Redaktionsschluss war allerdings noch kein Produkt auf dem Markt. Wie bei Anlagen, die sich auf Aktienindizes beziehen, ermöglichen auch Indexprodukte auf einen Rentenindex eine breit gestreute Geldanlage.

Sichere Anleihen

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Die Anleihen, die in den Index aufgenommen werden, müssen auf Euro lauten und als vergleichsweise sicher eingestuft sein. Im Jargon der Ratingagenturen heißt das, sie müssen eine Note aus dem „Investment Grade“ haben: AAA, AA, A oder BBB (Stand & Poor's) und Aaa, Aa, A, Baa (Moody's). Trotz der Sicherheitsvorschriften ist ein Indexprodukt auf den RDax weniger sicher als Bundesanleihen oder Rentenfonds Euro, die überwiegend in Staatsanleihen investieren.

Hinzu kommt, dass der RDax derzeit (Stand 1. Juni 2005) zu einem Fünftel aus Anleihen der Deutschen Telekom besteht. Dieses Gewicht ist für die Risikostreuung ungünstig. Außerdem weist die Telekom mit einem Rating von A- (S & P) und einem Baa1 (Moody's) eine Note aus der unteren Hälfte des Investment Grade auf.

Sollte die Telekom oder ein anderes im Index gelistetes Unternehmen von den Ratingagenturen auf eine schlechtere Note gestuft werden, würde sich das negativ auf die Anleihekurse und damit den Indexstand auswirken.

Ein weiteres Risiko für RDax-Investoren besteht in einer Marktzinsänderung. Sollten die Zinsen steigen, hätte das ebenfalls Kursverluste der ­Anleihen zur Folge.

Sinkende Zinsen oder bessere Noten der ­Ratingagenturen würden den Index dagegen ­beflügeln. Außerdem profitieren Anleger von der höheren Verzinsung der Unternehmensanleihen.

Tipp: Anleger, die Zertifikate kaufen, sollten ein Produkt auf den Performance-Index des RDax kaufen, damit sie von den Ausschüttungen profitieren. Eine Alternative sind Fonds mit ­Unternehmensanleihen aus der Gruppe der Rentenfonds Euro – erkennbar meist am Namenszusatz „Corporates“ (Unternehmen).

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