Keine gelungene Kombination

Zur Fußball-WM locken Banken mit Kombipro­dukten aus Fest­geld und Investmentfonds. Für Anleger ist diese Kombination fast immer unsinnig.

Neu ist nur der Anlass

Lock­zins plus Fonds­kauf – diese Kombination ist ein Klassiker im Angebot von Banken. Pünkt­lich zur Fußball-WM erlebt sie eine kleine Renaissance, zum Beispiel als „FanAnlage“, „Doppelpass“ oder „Dream­team“. Finanztest sieht diese Angebote seit jeher skeptisch. Und dafür haben die Experten der Stiftung Warentest gute Gründe: Fest­geld und Fonds harmonieren weder beim Risiko noch bei der Anlagedauer. Und was die Fonds­auswahl betrifft, stehen Anleger oft im Abseits.

Kleiner Vorteil, großes Handicap

Höchs­tens 2 bis 2,25 Prozent für ein Jahr erhalten Anleger, wenn sie einen gleich hohen Betrag in ausgewählte Investmentfonds stecken. Dazu müsste Deutsch­land allerdings Welt­meister werden, andernfalls gäbe es deutlich weniger. Der Basiszins liegt nur bei 1 bis 1,5 Prozent. Im güns­tigsten Fall gibt es also einen kleinen Aufschlag zu den besten herkömmlichen Zinsangeboten. Für den bescheidenen Vorteil akzeptieren Anleger ein Handicap, indem sie Fonds kaufen, die sie womöglich nie in die engere Wahl gezogen hätten. Wenn die Bank dann noch einen bis zu fünf­prozentigen Ausgabe­aufschlag beim Fonds­kauf erhebt, wird aus einem Schnäpp­chen gar das Gegen­teil.

Am besten getrennt kaufen

Finanztest meint: Was nicht zusammen­gehört, sollte man auch getrennt kaufen. Anleger wählen besser ein möglichst attraktives Fest­geld mit passender Lauf­zeit und picken gezielt besonders attraktive und güns­tige Fonds heraus. Für viele sind börsen­gehandelte Indexfonds (ETF) auf Indizes wie den MSCI World die beste Wahl. In Kombipaketen gibt es sie kaum. Die freie Kombination von sicheren und risikoreichen Geld­anlagen hat einen weiteren Vorteil: Anleger können von der 50-50-Mischung abweichen und eine Variante wählen, die genau ihren Risiko­vorstel­lungen entspricht.

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