Heide K. aus München: Was tut sich eigentlich bei der Geldanlage für Ausländer in Österreich? Ist schon entschieden, ab wann auch Ausländer Zinsertragsteuer in Österreich zahlen müssen, und was ist mit dem österreichischen Bankgeheimnis?

Finanztest: Erst ab dem Jahr 2003 soll sich etwas ändern. Dann wollen die Banken der Europäischen Union Kontrollmitteilungen über sämtliche Zinseinkünfte ausländischer Kunden an die Finanzämter der Anleger versenden. Für Österreich, Belgien und Luxemburg gibt es aber vorerst eine Ausnahme: Sie verschicken keine Kontrollmitteilungen. Stattdessen behalten diese Länder ab 2003 15 Prozent Quellensteuer ein, die sich ab 2006 auf 20 Prozent erhöht. Ein Viertel dieser Steuer bleiben im Anlageland, den Rest bekommen die Heimatstaaten des ausländischen Anlegers. Von 2010 an sollen alle EU-Staaten Kontrollmitteilungen fertigen. Eine Quellensteuer wird dann nicht mehr erhoben.

In der Diskussion um die einheitliche Besteuerung innerhalb der EU geht es aber nur um Zinserträge. Deshalb werden Investmentfonds nicht erfasst, wenn die Zinserträge weniger als 40 Prozent der Gesamterträge ausmachen. Auch Eurobond-Anlagen gehören zu den Ausnahmen, wenn die Anleihe vor dem 1. April 2001 aufgelegt wurde.

Das letzte Wort ist aber längst noch nicht gesprochen: Ende 2002 müssen die EU-Länder über das gesamte Regelwerk abstimmen.

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