Zertifikate im Test Test

Mit Zertifikaten können sich Anleger ein maßgeschneidertes Depot zulegen. Unsere Zertifikateserie nennt die passenden Produkte und klärt über Kosten auf.

Es soll noch Bankkunden geben, die von ihrem Berater etwas anderes als Zertifikate angeboten bekommen. Aber nicht sehr viele. Im Ernst: Zertifikate sind die absoluten Modeprodukte der Finanzbranche. Anleger werden, ob sie wollen oder nicht, ständig mit ihnen konfrontiert – teilweise, ohne sich dessen bewusst zu sein. Bei den meisten Bankangeboten für private Anleger handelt es sich um Zertifikate, auch wenn der Begriff selten im Produktnamen auftaucht.

Zertifikate sind Kunstprodukte, die stets mit irgendeiner Art von Geldanlage in ­Verbindung stehen, dem sogenannten ­Basiswert. Oft sind die Basiswerte von Zertifikaten bestimmte Aktien oder Aktienindizes, aber es gibt auch Zertifikate auf festverzinsliche Wertpapiere, Rohstoffe, Währungen oder andere Anlagen.

Nicht jedes Zertifikat eignet sich für ­jeden Anleger, aber es gibt wohl keinen Anleger, der auf dem riesigen Zertifikatemarkt nicht ein für ihn passendes Produkt finden kann. Egal ob man 1:1 in den Basiswert investieren, lieber die Renditechancen (und -risiken) des Basiswertes erhöhen will oder aber ein Sicherheitspolster für ­seine Anlage möchte – mit Zertifikaten ist alles möglich.

Auf den Emittenten achten

Rechtlich gesehen gelten Zertifikate als Schuldverschreibungen, die so sicher sind wie die Zahlungsfähigkeit (Bonität) der dahinterstehenden Bank. Anleger müssen aber wissen, dass der Verkäufer eines Zertifikats nicht immer mit dem Herausgeber (Emittenten) identisch ist. So gibt es Zertifikate von Emittenten wie ABN-Amro, Deutsche Bank oder Société Générale auch in der Sparkassen-Filiale. Die Sicherheit des Papiers hängt einzig und allein vom Emittenten ab. Da es sich bei den Anbietern meist um große Banken von Weltruf handelt, ist das Ausfallrisiko gering.

Ideal für kurzfristige Anlageideen

Da die meisten Zertifikate jederzeit über die Börse und direkt beim Emittenten ge- und verkauft werden können, eignen sie sich besonders gut für die Umsetzung kurz- und mittelfristiger Anlageideen: Wer den Aktienindex Dax in den nächsten Monaten weiter steigen sieht, auf längere Sicht aber eher skeptisch für den deutschen Aktienmarkt ist, kann mit einem Index- oder Hebelzertifikat auf seinen Riecher setzen. Die Kosten für den Kauf und Verkauf des Zertifikats sind moderat. Dann muss die Spekulation nur noch aufgehen.

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