Anleihen und Fonds zum Steuernsparen

Sichere „steueroptimierte“ Anlagen sind seit jeher heißbegehrt. Die Einführung der Abgeltungsteuer heizt die Nachfrage noch an.

Das Siegel „abgeltungsteueroptimiert“ ist ein erstklassiges Verkaufsargument. Was viele dabei übersehen: Schlechte Investments werden nicht dadurch gut, dass sie helfen, Steuern zu sparen. Wenn eine Geldanlage vor Steuern auffällig dürftige Renditen bringt, ist Vorsicht angesagt. Unser Test von Zinsprodukten zeigt aber, dass Rentabilität und Steuernsparen sehr wohl unter einen Hut passen können.

Zinsverschiebung mit Anleihen

Die Idee, Zinseinnahmen ins Jahr 2009 zu verschieben, können Anleger auch mit Anleihen umsetzen. Dabei sollten sie unbedingt auf die Zahlungsfähigkeit des Schuldners achten, der die Anleihe aufgelegt hat. Beim 3-Phasen-Bond VI der Nord/LB (Isin DE 000 NLB 23Y 5) ist diese sehr gut. Die am 9. November 2007 herausgegebene Anleihe läuft bis zum 9. März 2011 und hat eine Emissionsrendite von 4,25 Prozent pro Jahr. Es stellt sich aber die Frage, warum es eine Anleihe sein muss, wenn sich mit extrem sicheren Festzinsanlagen noch höhere Renditen erzielen lassen (siehe Tabellen).

Eine Anleihe ist auch der kürzlich emittierte Schatzbrief der US-Investmentbank Morgan Stanley (Isin DE 000 MS2 U2B 9 für Typ A, Isin DE 000 MS2 UW1 6 für Typ B). Wie den Bundesschatzbrief Typ A und B gibt es ihn in zwei Varianten mit jährlicher Zinszahlung und mit Ausschüttung der gesammelten Zinsen am Laufzeitende.

Steuerlich interessant ist die Variante B, da die Zinsen erst am Laufzeitende fließen und somit vollständig unter die Abgeltungsteuer fallen. Mit einer Rendite von 4,7 Prozent für Typ A und 4,75 Prozent für Typ B bietet der Schatzbrief made in USA deutlich bessere Konditionen als sein deutsches Vorbild.

Auch die Bonität ist wichtig

Ein vollwertiger Ersatz ist er aber nicht. Erstens ist die Zahlungsfähigkeit (Bonität) des deutschen Staates höher als die eines US-Geldinstituts, selbst wenn Morgan Stanley innerhalb der Branche einen ausgezeichneten Ruf genießt. Außerdem können Anleger Bundesschatzbriefe gebührenfrei bei der Bundesfinanzagentur kaufen und lagern (www.deutsche-finanzagentur.de). Bei dem Morgan-Stanley-Schatzbrief fallen dagegen bankabhängige Kauf- und Depotkosten an. Dafür bietet er die Chance auf einen 1-prozentigen Bonus, wenn der Einjahres-Euribor, das ist der Zinssatz für Geldgeschäfte zwischen Banken, zur Fälligkeit des Schatzbriefs bei 5 Prozent oder darüber notiert.

Dieser Artikel ist hilfreich. 1231 Nutzer finden das hilfreich.