Gute Zinsangebote aus Österreich

Österreichische Bundesschätze bringen mehr Zinsen als deutsche Bundesschatzbriefe. Kauf und Kontoführung sind kostenlos.

Seit Herbst 2002 bietet Österreich staatliche Zinspapiere mit Laufzeiten zwischen einem Monat und zehn Jahren im Internet an. Ebenso wie ihr deutsches Pendant, die Bundeswertpapierverwaltung aus Bad Homburg, verlangt die österreichische Bundesfinanzierungsagentur für Kauf und Lagerung ihrer Bundesschätze keine Gebühren. Das Konto können Bundesbürger über das Internet eröffnen (www.bundesschatz.at).

Die Zinsen sind für die meisten Laufzeiten höher als die unserer Bundeswertpapiere. Für zwölf Monate bieten österreichische Schätze 3,2 Prozent, deutsche Finanzierungsschätze liegen dagegen nur bei 2,96 Prozent (Stand: 30. Juni).

Ein weiterer Unterschied: Österreich bietet auch Laufzeiten unter einem Jahr. Für einen Monat gibt es 2,5 Prozent pro Jahr und für sechs Monate 2,8 Prozent pro Jahr (Stand: 30. Juni). Daneben gibt es Laufzeiten von zwei, fünf und zehn Jahren ohne vorzeitige Kündigungsmöglichkeit. Die österreichischen Schätze ­haben anders als der Bundesschatzbrief ­keine Zinstreppe, sondern einen Festzins. Die Mindestanlage beträgt 100 Euro.

Ratingagenturen beurteilen die Zahlungsfähigkeit von Österreich – ebenso wie die der Bundesrepublik – mit der Bestnote Dreifach-A. Das Geld der An­leger ist dort also genauso sicher wie in deutschen Staatspapieren angelegt.

Keine Meldung an das Finanzamt

„Seit gut einem Jahr ist das Interesse von ausländischen Anlegern an unserem Angebot um rund 300 Prozent gestiegen“, sagt Helmut Eder, Chef der Bundesfinanzierungsagentur. Ein Grund dafür ist sicher, dass die Staaten der Euro­päischen Union seit Juli 2005 die Zinseinkünfte ausländischer Anleger an das ­heimische Finanzamt melden. Als eine der wenigen Ausnahmen macht Österreich dabei nicht mit.

Anleger können hier wählen, ob sie pauschal eine Quellensteuer von derzeit 15 Prozent ihrer Zinserträge an den österreichischen Fiskus abführen wollen oder ob sie ihre Zinseinkünfte komplett in ihrem Heimatland versteuern möchten. Wer sich für die Quellensteuer entscheidet, muss – bei ausgeschöpftem Sparerfrei­betrag – die Differenz zwischen 15 Prozent und seinem persönlichen Steuersatz beim heimischen Finanzamt nachzahlen. „Es ist nicht unser Ziel, wir können aber Steuerhinterziehung auch nicht ausschließen“, sagt Helmut Eder.

Ab 1. Juli 2008 steigt die österreichische Quellensteuer auf 20 Prozent, ab 1. Juli 2011 dann auf 35 Prozent.

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