Fünf Fragen zur Abgeltungsteuer

Wird es Freistellungsauftrag und Nichtveranlagungsbescheinigung auch noch nach Einführung der Steuer geben?

Ja. Anleger können auch 2009 Zinseinnahmen bis zur Höhe von 801 Euro (Ehepaare: 1 602 Euro) ohne Abzug von Steuern kassieren, wenn ihre Bank einen Freistellungsauftrag hat.

Menschen mit sehr geringem Einkommen können auch weiterhin Zinsen oberhalb des Freibetrags steuerfrei kassieren. Dafür müssen sie der Bank eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) vorlegen.

Um die bis zu drei Jahre lang gültige Bescheinigung zu bekommen, müssen sie dem Finanzamt glaubhaft machen, dass sie mit ihrem zu versteuernden Einkommen unter dem Grundfreibetrag von 7 664 Euro liegen.

Das ist für viele Rentner ohne weiteres möglich. Antragsformulare gibt es beim Finanzamt oder unter www.formulare-bfinv.de (>Bürger >Steuern im Inland).

Was geschieht, wenn die Abgeltungsteuer höher ist als mein bisheriger Steuersatz?

Anleger, die so geringe Einkünfte haben, dass ihr persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent liegt, erhalten von ihrer Bank eine Bescheinigung, mit der sie die Kapitaleinkünfte über die Einkommensteuererklärung abrechnen können.

Hat der Wegfall der einjährigen Spekulationsfrist auch Einfluss auf Zinsanlagen?

Teilweise. Niedrigverzinste Anleihen und Nullkuponanleihen verlieren ab 2009 an Attraktivität, da ihre Kursgewinne in Zukunft versteuert werden müssen.

Die Rechnung Kursgewinn statt Zinseinnahmen geht aus steuerlicher Sicht dann nicht mehr auf. Ähnliches gilt für steuersparende Rentenfonds, mit denen Anleger vor allem auf Kursgewinne setzen. Allerdings genießen alle Papiere oder Fonds, die noch 2008 gekauft werden, Bestandsschutz. Ihre zukünftigen Kursgewinne können Anleger auch weiterhin ohne Abzug von Steuern kassieren.

Wie werden in Zukunft Zinseinnahmen im Ausland besteuert?

Fließt das Geld auf das Konto eines ausländischen Instituts, muss der Anleger die Einnahmen wie bisher in seiner Einkommensteuererklärung angeben. Das Finanzamt holt sich die Abgeltungsteuer dann nachträglich. Wenn der Anleger die Zinsen von einer inländischen Bank ausgezahlt bekommt, zieht diese die Abgeltungsteuer automatisch ab.

Können Anleger in Zukunft Verluste aus Aktiengeschäften mit Zinseinkünften verrechnen?

Nein. Auch in Zukunft werden Anleger auf solchen Verlusten sitzenbleiben, sofern sie nicht die Möglichkeit haben, sie mit Gewinnen aus Aktiengeschäften zu verrechnen.

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