Nach dem großen Zins­test in der Finanztest Januar-Ausgabe haben viele Direkt­banken die Zinsen noch einmal erhöht. Für die Lauf­zeit ein Jahr gibt es jetzt bis zu 3,5 Prozent Zinsen. Für Filial­bank­kunden sieht es dagegen nicht so gut aus. Sie müssen mit weniger rechnen.

3,5 Prozent Zinsen für 12 Monate

So hohe Zinsen gab es seit zwei­einhalb Jahren nicht mehr. Die nieder­ländische Garan­tibank zahlt seit dem 1. Dezember 2011 für Zwölf­monats­fest­geld 3,5 Prozent Zinsen pro Jahr. Damit über­holt sie die Spitzenreiter aus dem großen Zins­test mit 94 Banken vor einem Monat. Die Deniz­bank und die NIBC Direct boten damals wie heute für zwölf Monate 3,15 Prozent Zinsen. Das lukrative Angebot der Garan­tibank bekommen Sparer, die mindestens 2 600 Euro anlegen. Die Garan­tibank ist eine nieder­ländische Bank, die seit 1999 in Deutsch­land Bank­geschäfte betreibt.

Bis zu 100 000 Euro Spargeld pro Kunden schützt der nieder­ländische Einlagensicherungs­fonds. Kunden können das Konto über das Postident­verfahren in jeder Post­filiale eröffnen. Die Formulare gibt es unter www.garantibank.de. Sobald die Kunden ihre Konto­nummer haben, erteilen sie den Fest­geld­auftrag per Telefon, Internet oder Fax.

Auch die Zinsen für drei Jahre Lauf­zeit wachsen. Jetzt bieten schon vier Banken 4 Prozent pro Jahr: Bank of Scot­land, Credit Europe Bank, IKB direkt und VTB Direkt­bank.

Für Tages­geld 2,85 Prozent

Beim Tages­geld steht weiterhin die NIBC Direct an der Spitze, sie hat ihre Zinsen aber auf 2,85 Prozent ange­hoben. Von der Erhöhung profitieren nicht nur Neukunden, sondern alle, die dort schon ein Tages­geld­konto haben. Einzelne Banken wie die Advanzia Bank bieten zwar noch mehr als 2,85 Prozent. Ihr Zins ist aber zeitlich befristet und gilt nur für neues Geld. Die Testsieger für alle Lauf­zeiten sind Direkt­banken. Von den besten Zinsen profitieren deshalb nur Kunden, die ihr Konto online, per Telefon oder Fax führen. Kunden, die Spitzenzinsen suchen, aber persönlich in einer Filiale anlegen möchten, wurden dagegen von der Santander Bank enttäuscht. Die Bank senkte noch vor dem Erscheinen unseres Tests ihre Zinsen.

Santander Bank unter Inflations­rate

Finanztest hatte die Santander Bank gelobt, weil sie am Stichtag des Zins­tests, dem 17. November, für zwölf Monate 3 Prozent Zinsen zahlte. Zehn Tage später senkte sie ihre Zinsen und zahlt nun Filial­kunden nur noch 2,25 Prozent Zinsen für zwölf Monate. Das ist weniger als die Inflations­rate in Deutsch­land für 2011. Sie lag nach Angaben des Statistischen Bundes­amtes bei 2,3 Prozent. Die Santander Bank bietet auch noch ein Spar­buch mit 2,25 Prozent an. Der Anleger hat damit aber keine Zins­sicherheit. Die Bank darf den Zins wie beim Tages­geld täglich ändern. Das Angebot gilt zudem nur für Neueinlagen bei der Santander Gruppe.

Bestes Angebot für Filial­kunden

Gut bedient sind Filial­kunden, die bei der zur Firmengruppe gehörenden Santander Consumer Bank für drei Jahre anlegen. Sie erhalten 3,75 Prozent jähr­lich. Keine Bank mit deutsch­land­weitem Filialnetz zahlt für diese Lauf­zeit derzeit mehr. Der Zins ist seit unserem Test stabil geblieben Die Mindest­anlage beträgt 2 500 Euro. Auf der Internetseite www.santander.de gibt es einen Filialfinder für die Santander Consumer Bank.

Tipp. In den Produktfindern Zinsen auf test.de erhalten Sie alle Zins­konditionen regel­mäßig aktualisiert.

Dieser Artikel ist hilfreich. 168 Nutzer finden das hilfreich.